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Geschäftsführer von Licher Brauerei: »Kein Grund zur Sorge«

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Corona und teure Energie drücken die Bilanz. Dennoch fliegt der Licher Eisvogel zuversichtlich in den Sommer. © Kächler

Pandemie und steigende Energiepreise machen auch der heimischen Brauwirtschaft zu schaffen.

Kreis Gießen . (klk). Eisvogel im Sinkflug? Fast 170 Jahre reicht die Brautradition »im Herzen der Natur« nun schon zurück. Kaum eine Kirmes, ein Konzert oder ein Volksfest in der Region ist ohne das heimische Bier denkbar. Doch die Corona-Absagen der vergangenen beiden Jahre machen der Licher Privatbrauerei erheblich zu schaffen.

»Kein Grund zur Sorge«, gibt Licher-Geschäftsführer Holger Pfeiffer Entwarnung. Wie alle regionalen Marken sei auch Licher von den vielen Absagen von Sportveranstaltungen, Events und Vereinsfeiern besonders betroffen, berichtet er im Gespräch mit dem Gießener Anzeiger. Allerdings sei die heimische Braustätte »gut aufgestellt«. Deshalb sehe man dem kommenden Sommer voller Zuversicht entgegen.

Ob es nach den stark gestiegenen Preisen der vergangenen Monate bei Rohstoffen, Verpackungen, Energie und Logistik perspektivisch zu weiter steigenden Kosten infolge des Kriegs in der Ukraine kommt, müsse man abwarten, erklärte Pfeiffer. So hätten sich etwa die Kosten für Transportpaletten schon jetzt innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Am Sponsoring in den Bereichen Sport und Natur halte man natürlich weiterhin fest, betonte der Geschäftsführer. »Wir stehen fest an der Seite unserer Partner. Auch das entspricht unserem Ansatz von Nachhaltigkeit.«

Zuvor hatte Axel Dahm, Sprecher der Geschäftsführung, die Bilanz der Bitburger Braugruppe für das vergangene Jahr bekanntgegeben. Für die Marke Licher nannte er dabei ein Umsatzminus aufgrund der von Corona beeinflussten Entwicklung des Biermarktes. Die Verluste wurden - wie üblich - zwar nicht weiter beziffert, Dahm ließ aber durchblicken, dass Licher Bier »stark betroffen« sei. »Wenn Feste und Aktivitäten zu einem Zeitpunkt X wieder stattfinden können, wird sich das zeitgleich in den steigenden Umsätzen von Licher widerspiegeln«, äußerte sich aber auch Dahm optimistisch. Das zweite von Corona geprägte Jahr habe sich erkennbar auf das Geschäft der Braubranche ausgewirkt. Angesichts dieser Bedingungen zeigte sich der Bitburger Geschäftsführer mit einem gruppenweiten Umsatzrückgang von 2,7 Prozent auf 634 Millionen Euro (2020: 651 Millionen Euro, bereinigt um die 2020 verkaufte Wernesgrüner Brauerei) unter dem Strich zufrieden,

Licher geht jetzt aber erstmal in die Offensive und bringt die beliebten Bier-Spezialitäten »1854« und »Hessenquell« in 0,33-Liter-Euro-Flaschen auf den Markt. Das Naturradler gibt es künftig nicht nur zusätzlich in der 0,5-Liter-Flasche, sondern auch mit einem neugestalteten Etikett.

175 Mitarbeiter

An ihrem Stammsitz in Lich, wo auch für Benediktiner gebraut wird, beschäftigt die Brauerei rund 175 Mitarbeiter. Damit zählt Licher zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Zur Bitburger Braugruppe gehören neben Licher die Marken Bitburger, König Pilsener, Königsbacher, Köstritzer und Nette. Mit der Benediktiner Weißbräu GmbH besteht eine Vertriebspartnerschaft.

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Holger Pfeiffer © Licher

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