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Gemeinsam klimaneutral leben

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Kreis Gießen (red). Wärme- und Stromversorgung dezentral, nachhaltig, bezahlbar und aus erneuerbaren Energien - sechs Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen haben sich zusammengeschlossen, um dieses wichtige Ziel für insgesamt sechs Quartiere zu erreichen.

In einem gemeinsamen Projekt planen sie die »energetische Stadtsanierung« - und profitieren dabei von einem gleichlautenden Förderprogramm der KfW. Der Landkreis Gießen hat den Weg für dieses beispielhafte Modell bereitet. Das Sachgebiet Klimaschutz der Kreisverwaltung übernahm die Antragstellung und begleitet die Partner, heißt es in einer Pressemitteilung.

»Nicht erst die Abkehr von Gasimporten durch den Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie wichtig erneuerbare Energien und eine regionale Energiegewinnung sind«, erklärt Landrätin Anita Schneider. »Die energetische Erneuerung von Quartieren kann hier wichtige Impulse liefern - sei es für Nahwärmeprojekte mit einer Möglichkeit zur Beteiligung von Bürgern oder andere kluge und nachhaltige Initiativen vor Ort. Landkreis und Kommunen können dabei Kompetenzen bündeln und Synergien erzielen.«

Allendorf/Lda., Buseck, Hungen, Langgöns, Lich und Staufenberg haben sich zusammengeschlossen, begleitet vom Klimaschutzteam des Landkreises. Für jede der Kommunen wird nun auf Grundlage des KfW-Programms ein energetisches Quartierskonzept erarbeitet. Weitere Kommunen haben mittlerweile ein Interesse an der Mitarbeit bekundet.

Ziel auch mehr Lebensqualität

Das Projekt habe auch zum Ziel, die Lebensqualität in den Quartieren zu erhöhen und gleichzeitig die Energieversorgung nachhaltig, krisenfest und bezahlbar sicherzustellen. »Es geht dabei auch um den Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Wir wollen notwendige Dinge anstoßen, die allen nützen«, sagte Björn Kühnl, Klimaschutzmanager des Landkreises, während der Auftaktveranstaltung im Kulturzentrum Buseck.

Im August konnte nach der erfolgreichen Antragstellung durch den Landkreis die Projektkoordination vergeben werden. Die Klima- und Energieeffizienz-Agentur Keea GmbH aus Kassel, die gemeinsam mit B.a.u.m. Consult GmbH aus Berlin nach einer Ausschreibung die Aufgabe übernehmen, stellten beim Auftakttreffen nun die nächsten Arbeitsschritte vor, mit denen sie die beteiligten sechs Quartiere »bearbeiten« werden.

Projektleiterin Anna Kroschel (B.a.u.m.) und Projektleiter Armin Raatz (Keea) machten deutlich, dass ein radikaler Umbau der Energieversorgung anstehe, den es in dieser Form noch nicht gegeben habe.

Keine Universallösung

Einen Ausstieg aus den fossilen hin zu krisensicheren Energieträgern sei schnellstmöglich geboten. »Wir kommen nicht mit der Universallösung zu Ihnen, wir möchten mit den Menschen, die hier leben, gemeinsam Lösungen erarbeiten, die für sie funktionieren«, sagte Raatz. Neben Energie und Klimaschutz seien auch die Themen Wohnen im Alter, Altbau-Sanierung, Mobilität, Versorgungssicherheit, soziale Infrastruktur und die Verbesserung der Lebensqualität zu beachten.

Mittlerweile hat das zwölfköpfige Team mit den notwendigen Vorarbeiten begonnen. Bestehende Daten werden zusammengeführt, neue Gebäudedaten objektscharf erfasst, Berichte und Arbeitsprogramme analysiert. Die Datenrecherche der Energieversorgung ist Grundlage für eine Gesamtenergiebilanz einen zentralen Bestandteil. »Dafür wird jedes Gebäude in eine Datenbank aufgenommen, um den derzeitigen Energiebedarf zu ermitteln«, erklärt Matthias Wangelin (Keea), der für die Erhebung zuständig ist.

»Wir hoffen hier auf gute Zusammenarbeit und Zuarbeit mit den Bürgern. Wir werden uns immer wieder direkt an sie wenden, wollen sie kennenlernen, sind für Ideen, Wünsche und konstruktive Kritik dankbar«, sagte Anna Kroschel. Um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, von Beginn an dabei zu sein und die Energiewende in den sechs Kommunen mitzugestalten, soll es im ersten Schritt eine gemeinsame Internetseite geben. Im weiteren Projektverlauf sollen Interessierte am gesamten Prozess partizipieren können.

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