Gewerbegebiet Interkom: Erster Spatenstich

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STAUFENBERG/EBSDORFERGRUND - (dge). Die Stadt Staufenberg, die Gemeinde Ebsdorfergrund und die Stadt Marburg haben bei Heskem ein gemeinsames Gewerbegebiet auf den Weg gebracht. Interkom I und Interkom II umfassen rund acht Hektar. Weitere acht Hektar sollen später als Interkom III und IV folgen.

Für den ersten Abschnitt, also Interkom I und II, traf man sich nun zum ersten, symbolische Spatenstich, sollen doch die Erschließungsarbeiten in Kürze beginnen. Die drei Bürgermeister Peter Gefeller (Staufenberg), Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) und Wieland Stötzel, der Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies vertrat, freuten sich, dass der Zuschlag für die Erschließungsarbeiten an zwei heimische Unternehmen gegangen war - und das bei einer europaweiten Ausschreibung. Die Planung liegt in den Händen von Dr. Walter Grohmann (Ingenieurbüro Grohmann GmbH) aus Allendorf/Lda., die Ausführung übernimmt die Firma Fritz Herzog Bauunternehmen AG mit Sitz in Marburg. Mit der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH ist ein weiteres regionales Unternehmen mit im Boot.

Die 2019 eigens gegründete Infrastrukturgesellschaft Interkom GmbH ist für die Entwicklung, Erschließung und Vermarktung des Gewerbegebiets zuständig. Wie deren Geschäftsführer Norbert Mai erklärte, habe man schon etliche Interessenten, auch wenn noch keine Verträge unterschrieben seien. Dazu müsse man das Baulandumlegungsverfahren abwarten, das aber laut Andreas Schulz im Frühsommer dieses Jahres abgeschlossen sein soll. Mit der Fertigstellung der Erschließung rechnet man im ersten Quartal 2022, sodass ab Sommer kommenden Jahres gebaut werden könnte. Sowohl Schulz als auch Peter Gefeller betonten, dass es wichtig sei, Arbeitsplätze dort zu schaffen beziehungsweise zu halten, wo die Menschen wohnten. Dies sei auch ein Beitrag zum Klimaschutz, erspare es doch lange Anfahrten zum Arbeitsplatz.

"Regionales Denken" brachte Wieland Stötzel als weiteren Aspekt ein, im Fall des gemeinsamen Gewerbegebiets setze die Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg "neue Dimensionen". Mit einigen Zahlen wartete Walter Grohmann auf: Rund 2000 Meter Kanal und 1000 Meter Wasserleitungen werden installiert, hinzukommen zwei Regenrückhaltebecken.

Das interkommunale Projekt hat auch in Wiesbaden Aufmerksamkeit gefunden. 75 000 Euro gab es aus dem Fördertopf Interkommunale Zusammenarbeit des hessischen Innenministeriums. Damit wurden die Kosten für die Planung und Koordinierung von Interkom und der zugehörigen Rahmenbedingungen finanziert. Zudem hat das Land Hessen das "Leuchtturmprojekt" mit weiteren 1,5 Millionen Euro bezuschusst. Mit jeweils 25 Prozent sind Marburg und Staufenberg, mit 50 Prozent ist die Gemeinde Ebsdorfergrund beteiligt. Die erwarteten Einnahmen verteilen sich auf 55 Prozent für die Gemeinde Ebsdorfergrund und jeweils 22,5 Prozent für die beiden anderen Kommunen.

Mit rund 8,5 Millionen Kosten rechnet man, zwei Millionen bringen die drei Kommunen ein, der Rest soll über den Abverkauf der Grundstücke finanziert werden. Sicherlich nützlich war da der Landeszuschuss über 1,5 Millionen Euro. Eines steht übrigens schon fest: Es soll kein Logistikunternehmen ins neue Gewerbegebiet kommen.

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