Gemeindevertretung Buseck: Neumann ist neuer Vorsitzender

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BUSECK - (ebp). Einig war man sich nicht, das Ergebnis der Wahl zum Vorsitzenden in der konstituierenden Sitzung der Busecker Gemeindevertretung fiel dennoch aus, wie erwartet: Eckhard Neumann (CDU) wird künftig die Sitzungen leiten. Der Großen-Busecker wurde in geheimer Wahl gewählt und erhielt 22 Stimmen - genau so viele haben CDU und Freie Wähler (FW) zusammen in dem Gremium.

Die SPD hatte den bisherigen Vorsitzenden Norbert Weigelt nominiert, dessen Kandidatur auch von den Grünen unterstützt wurde. Auf Weigelt entfielen 15 Stimmen, was den Sitzen von SPD und Grünen entspricht.

Roland Kauer (SPD) begründete die Gegenkandidatur: Der Wahlvorschlag der CDU, drittstärkste Fraktion, sei ein "Affront" und entspringe dem "Hochmut, mit dem Sie meinen, über die Köpfe der Minderheit hinweg alle Ihre Entscheidungen durchboxen zu können". Das Vorschlagsrecht für das Amt des Vorsitzenden steht der stärksten Fraktion zu. Nach der Kommunalwahl am 14. März sind das die Freien Wähler, die 35,3 Prozent der Stimmen enthielten. Ein FW-Kandidat erhielte daher "die uneingeschränkte Zustimmung der SPD-Fraktion", sagte Kauer.

Der Oppenröder warf auch die Frage in den Raum, ob die Kandidatur Neumanns dem Willen der Wähler und dem Willen der Gemeindevertreter entspreche: "Oder wollen es eigentlich nur einige, wenige führende Köpfe in Ihren Reihen so?" An Neumann gerichtet sagte er: "Als der große, zusammenführende Kommunikator bist du bisher eher nicht aufgefallen." Sein früherer Schulkamerad wolle nach seiner Einschätzung eher bei Sachthemen seine Meinung sagen, wo er auch mal "poltern" und sich leidenschaftlich einbringen könne.

Neumann könne seine Meinung auch als Vorsitzender der Gemeindevertretung sagen, argumentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Müller - in abgewogener Form, wie es auch Weigelt getan habe. Neumann sei "ein guter Kandidat" mit langjähriger Erfahrung, der auch in kritischen Situationen zusammenführen könne. "Wir machen eine respektvolle Zusammenarbeit nicht davon abhängig, ob unser Kandidat gewählt wird, oder nicht", so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Kauers Wortmeldung sei eine Rede gewesen, "die wachrütteln sollte", sagte FW-Fraktionsvorsitzender Immo Zillinger. Seine Fraktion sei aber bereits vor fünf Jahren "wachgerüttelt" worden: "Wir wissen, was wir tun."

Neumann bedankte sich nach der Wahl "auch bei denen, die mich nicht gewählt haben". Die Demokratie lebe von der Vielfalt und vom Wechsel. "Wir alle sollten respektvoll miteinander umgehen", betonte der neue Vorsitzende. Der erste Schritt sei getan, denn "ein Unruheherd ist schon mal weg, indem man mich gewählt hat."

Er freue sich, auch viele junge Gesichter in der Gemeindevertretung begrüßen zu dürfen und forderte, die Jugendarbeit weiter auszubauen, um auch in Zukunft politischen Nachwuchs zu finden. Auch müsse man die Ortsbeiräte stärker einbinden und die Bürger besser informieren.

Als Neumanns Stellvertreter wurden Uwe Kühn (FW), Markus Spitzner (Grüne) und Roland Kauer (SPD) einstimmig gewählt. Die Ausschüsse werden im Benennungsverfahren gebildet, die Vorschläge lagen zur Sitzung am Donnerstagabend noch nicht vor.

Ebenfalls in geheimer Wahl wurden die künftigen Beigeordneten bestimmt. Zwei Wahlvorschläge gab es hierzu: Der gemeinsame von FW und CDU erhielt 22 Stimmen, der von SPD und Grünen 15. Neuer Erster Beigeordneter ist Alexander Zippel (FW). Wieder zurück im Gemeindevorstand sind Peter Fischbach und Renate Münch (beide FW), die Anfang Oktober 2020 zurückgetreten waren. Die weiteren Beigeordneten sind Kay-Achim Becker und Guido Schemken (beide CDU), Luise Böttcher (Grüne), Christopher Saal und Rudolf Buchtaleck (beide SPD). Auf den Handschlag verzichtete der Gemeindevertretungsvorsitzende angesichts der Corona-Pandemie, stattdessen gab es einen Ellbogenstoß für die gewählten Beigeordneten. Bürgermeister Dirk Haas (SPD) gehört dem Gemeindevorstand qua Amt an.

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