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Glascontainer werden zu Müllplätzen

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Von: Frank-Oliver Docter

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Dieses Bild bot sich vor Kurzem rund um die Glascontainer in der Straße »Auf der Höll« in Wißmar, inklusive dazugestelltem Elektroschrott. Foto: Hundertmark © Hundertmark

Wie der Landkreis Gießen und die mit der Entleerung der Container beauftragte Firma mit diesem Problem umgehen, das immer weiter um sich greift.

Kreis Gießen / Wettenberg . Aus den überfüllten Glascontainern quillen bereits die leeren Flaschen. Also haben Zeitgenossen - die sich offenbar für besonders schlau halten oder schlicht nur zu faul sind - einfach ihr mitgebrachtes Leergut auf den großen Behältnissen und drumherum verteilt, um es nicht wieder mit nach Hause nehmen oder sich einen anderen Container suchen zu müssen. Mit der Zeit ist dann auch noch Elektroschott in verschiedenen Größen, bis hin zu einer ausrangierten Waschmaschine, hinzugekommen. Nicht zu vergessen anderer Sondermüll, der an dieser Stelle genauso wenig etwas zu suchen hat wie die über den Boden verteilten Glasscherben. Dieses unschöne Bild bot sich bis vor Kurzem rund um die Glascontainer in der Straße »Auf der Höll« im Wettenberger Ortsteil Wißmar.

Verletzungsgefahr

Dieses Beispiel steht stellvertretend für viele andere Abgabeorte dieser Art. Denn auf diese Weise seinen Unrat loszuwerden, ohne dafür etwas zu bezahlen, hat sich landauf, landab zu einer richtigen Unsitte entwickelt. Der Anzeiger hat beim Landkreis Gießen und der mit der Entleerung beauftragten Firma nachgefragt, wie man dort jeweils mit diesem immer größer werdenden Problem umgeht.

Denn schließlich geht es hier auch um Umweltschutz und darum, keine Orte innerhalb von Ortschaften entstehen zu lassen, die womöglich ganze Scharen von Ratten und anderem Getier anlocken oder wo sich etwa Kinder und Haustiere an Scherben verletzen.

Seitens des Landkreises lässt Nadine Jung von der dortigen Pressestelle wissen, dass die Entleerung der Glascontainer nicht über die kreiseigene Abfallwirtschaft erfolgt, sondern über die jeweiligen Dualen Systeme. Dem Landkreis sei hierfür ursprünglich die Duale System PreZero Dual GmbH zugelost worden, die ausschreibt, welches Unternehmen sich um die Glascontainer kümmert. Aktuell ist das die Firma Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co. KG, die ihren Hauptsitz in Wiesbaden hat und für die Entleerung aller Glascontainer in den 17 Kreiskommunen zuständig ist. Jedoch nicht in der Stadt Gießen, wo diese Aufgabe das Stadtreinigungs- und Fuhramt übernimmt.

»Selbstverständlich ist uns die derzeitige Situation bekannt«, beginnt Nadine Kuhnigk, Leitung Unternehmenskommunikation und Marketing bei Knettenbrech + Gurdulic, ihre Antwortmail. Die mittlerweile in Wißmar bereinigte Situation »resultiert aus mehreren Krankheitsfällen innerhalb der durchführenden Gesellschaft«, teilt sie mit. Bis Ende vergangener Woche wollte das Unternehmen »sämtliche noch nicht angefahrenen und befüllten Glascontainer mit zusätzlichen Fahrzeugen und doppelter Mannschaftsstärke« geleert haben.

Keine Kontrollen

Wer nun allerdings glaubt, die Firma würde selbst durch ihre Mitarbeiter regelmäßig nachschauen, ob an den Containern in den 17 Kreiskommunen alles in Ordnung ist, der irrt sich. »Kontrollfahrten sind nicht Bestandteil unseres Vertrages mit den Dualen Systemen«, betont die Pressesprecherin. Außerdem seien Beistellungen wie Elektroschrott oder Sondermüll durch den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zu beheben. Damit meint sie die Abfallwirtschaft des Landkreises, der in der Lahnstraße in Gießen auch sein Abfallwirtschaftszentrum betreibt, wo Privatleute, Gewerbetreibende und Kommunen E-Schrott und Müll, der einer gesonderten Behandlung bedarf, abgeben können.

»Unsere Aufgabe ist die Abfuhr von Altglas. Weitere illegale Ablagerungen fallen nicht in unseren Bereich«, bekräftigt die Sprecherin. Und ergänzt, dass das Ziel der Firma »eine einwandfreie Entsorgung ist, mit der alle Bürgerinnen und Bürger zufrieden sind«. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, denn Knettenbrech + Gurdulic habe sich erneut um die Entleerung der Glascontainer beworben und »diesen Auftrag wieder erhalten«.

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