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Gemeinsam im Kampf gegen Corona

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Mobile Teams sind ein Teil der Impfstrategie von Landkreis, DRK und Johannitern. Archivfoto: Landkreis Gießen © Red

Landkreis, Johanniter und DRK setzen weiter auf Zusammenarbeit.

Kreis Gießen . (dge). Seit etwas mehr als zwei Jahren leben wir mit der Pandemie. War »Corona« Ende 2019/Anfang 2020 noch etwas, das weit weg schien, hat Covid 19 seither unseren Alltag bestimmt.

Die Maskenpflicht ist gefallen, die Inzidenzen denken zur Zeit gar nicht dran. Herrschte anfangs noch Verwirrung, wo man sich testen und später, wo man sich impfen lassen kann, so sind diese Dinge mittlerweile doch geregelt, jedem zugänglich.

Im Landkreis Gießen gibt es seit Anfang März 2021 eine Kooperation zwischen Kreisverwaltung, DRK und Johannitern. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen hat seinerzeit erstmals die beiden Organisationen mit kostenlosen Bürgertests beauftragt. War zunächst vorgesehen, diese Vereinbarung bis Ende April dieses Jahres aufrecht zu erhalten, will der Landkreis das Angebot erst einmal fortführen. »Die Beauftragung der Testcenter ergibt sich mittlerweile direkt durch die Testverordnung des Bundes, nur in bestimmten Fällen privater Testcenter bestehen Beauftragungen durch das Gesundheitsamt«, teilte Kreispressesprecher Dirk Wingender auf Nachfrage des Anzeigers mit.

Bürgertests

Die Testverordnung des Bundes, die kostenlose Bürgertests ermöglicht, gelte bis Ende Juni. Mit Blick auf die weiterhin sehr hohen Infektionszahlen gebe es im Augenblick seitens des Landkreises keine Bestrebungen, das Testangebot zu reduzieren.

Und wie sieht es in diesem Zusammenhang mit den Impfangeboten aus? Wird es auch weiterhin Impfcenter, Impfbus, Bürgerhausimpfungen geben? Breite und leicht zugängliche Impfangebote gegen das Coronavirus werden laut Wingender weiterhin notwendig sein. »Der öffentliche Gesundheitsdienst ist dabei neben den niedergelassenen Ärzten ein wichtiger Akteur.« Bund und Land hätten die Finanzierung der Impfangebote bis Ende September zugesagt.

Der Landkreis werde daher in Zusammenarbeit mit DRK und Johannitern auch über April hinaus ein Angebot vorhalten. Dazu gehörten weiterhin das Impfcenter, der Impfbus und mobile Teams mit Vor-Ort-Angeboten. Über den genauen Umfang wolle die Kreisverwaltung noch informieren.

Eine kurze Zwischenbilanz über die Anzahl der Menschen, die bislang die kostenlosen Tests über die Angebote des Landkreises in Anspruch genommen haben, konnte Wingender nur für die Testcenter von DRK und Johannitern, nicht für alle weiteren. »Seit 12. April 2021 - seither wurden die Zahlen erhoben - bis heute erfolgten rund 1,5 Millionen Tests.« Bisher habe der Landkreis Gießen insgesamt 307 369 Impfungen vorgenommen, davon 80 802 Impfungen nach der Schließung des Impfzentrums Heuchelheim und dem Start der Folgeangebote wie Impfambulanz, Impfcenter, Impfbus und dergleichen.

Stehen die Test-/Impfzahlen denn nun auch in Korrespondenz mit steigenden Inzidenzen, ist da ein Trend spürbar?

Die Nachfrage nach Tests sei nicht nur mit steigenden Inzidenzen gestiegen, sondern auch mit der Notwendigkeit von Testnachweisen im öffentlichen Leben, so die Auskunft des Landkreises. Die Impfzahlen stünden weniger mit hohen Inzidenzen in Zusammenhang, »sondern eher mit der zwischenzeitlich begrenzten Verfügbarkeit von Impfstoffen und verschiedenen Abschnitten der Impfkampagne«.

Nachfrage

Eine enorme Nachfrage habe man zu Beginn der Impfkampagne im Anfang 2021 zu verzeichnen gehabt, als wegen der zunächst nur sehr gering zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen nur priorisierte Gruppen geimpft werden konnten. Einen weiteren »Run« habe es im Herbst 2021 durch die kurzfristige Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine dritte Impfung für alle gegeben, durch Lagerregulierungen des Bundes nur begrenzt vorhandenen Impfstoff und gleichzeitig steigende Infektionszahlen zum Beginn des Winters.

Christian Betz (Vorstand DRK Kreisverband Marburg-Gießen) erklärte, dass man das Impfangebot bis 30. September fortführen werde. »In der Masse aber reduziert.« Das Imfpcenter im Neustädter Tor, den Container in der Gießener Innenstadt und auch den Impfbus werde man wie bisher beibehalten. Nur sollen die Bürgerhausimpfungen etwas herunter gefahren werden. »Wir wussten, dass eine Fortführung kommen wird, da Bund und Land das aufrecht erhalten wollten«, so Betz. Beim Personal könne man nun nicht mehr allen Mitarbeitern auch weiterhin einen Vertrag anbieten, aber ansonsten werde man die Vereinbarung mit dem Landkreis fortführen.

Einzig beim Testangebot habe man »gepokert« und darauf gesetzt, dass angesichts hoher Inzidenzen die Testverordnung des Bundes, die eigentlich zum 31. März auslaufen sollte, nun bis 30. Juni verlängert worden sei. So lange werde auch das Testangebot aufrechterhalten.

Marco Müller-Lünzum, (Hauptamtlicher Regionalvorstand der Johanniter) erklärte, dass sich das Prinzip, eine »Task Force«, mit kleinen Einheiten Impfangebote vorzuhalten, bewährt habe. Der Landkreis habe frühzeitig signalisiert, dass er auch über den Zeitpunkt Ende April hinaus Impf- und Testangebote aufrechtzuerhalten. Zunächst einmal habe der Bund bis 30. September verlängert, solange werde man auch im hiesigen Raum das Angebot vorhalten. Schulte-Lünzum betonte, dass der Bedarf in Sachen Impfungen nach wie gegeben sei, leider spigelten die tatsächlichen Impfzahlen das zur Zeit nicht so wieder, »wie wir uns das wünschen.«

Er glaube nicht, dass der Stichtag 30. September endgültig sei, aber das sei letztendlich eine Entscheidung der Politik.

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