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Gretchenfrage: Investor oder Privatleute?

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Rabenau (zye). Wer soll sich im möglichen Baugebiet »Im Bornfeld« ansiedeln und welche Bedingungen soll es geben? Das waren die großen Fragen zu Vermarktung und Erschließung, die in der Rabenauer Gemeindevertretung diskutiert wurden.

Konkret geht es hier um eine Ackerfläche im Westen von Allertshausen, nördlich der Allendorfer Straße. Drei Interessenten gäbe es derzeit, die das Gebiet erschließen möchten, informierte Bürgermeister Florian Langecker. Deren Angebote seien aber derzeit noch nicht vergleichbar, weil Informationen wie »Schaffens- und Infrastrukturbeiträge und Verkaufspreise« noch nicht genannt wurden. Der Vorschlag des Rathauschefs lautete, zunächst einen Grundsatzbeschluss zu fassen, ob das Gebiet von einem Privatinvestor erschlossen werden soll. Falls ja, solle man den Interessenten Vorgaben im städtebaulichen Vertrag zu Beiträgen und Quadratmeterpreisen setzen. Die Erschließung von privaten Interessenten sei auch angedacht, jedoch wäre das mit einem hohen finanziellen Risiko für jene verbunden gewesen, so Langecker. Während die Freien Wähler klar Bedarf für Erweiterungsflächen in der Rabenau sehen und offen für Investoren seien, äußerten die Grünen Bedenken, wenn es darum geht, die Flächen auch an Nicht-Einheimische zu vergeben.

»Immer weniger Platz«

»Es ist ein kleines Baugebiet mit acht Bauplätzen und wir haben immer weniger Platz, den wir unseren eigenen Bürgern zu Verfügung stellen können«, gab Karl-Heinz Till, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, zu Bedenken. Till plädierte dafür, dass die Gemeinde das Gebiet nach und nach selbst erschließt. Andere Baugebiete in der Rabenau seien bereits an Investoren vergeben worden.

Allertshausens Ortsvorsteher Egon Kellermann (CDU) wunderte sich zusammen mit der CDU-Fraktion darüber, warum Bestrebungen, das Gebiet zu vermarkten, erst so spät umgesetzt würden. »Im September gab es bereits Gespräche in Allertshausen mit Investoren. In der Zwischenzeit muss geschlafen worden sein, weil man danach nichts mehr gehört hat«, kritisierte das ehemalige Mitglied der Gemeindevertretung. Langecker sprach ein Interessensbekundungsverfahren an, das Zeit in Anspruch nahm, aber dann dazu führte, dass es weitere Interessenten neben dem Industrie- und Wohnungsbauer »Faber und Schnepp« gäbe. »Das ist auf der einen Seite für Verhandlungen gut, auf der anderen Seite hat es die Sache eben verzögert«, so Langecker.

Einstimmig war man am Ende dafür, den Gemeindevorstand zu beauftragen, den für die Gemeinde wirtschaftlichsten Investor zu ermitteln und mit diesem einen Entwurf für einen städtebaulichen Vertrag vorzubereiten. Dieser Entwurf soll dann in den zuständigen Gremien vorgelegt werde

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