Gegen vollgelaufene Keller: Hochwasserschutz in Beuern kommt

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BEUERN - (ebp). Gut zweieinhalb Jahre ist es her, dass nach starken Regenfällen die Beuerner Ortsdurchfahrt wegen Hochwassers bis spät in die Nacht gesperrt werden musste und - nicht zum ersten Mal - im Bereich Fünfhausen mehrere Keller vollgelaufen waren. Seit Jahrzehnten wird über den Hochwasserschutz diskutiert, nun ist eine Lösung in der Mache:

Die Zuflüsse des Krebsbachs (von Allertshausen kommend) und des Erlenwiesenbachs (von Geilshausen kommend) werden oberhalb von Fünfhausen getrennt.

Während das Wasser des Krebsbachs weiterhin im bisherigen Bachbett fließen wird, wird der Erlenwiesenbach in den Mönchswiesengraben geleitet, der bislang in der Regel trocken ist und nur bei Starkregen Wasser führt. Die nun erzielte Lösung könne man "beinahe als Jahrhundertereignis" bezeichnen, sagte Bürgermeister Dirk Haas (SPD) mit Blick auf die lange Suche nach einem Hochwasserschutz.

Förderung vom Land

Rund 320 000 Euro inklusive Nebenkosten werden für die Renaturierung des Mönchswiesengrabens fällig. 80 Prozent der Kosten werden über das Landesprogramm "Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz" gefördert. Die Eigenleistung ist auf das Ökopunktekonto der Gemeinde anrechenbar. Durch die Umleitung fließt der Erlenwiesenbach fortan wieder durch sein früheres Bett. Sorgen der Anwohner, dass der Krebsbach künftig in der Ortslage trocken sein könnte, seien unbegründet, betonte Haas. "Der Krebsbach bekommt weiter Wasser."

Aus dem bislang relativ geraden Graben soll ein möglichst naturnah gestalteter Bachlauf werden. Die vorhandenen Weiden werden integriert und stehen künftig im Gewässer. "Das sind wasserliebende Pflanzen, das schadet ihnen nicht", betonte Henning Heinze vom zuständigen Ingenieurbüro Zick-Hessler (Wettenberg). Die Fische werden elektronisch betäubt und umgesetzt, eine fisch- und gewässerökologische Baubegleitung ist notwendig.

Bei Starkregen könne sich das Wasser künftig auf der Fläche im Bereich der Talsohle ausbreiten, ohne Schäden zu hinterlassen. Zusätzlich wird entlang der L 3126 eine Flutmulde angelegt. Einen "hundertprozentigen Hochwasserschutz", gebe es jedoch nicht, betonte Heinze.

Bereits 1997 wurde ein erster Förderantrag gestellt und später auch bewilligt. Doch die angedachte große Lösung mit einem Rückhaltebecken scheiterte, weil die notwendigen Grundstücke nicht angekauft werden konnten. Im vergangenen Jahr stellte die Gemeinde einen erneuten Förderantrag für die nun begonnene kleine Lösung. Hierfür hat die Gemeinde mit 15 Grundstückseigentümern Gespräche geführt und konnte die Flächen - überwiegend Gartengrundstücke - schließlich ankaufen.

Das neue Gewässer wird rund 540 Meter lang. Die für die Maßnahmen notwendige Baustraße wurde mit Metallplatten ausgelegt, eine Bodenverdichtung ist daher nicht notwendig. Rund 1800 Kubikmeter Erde werden laut Heinze bewegt und 160 Tonnen Wasserbausteine verlegt. Außerdem werden Rohre eingebaut, da der Erlenwiesenbach in einem Teilstück unterirdisch verläuft. Spätestens Ende Februar, vor dem Beginn der Brut- und Setzzeit, sollen die Arbeiten erledigt sein - "wahrscheinlich geht es aber schneller, wenn das Wetter mitspielt", so Heinze.

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