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Gottesdienst in drei Sprachen

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Die Besucher brachten die brennenden Teelichter zurück zum Altar. © Schütt-Frank

In der Flensunger Kirche fand ein besonderer Ostergottesdienst statt. Mitgestaltet wurde er von einem Ukrainer, Armenierinnen, einer Übersetzerin und Mücker Gästen.

Mücke (ja). Pfarrerin Verena Reeh hatte alles richtig gemacht. Sie lud zu einem Ostergottesdienst ein, mitgestaltet von einem Ukrainer, Armenierinnen, einer Übersetzerin und Mücker Gästen.

Während die westliche Christenheit bei der Berechnung des Osterdatums vom gregorianischen Kalender ausgeht, wird für das orthodoxe Osterfest der julianische Kalender zugrunde gelegt. Da dieser dem gregorianischen Kalender um 13 Tage nachfolgt, findet das orthodoxe Ostern zumeist später als unser Osterfest statt. Bei der Berechnung des genauen Datums ist außerdem der Mondkalender zu berücksichtigen, sodass es in seltenen Fällen auch zu einer Überschneidung beider Daten kommen kann. Mit dem Anbruch des Ostersonntages findet die traditionell 40 Tage währende Fastenzeit ein Ende. Um den Geflüchteten mit dem Fest der Freude und der Auferstehung ein Stück Hoffnung zu geben, hatten der Kirchenvorstand und die Pfarrerin die Idee zu dem Gottesdienst.

Einladend war das Gottesdienstblatt gestaltet, gehalten in ukrainischer, russischer und deutscher Schrift. Elvira Kolegev aus Flensungen unterstützte die Pfarrerin als Übersetzerin in die russische Sprache. Die Lesung wurde von Aleksandr Hirnyk auf Ukrainisch vorgetragen. Die drei Schwestern Susanne, Naira und Marina Mirsojan, die aus Armenien stammen, wohnen auch aktuell in der Mücker Flüchtlingsunterkunft. Sie bereicherten den Gottesdienst mit drei Liedern. Für die Beteiligten am Gottesdienst und für die Gäste war es etwas Besonderes, die vielen Sprachen nebeneinander zu erleben. Das Vaterunser wurde gemeinsam gesprochen, jedoch von jedem in seiner Muttersprache.

Von der Osterkerze wurde das Licht weitergereicht, denn jeder Kirchenbesucher hatte eingangs auch ein Teelicht erhalten. Später konnten dann die brennenden Teelichter wieder zum Altar gebracht werden, verbunden mit den Nöten und Sorgen der Menschen.

»Jesus ist auferstanden und das macht das Leben hell«, das dritte Lied der Schwestern, war ein sehr fröhliches und für alle gesungenen Lieder bekamen sie großen Applaus.

An der Orgel begleitete Rahel Müller das gemeinsam gesungene »Kyrie eleison« nach einer Melodie, die auch bei uns gut bekannt ist, aber aus der Ukraine stammt. Auch mit dem Eingangsstück stimmte die Organistin auf den feierlichen Gottesdienst ein und nach dem Segen begleitete ihre Musik die Besucher in den Samstagabend.

Reeh erteilte den Segen und wünschte vor allen Dingen »Frieden in der Ukraine«.

Obligatorisch während der Osterfeiertage ist das Backen des traditionellen Osterkuchens »Kulitsch«, der dann an Angehörige und Bekannte verschenkt wird und auf jeder Ostertafel zu finden ist. Eine weitere traditionelle kulinarische Spezialität stellt der pyramidenförmige Quarkkuchen namens »Pascha« dar. (ja)

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