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Gießener siegt in »Gruppe Marburg«

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Der spätere Sieger Zafi, Chantal und Kurt sowie Rainer und Amira (v. l.) aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf kochten in dieser Woche beim »Perfekten Dinner« um den Titel. © RTL/ITV Studios Germany

Drei Teilnehmer aus dem Landkreis Gießen kochten um den Sieg beim »Perfekten Dinner«. Kurios: Obwohl nur zwei Teilnehmer aus Marburg-Biedenkopf dabei waren, hieß die Gruppe »Marburg«.

Kreis Gießen. (fley). Der Name, den die Produktionsfirma ITV Studios Germany ausgewählt hat, sorgt auch bei drei der fünf Teilnehmer für ein Schmunzeln. »Aber wir sind doch drei Leute aus dem Landkreis Gießen, wir sind in der Überzahl«, sagt Kurt Schreiber aus Annerod. Er und zwei Mitbewerber aus dem Landkreis Gießen sowie zwei Teilnehmer aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf stritten sich um die Krone der »Gruppe Marburg« bei der Kochshow »Das perfekte Dinner«. Neben Schreiber waren noch Chantal Gutknecht aus Odenhausen/Lda. und Zafi Yesilgöz aus Gießen mit von der Partie. Gestern Abend dann das Ergebnis: Der Gießener hat sich mit 33 Punkten durchgesetzt, obwohl bei seiner Reise durch die orientalisch-israelische Genusswelt nicht alles glattging.

»Ich schaue die Sendung wirklich gerne und habe dann gesehen, dass Marburg dran ist. So habe ich mich beworben«, erzählt der 39-jährige Gewinner, der sich über 3000 Euro freuen kann. Er hatte bei vorherigen Sendungen die klassischen Gerichte gesehen und wollte kulinarisch in anderen Welten unterwegs sein. »Ich wollte etwas Israelisch-Orientalisches kreieren und das ist mir dann auch gelungen.«

Kunterbunter Teller als Hauptgang

So zauberte der Agenturleiter aus Gießen zunächst eine Auberginensuppe mit Simit und Labneh, bevor im Hauptgang ein kunterbunter Teller mit Kichererbsen, Hack, Paprika, Rüben, Tomaten, Biber und Salat auf dem Programm stand. Abgerundet wurde Yesilgözs Menü durch Malabi und Revani.

»Das klingt für manche etwas fremd, aber ich hatte Spaß dabei. Man isst ja auch nicht jeden Tag ein Drei-Gänge-Menü und es war eben mal etwas Ungewöhnliches«, schildert der 39-jährige. Von seinem Umfeld erhielt er größtenteils positive Rückmeldungen. »Meine Freunde und meine Familie fanden das alles klasse und haben sich sehr gefreut. Es hat Spaß gemacht, aber ehrlich gesagt, es war auch brutal anstrengend.« Nervös sei er nur am ersten Tag gewesen, spätestens an Tag zwei habe er die Kameras nicht mehr wahrgenommen. Die Stimmung in der Gruppe empfand Yesilgöz zuweilen als etwas anstrengend. »Mit den Mitstreiterinnen habe ich mich gut verstanden, mit den beiden Männern eher weniger.«

»Ich koche gerne und wollte das unter Beweis stellen. Ich hatte mich vor vier Jahren schon beworben und wurde dann jetzt gefragt, ob ich immer noch mitmachen möchte. Für mich war das eine persönliche Herausforderung«, sagt Chantal Gutknecht über ihren Einstieg in die Sendung. Die 37-Jährige aus Odenhausen/Lda. machte sich zu Beginn des Kochabenteuers eher banalere Gedanken. »Mir ging es in der Woche zuvor gar nicht darum, was ich koche. Mir ging es darum, wie ich dekoriere und wie ich schmücken soll«, schildert die Sachbearbeiterin lachend.

Die Gerichte, die sie später ihren vier Mitstreitern präsentierte, hatte sie zuvor von Freunden testen lassen. Gutknechts Menü begann mit einem gratinierten Zicklein mit Grünzeug und Brot, gefolgt von selbst gemachten Ravioli mit Boeuf Stroganoff. »Ich bin total die Nudeltante, deswegen musste da Ravioli mit rein. Und ich liebe Panna Cotta, deswegen habe ich eine Nachspeise gemacht, mit der ich mich identifizieren kann«, berichtet die 37-Jährige. Heraus kam »Sahne-Klimbim verweilt zusammen mit angeheiterten Kirschen im Tonkabohnen-Bad«. Klingt kulinarisch, kam auch gut an. »Bei Freunden gab es dafür viel Lob. Viele hatten Respekt vor meinem Mut, bei der Show mitzumachen. Ich würde es noch mal machen, es war eine tolle Woche und eine tolle Erfahrung«, erklärt die Odenhäuserin.

»Schlappmaul« sollte sich beweisen

Eine interessante Woche hatte auch Kurt Schreiber, die er ohne sein »Schlappmaul« vermutlich nicht gehabt hätte, wie er sagt. »Ich neige zu einer großen Klappe und kritisiere viel vom Sofa aus. Meine Frau und ich schauen die Sendung seit vielen Jahren regelmäßig. Da meinte meine Frau: ›Ja komm, dann mach mal‹.« Gesagt, getan.

»Man lernt vier Menschen kennen, die ganz unterschiedliche Ansätze beim Kochen haben«, berichtet Schreiber. Die Kamera habe er ganz schnell nicht mehr wahrgenommen, mit jedem Tag sei er lockerer geworden. »Ich habe nur meine PS nicht auf die Straße gebracht und wurde beim Kochen nervös und fahrig. Es ist eben ein Unterschied zwischen einem Wettbewerb oder ob ich für vier Freunde koche«, sagt der Anneröder.

Als Vorspeise wählte der 63-Jährige eine Forellenmousse, gefolgt von Lamm im Kräutermantel und Wintergemüse. Den Abschluss bildete Ziegenkäse gerollt in gerösteten Haselnüssen mit Proseccobirnen. »Ich habe mich mit den Garzeiten beim Lamm verschätzt und bin aus dem Tritt gekommen«, ärgert er sich auch im Nachhinein.

Die Teilnehmer aus dem Landkreis Gießen habe er während der gemeinsamen Zeit schätzen gelernt. »Chantal und Zafi haben das Herz am rechten Fleck. Der Austausch zwischen uns dreien wird auch künftig da sein, da bin ich mir sicher.«

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