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Pohlheim ist im Bereich der Kitas nicht schlecht aufgestellt. Zukünftiger Bedarf besteht wegen neuer Baugebiete, die kommen sollen. Hier ein Archivfoto des Kindergartens Sonnenschein.

Kita-Jahr 2021/22

»Gewisse Entlastung spürbar«

Fast alle 828 Kita-Plätze in Pohlheim sind belegt. Ein Notstand ist aber im Kita-Jahr 2020/21 nicht auszumachen.

Pohlheim . Wie steht es um die Kindergartenplätze in der Limesstadt? Harte Diskussionen werden in Pohlheim aktuell geführt, weil die neue Stadtregierung von SPD, Grünen und FDP die von der jetzigen Opposition von CDU und FW auf den Weg gebrachte umsetzungsreife Groß-Kita kippte. Die Kita-Lage sei angespannt, die Platznot verschlimmere sich, weil nicht gleich mit dem Bau einer neuen Kita begonnen worden sei. Der aktuelle Pohlheimer Kindergartenbericht, der dem Anzeiger vorliegt, belegt das nicht. Er attestiert aber der Pohlheimer Vorgänger-Regierung von CDU und FW die richtigen Weichen gestellt zu haben. Es wurde in den Alt-Einrichtungen der Ausbau betrieben und Genehmigungen für die Betreuung unter Dreijähriger eingeholt.

In acht Tageseinrichtungen, sechs davon betreibt die Stadt, stehen aktuell Plätze für 828 Kinder vom zehnten Lebensmonat bis hin zum Schuleintritt zur Verfügung. Lediglich in der neunten Kita, dem Waldkindergarten Rocky Hill, den die Lebenshilfe mit zwei weiteren Kitas in Watzenborn-Steinberg und Garbenteich leitet, sind nur über Dreijährige zugelassen. Grundsätzlich sind die Pohlheimer Kindergärten von 7 bis 17 Uhr geöffnet (Ausnahme Wald-Kita 7.15 Uhr).

Der Kindergarten im zweitgrößten Stadtteil Garbenteich weist mit seinem oberen und unteren Teil die größte Kapazität mit 128 Plätzen auf. 112 Kinder werden jeweils in der Germaniastraße im größten Stadtteil Watzenborn-Steinberg und im Fortweg in der Kita Farbenfroh betreut. Die kleinste Kita findet sich in Dorf-Güll. Hier können 62 Kinder aufgenommen werden.

Einzelintegrationen, die Betreuung von gehandicapten Kindern, gibt es 26 in allen Kitas, wobei Garbenteich mit elf Fällen heraussticht. Alle Zahlen im Bericht sind aus dem September 2021. Verantwortlich für das 18-seitige Werk zeichnet Ralf Landgraf.

Wie sah die Situation vor vier Monaten in den drei Kitas im Kernort inklusive Gesamtbetrachtung des Kita-Jahres bis Ende Juli 2022 aus? Die Kita Sonnenschein in der Kirchstraße in Watzenborn-Steinberg wird im Laufe des Kindergartenjahres voll belegt sein. Sechs Kinder über drei Jahre können hier aus Kapazitätsgründen nicht aufgenommen werden. Darunter sind fünf Kinder, deren Eltern auf einen freien Platz in der Kita warten wollen.

In der Germaniastraße in Watzenborn-Steinberg, einem Lebenshilfekindergarten, ist die U3-Betreuung stark gefragt. 13 Kinder können hier nicht aufgenommen werden, aber auch vier Ü3-Sprösslinge müssen auf einen Betreuungsplatz warten. Die Wald-Kita Rocky Hill, die nur bis 14 Uhr geöffnet ist, wird im Laufe des Kindergartenjahres voll belegt sein. Es gibt gelegentliche Anfragen nach längeren Öffnungszeiten. Die Einrichtung im Fortweg, die Kita Farbenfroh, zeigt ebenfalls Vollauslastung im Laufe des Kindergartenjahres an. Sechs Eltern wollen auf die Aufnahme ihrer Kinder warten. Darunter sind drei Kinder unter zwei Jahre.

Im Stadtteil Watzenborn-Steinberg gibt es zudem acht Tagespflegepersonen, die 34 Plätze anbieten, die alle voll belegt sind.

In der Lebenshilfe-Kita in Garbenteich fehlen 13 Ü3-Plätze, elf Eltern wollen allerdings warten, bis eine Möglichkeit auf Betreuung dort besteht. Zwei Eltern wünschten Alternativen. Drei Tagespflegepersonen kümmern sich um 15 Kinder. Die Kapazität ist damit ausgeschöpft. Ebenso wie die der Kita Kunterbunt in Dorf-Gül l.

Drei Eltern wünschen im kleinsten Pohlheimer Stadtteil eine Betreuung unter zwei Jahren, wollen aber auf einen Platz warten. Ein Ü3-Kind kann nicht untergebracht werden. Es steht eine Tagespflegeperson zur Verfügung, die fünf Kinder betreuen kann. Ein Platz war noch im September frei.

In der Rappelkiste in Holzheim waren sogar noch drei Plätze für Ü3-Sprösslinge zu bekommen. Eltern warten auf Aufnahme von drei Kindern im Bereich U3/2. Von einer Kinderfrau werden zwei Plätze, die belegt sind, angeboten.

In Grüningen konnten im September sogar noch zehn über dreijährige Sprösslinge aufgenommen werden. Drei Eltern warten auf U3-Plätze und bei drei Eltern war nicht klar, ob sie abwarten wollen oder Alternativen im U2-Bereich in Anspruch nehmen werden. Durch Umbaumaßnahmen sei es jedenfalls gelungen, hier zusätzliche Platzkapazitäten zu schaffen, schreibt Sachbearbeiter Landgraf. Eine fünfte Gruppe konnte eingerichtet werden. Eine Tagespflegeperson findet sich im Stadtteil, die fünf Betreuungsplätze anbietet. Ihre Kapazität ist ausgeschöpft. Die Kita Wunderland im nördlichen Stadtteil Hausen konnte im September noch acht Kinder aufnehmen. Es ist hier zu erwarten, dass bis Ende Juli auch hier die Kapazitätsgrenze erreicht wird.

Nach Notstand im Kita-Bereich sieht der Bericht nicht aus, aber nach zukünftigem Bedarf, gerade vor dem Hintergrund, dass neue Baugebiete in Hausen und Garbenteich entstehen sollen.

Landgraf stellt jedenfalls fest, dass die abgeschlossenen Baumaßnahmen noch unter Bürgermeister Udo Schöffmann in Watzenborn-Steinberg, Grüningen und Hausen die Platzsituation verbesserten.

Gerade in Watzenborn-Steinberg sei bereits eine gewisse Entlastung zu verspüren, die sich im Jahr 2023 fortsetzen sollte. Trotzdem konnten nicht alle Kinder, deren Eltern eine Wunsch-Kita genannt hatten, untergebracht werden. Alternative Vorschläge seien allerdings oft nicht wahrgenommen worden. Man warte lieber.

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