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Gefährliche Situation am Großen-Busecker Gleis

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Da es nach dem Neubau der Gleise am Großen-Busecker bahnhof immer noch Probleme gibt, soll der Gemeindevorstand mit der Deutschen Bahn verhandeln.

Buseck (kag). »Das H-Zeichen fehlt noch, und der Zug hält, wo er will, so dass die Fahrgäste hinter ihm herrennen müssen«, erläuterte Norbert Weigelt im Parlament den Antrag der SPD-Fraktion zu einem Problem am Großen-Busecker Bahnhof. Hauptsächlich ging es um die beiden Gleise, die entsprechend der Zusage der Deutschen Bahn (DB) befahren werden sollen: Gleis 1 in Richtung Gießen und Gleis 2 in Richtung Fulda. So ist das auch in Reiskirchen. Aber tatsächlich fahren die allermeisten Züge, egal in welche Richtung, auf Gleis 2 ein und aus.

Zunächst warten die Fahrgäste aus Gewohnheit an Gleis 1 auf den Zug Richtung Gießen/Limburg, und stellen dann fest, dass dieser auf Gleis 2 einfährt. Eine gefährliche Kletterei über die hohen Bahnsteigkanten beginnt auch deshalb, weil der gefahrlose Übergang am Bahnübergang Pfingstweg/Mollbornsweg 250 Meter weit weg ist (das sind hin und zurück 500 Meter), erläuterte Weigelt das Problem.

Der Gemeindevorstand wurde per gemeinsamem Antrag aller Fraktionen einstimmig beauftragt, Verhandlungen mit der DB-Netz mit dem Ziel zu führen, dass die Züge nach Gießen auf Gleis 1 und die Züge nach Fulda auf Gleis 2 ein- und ausfahren. Weiter soll der Gemeindevorstand mit der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) vereinbaren, dass die Busse in der Nähe des Bahnübergangs Pfingstweg/Mollbornsweg halten und abfahren.

Das Thema »innerörtliches Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeit« treibe die Bürger um und wecke bei den Anwohnern Zorn, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Resignation. Das sei während des Aktionstages »Verkehrswende« im September in Alten-Buseck besonders deutlich geworden, begründete Anita Kraft (Grüne) den Antrag, die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen im Gemeindeblättchen zu veröffentlichen. Dem Antrag wurde einhellig zugestimmt.

Kraft nannte zur weiteren Begründung Zahlen aus einer Messung in der oberen Zeilstraße. Hier seien vom 3. Mai morgens bis 7. Mai morgens 3992 Fahrzeuge, also knapp 1000 Stück täglich, ortseinwärts unterwegs gewesen. Die vorgegebene Geschwindigkeit von Tempo 50 sei nur von wenigen Verkehrsteilnehmern überschritten worden. Inzwischen gilt dort Tempo 30. Kraft möchte durch die Veröffentlichung der Messergebnisse den Bürgern Gelegenheit geben, ihre Wahrnehmungen mit den gemessenen Ergebnissen zu vergleichen und darauf zu reagieren.

Apotheken-Antrag nicht entschieden

Thi My Hanh Rein, die bereits Apotheken in Großen-Buseck und Beuern betreibt, möchte auf dem Grundstück Jahnstraße 11 in Alten-Buseck eine Apotheke bauen und im Obergeschoss Sozialwohnungen vermieten. Mit der Gemeinde sind wesentliche Bedingungen wie der Kaufpreis, die Fertigstellung nach spätestens vier Jahren, mindestens zehn Jahre Mietdauer als Sozialwohnungen und zehn Jahre Betriebszeit der Apotheke sowie Ablösebeträge vereinbart. Der Dringlichkeitsantrag von Bürgermeister Dirk Haas (SPD) wurde knapp nicht auf die Tagesordnung genommen, so dass in der Sache erst in der nächsten Sitzung entschieden wird.

Auf Antrag von Uwe Kühn (Freie Wähler) wurden die Vergaberichtlinien für den Umweltpreis der Gemeinde Buseck überarbeitet und einstimmig verabschiedet. Der Umweltpreis wird jährlich verliehen. Das Preisgeld wird bei Sponsoren eingeworben und die Jury wird nach einem Kriterienkatalog die Projekte bewerten und auszeichnen - so lauten die wichtigsten Bedingungen.

Anlässlich von Straßenarbeiten in der Danziger Straße in Alten-Buseck wurde festgestellt, dass eine zehn Quadratmeter große Fläche in der Pfingstweide, die der Gemeinde gehört, von einem Bürger genutzt wird. Dieser kauft die Teilfläche der Gemeinde zum Preis von 950 Euro (95 Euro pro Quadratmeter) ab.

Die Gemeinde Buseck gewährt der Solarpark Fernwald GmbH. & Co. KG, deren Gesellschafterin sie ist, ein Darlehen in Höhe von 62 500 Euro zu einem Zinssatz von 2,8 Prozent. Die Gesellschaft hat aktuell einen Bankkredit, der Ende 2023 ausläuft. Den übernehmen anschließend die am Solarpark beteiligten Kommunen Fernwald, Lich, Pohlheim, Linden, Buseck, Wettenberg und Reiskirchen. Das Darlehen muss bis Ende 2029 zurückgezahlt werden.

Die Gemeindewerke planen im neuen Jahr im Ergebnishaushalt einen Überschuss von 373 214 Euro. Der aus den vier Betriebszweigen Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Baubetriebshof und Energieerzeugung bestehende Eigenbetrieb will 2022 knapp zwei Millionen Euro investieren, davon 869 000 Euro für die Wasserversorgung (Wasserleitungen, Wasserzähler, Hausanschlüsse etc.) und 940 000 Euro für die Abwasserbeseitigung (Kanalauswechslungen, Sammelleitungen, Erneuerungen und Erschließungen). Für den Baubetriebshof sollen Rasenmäher, Kleingeräte, Muldenaufsätze und Anbaugeräte angeschafft werden.

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