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Geflügelpest ausgebrochen

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In einem Radius von drei Kilometern wird im Hungener Stadtteil Utphe eine Schutzzone eingerichtet, zehn Kilometer umfasst ein Beobachtungsgebiet. Eine Stallpflicht wird zudem in den Bereichen angeordnet. Symbolfoto: dpa © Red

Landkreis ordnet die Tötung von 8500 Puten im Hungener Stadtteil Upthe. Die Geflügelpest hat dort zugeschlagen.

Kreis Gießen (red/ww). In einem Geflügelbetrieb in Hungen im Landkreis Gießen besteht der Verdacht auf eine Infektion mit der Geflügelpest. Das Veterinäramt musste die Tötung aller rund 8500 Tiere des Betriebes anordnen, teilt der Kreis mit.

Nachdem in dem Betrieb in Hungen-Utphe am Wochenende 50 Puten verendet waren, seien umgehend eine tierärztliche Abklärung durch den Geflügelgesundheitsdienst des Landes Hessen sowie Untersuchungen durch das Hessische Landeslabor in Gießen erfolgt. Der Betrieb mit Sitz in Bellersheim habe nach der Feststellung der toten Tiere »rasch und korrekt« gehandelt, attestiert die Kreisverwaltung. Bis Montag seien mehrere hundert Tiere verendet.

Die Tötung des gesamten Putenbestandes erfolge noch, teilte am Montagabend der Leiter der Pressestelle der Kreisverwaltung, Dirk Wingender, auf Anfrage mit. Es stehe eine Tötung mit Kohlendioxid an. Ein entsprechendes Entsorgungsunternehmen sei beauftragt. Es wird die Vergasung der Tiere vornehmen und die toten Vögel in eine Tierkörperbeseitigungs-Anstalt transportieren.

In ersten Proben sei der Geflügelpest-Erreger H5 nachgewiesen, heißt es in der Presseerklärung. Weitere Proben werden nun im Labor des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit abgeklärt.

Um eine Ausbreitung der hochansteckenden Krankheit auf jeden Fall zu verhindern, müsse das Geflügel im Betrieb getötet werden.

»Vor dem Hintergrund des erheblichen Ansteckungsrisikos, der Geschwindigkeit der Ausbreitung in dem Bestand und auch des Leids der erkrankten Tiere ist dieser Schritt nötig«, sagt Christian Zuckermann, Dezernent für Veterinärwesen des Landkreises Gießen. »Der Schutz der Tiere aller umliegenden Haltungen hat oberste Priorität.«

Die getöteten Tiere würden anschließend für die Umgebung unschädlich entsorgt.

Der Verwaltungsstab des Landkreises habe die Arbeit aufgenommen und koordiniere gemeinsam mit dem Veterinäramt alle erforderlichen Schritte. Diese werden mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie dem Regierungspräsidium Gießen abgestimmt. Die Stadt Hungen und das Technische Hilfswerk sind unterstützend eingebunden. Weitere Informationen sollen am Dienstag in einer Pressekonferenz gegeben werden, kündige Wingender an.

Beprobungen im Umkreis

Das Veterinäramt bereitet derzeit eine Schutzzone mit drei Kilometern Kleinradius um den betroffenen Betrieb vor. Darüber hinaus werde eine Überwachungszone von zehn Kilometern Radius angelegt. Aus diesem Gebiet dürfe kein Geflügel hinaus- und hineingebracht werden. Für alle Haltungen bestehe im Großradius die Stallpflicht.

Das Nähere regele eine Allgemeinverfügung, die am 10. November in Kraft treten werde. Darüber werde gesondert informiert.

Das Veterinäramt entnimmt in den kommenden Tagen bei allen Geflügelhaltungen im Bereich der Drei-Kilometer-Schutzzone Proben. Alle Geflügelhalter, die in Hungen Geflügel halten und sich bisher noch nicht bei der Hessischen Tierseuchenkasse oder beim Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfung (HVL) gemeldet haben, sind dringend aufgefordert, die Geflügelhaltungen beim Veterinäramt anzuzeigen.

Dafür gibt es ein Meldeformular unter www.lkgi.de/gesundheit-und- soziales/tiere-und-verbraucher schutz/bekaempfung-von-tier seuchen.

Die Geflügelpest, umgangssprachlich Vogelgrippe , ist eine hochansteckende Tierseuche und wird durch Viren übertragen. Insbesondere Hühner oder Puten erkranken schwer, was zu einem erheblichen Leiden der Tiere und hohen Todesraten führen kann. Sie kann nicht behandelt werden.

Erreger der Geflügelpest sind Influenza-Viren, die grundsätzlich auch auf Menschen übertragen werden können. Insgesamt ist das Risiko laut Robert Koch-Institut bei der aktuellen in Deutschland kursierenden Variante aber als sehr gering einzuschätzen. Gefährdet sind demnach nur Personen mit engem Kontakt zu infiziertem Geflügel.

Im Landkreis Gießen wurde der Erreger zuletzt Anfang des Jahres bei einer in Hungen tot aufgefundenen Wildgans nachgewiesen. Im Kreis Gießen hat es bisher keinen so großen Vogelgrippe-Vorfall gegeben. (red/ww)

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