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Geld wird eingefärbt und damit wertlos

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Kreis Gießen (red/vb). Großen-Buseck, Steinbach, zweimal Lang-Göns, Hungen - allein seit November vergangenen Jahres hat es im Landkreis Gießen fünf Sprengungen von Geldautomaten gegeben. Je einmal waren die Volksbank Mittelhessen und die Sparkasse Laubach-Hungen betroffen, die Sparkasse Gießen aber gar dreimal kurz hintereinander. Die Vorstände Ilona Roth und Peter Wolf erklären in einer Pressemitteilung, wie die Situation an den betroffenen Standorten aktuell ist und welche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden.

Ein System sorgt im Fall einer Sprengung dafür, dass die Geldscheine eingefärbt und damit wertlos werden.

»Da sind hochkriminelle Täter am Werk, die keine Rücksicht auf ein Menschenleben nehmen«, beklagt Wolf und Roth ergänzt: »Die Brutalität der Täter schockiert uns sehr. Die Bilder von den Tatorten lassen erahnen, mit welcher Wucht die Sprengungen eingeschlagen haben.«

Den Gesamt-Sachschaden will die Sparkasse auf Nachfrage nicht genauer beziffern, es ist von »mehreren Hunderttausend Euro« die Rede. Wie Wolf berichtet, sind die Planungen für den Wiederaufbau der Filialen in Steinbach und Großen-Buseck abgeschlossen. Die Wiedereröffnung wird für Ende Juni erwartet. Langgöns wurde zeitnah provisorisch hergerichtet, so dass Beratungen und Service wieder möglich waren. Doch auch dort stünden weitere Renovierungsarbeiten an.

Bereits seit Anfang Dezember gibt es zwischen 0 und 5 Uhr keinen Zutritt zu den Geldautomaten in den Filialen oder SB-Filialen. Frei zugängliche Automaten sind rund um die Uhr in Betrieb. Wie Roth erläutert, waren aus Sicherheitsgründen einzelne Geldautomaten außer Betrieb genommen worden. Zudem wurde ein Sicherheitsunternehmen mit der Überwachung der Standorte beauftragt.

Das bereits erwähnte Sicherheitssystem, das die Geldscheine einfärbt, sei vor der ersten Sprengung bestellt worden. »Scorpion« ist VdS-zertifiziert. »Da momentan viele Kreditinstitute auf Geldautomatensprengungen reagieren, ist die Nachfrage sehr hoch. Gleichzeitig waren wir von Lieferketten abhängig, so dass wir diese Sicherheitsmaßnahme erst im März abschließen konnten«, erklärt Ilona Roth. Um den Tätern klar zu machen, dass eine Sprengung sinnlos ist, wurden alle Standorte mit Hinweisschildern auf »Scorpion« sowie die Geldautomaten mit Aufklebern versehen.

Und wie funktioniert das System? »Die Geldscheine werden irreversibel eingefärbt und so für die Täter wertlos gemacht. Darüber hinaus wird mit dieser Farbe eine sogenannte künstliche DNA erstellt, mit der exakt identifiziert werden kann, aus welchem Geldautomaten das Geld stammt. Jede Geldkassette hat somit ihren eigenen Fingerabdruck und kann damit zurückverfolgt werden«, berichtet Roth.

Sie und ihr Vorstandskollege sind hoffnungsvoll, dass potenzielle Täter durch das System und die Zugangsbeschränkungen abgeschreckt werden. Eine Gefahrenanalyse soll zeigen, ob die Sparkasse mit den Systemen gut aufgestellt ist. Außerdem prüfe man weitere Schutzmaßnahmen. Wolf und Roth bilanzieren, dass mit den verschiedenen Maßnahmen alles getan worden sei, um die Gebäude und vor allem die Menschen in oder vor den Standorten zu schützen.

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