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Große Solidarität mit der Ukraine im Landkreis

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In Fellingshausen packten die Kinder der Kita »Fuchsbau« zusammen mit ihren Erzieherinnen und Eltern an, um die Spenden für den Transport in Kisten zu verpackten. © Hartmann

Die riesige Hilfsbereitschaft macht Mut. Verschiedene Vereine, Initiativen, Kirchengemeinden und Privatpersonen sammeln Spenden für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine.

Kreis Gießen (lth). Täglich neue Meldungen und Bilder aus der Ukraine von Detonationen, Raketenangriffen, zerstörten Häuserblocks, Toten und Verletzten sowie Tausenden von Menschen auf der Flucht erschüttern. Was jedoch Mut macht, ist die riesige Hilfsbereitschaft und Solidarität. Dies zeigt sich durch zahlreiche Mahnwachen, aber auch dadurch, dass verschiedene Vereine, Initiativen, Kirchengemeinden und Privatpersonen Spenden für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine sammeln.

Die Laubacher Initiative um Dr. Janina Braune-Diepolder und die Organisation »Laubach Hilft!« um den Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn wollen »einen kleinen Beitrag zur Hilfe leisten und ein Zeichen für Solidarität setzen«, so die Initiatoren. Kurzerhand ist so aus einem Gespräch eine Sammelaktion mehrerer Familien in Laubach und Lorsbach entstanden. Die Spendenbereitschaft ist seit Tagen riesengroß. »Jeder möchte seinen Beitrag leisten«, bestätigt Kühn. In enger Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk »Global Aid International« (GAiN) mit Sitz in Gießen werden am heutigen 4. März zwischen 15.30 und 17.30 Uhr an der Sammelstelle in Laubach auf dem Parkplatz am Alten Bahnhof die ersten Spenden zusammengetragen.

Hygieneartikel werden benötigt

Unterstützer werden gebeten zu bedenken, dass vornehmlich ältere Menschen und Frauen mit Kindern auf der Flucht sind, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht mehr verlassen dürfen. In die Pakete sollten folgende Artikel gepackt werden: Duschgel und Shampoo, Seifenstücke, ein bis zwei kleine Handtücher (gewaschen), Zahnpasta und Zahnbürste (für Kinder und Erwachsene), Deo, FFP2-Masken und medizinische Masken (für Kinder und Erwachsene), Hygieneprodukte für Frauen.

Bereits am frühen Dienstagmorgen startete ein Lkw-Transport in Richtung polnische Grenze. Mit an Bord waren Hilfspakete aus Wißmar und Umgebung. Die katholische Kirchengemeinde St. Anna hatte zur kurzfristigen Hilfe für die Ukraine aufgerufen. Gespendet wurden vor allem Medikamente, Verbandsmaterial, Windeln, Decken sowie haltbare Lebensmittel. »Die Bereitschaft war unglaublich. Viele waren froh, dass ihnen die Möglichkeit der Spendenabgabe geboten wurde«, erklärt die Pastoralreferentin in Wißmar, Judith Borg. Pastoralassistentin Diana Shimoail hatte über eine Organisation in Wiesbaden einen direkten Kontakt in die Ukraine hergestellt, so dass die Spenden dort ankommen, wo sie am meisten benötigt werden. Auch weiterhin werden Spenden bei der katholischen Kirche in Wißmar, Auf der Berglach 4, gesammelt. Die Pakete können im hinteren Bereich der Kirche abgestellt werden. Die Kirchentür steht offen.

Eine Sonderschicht legten am Dienstag die Mitarbeiter der Bäckerei und Schloss-Café Lukasch in Grünberg ein. Hergestellt wurden Müsliriegel und Brot, die auf direktem Weg in die Ukraine geschickt wurden.

Bei den Nachwuchs-Fußballerinnen der TSG Reiskirchen wurden kisten- und tütenweise Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs abgegeben. Die Eltern einer Spielerin organisierten die Aktion, so dass am Mittwoch zwölf Kleintransporter, allesamt vollgeladen mit Spenden, am Zielort Gora in Polen ankamen. Im riesigen Sammellager vor Ort wird nun die Weiterverteilung geregelt.

Die Kindertagesstätte »Fuchsbau« sowie die evangelische Kirchengemeinde Fellingshausen beteiligte sich ebenfalls an der von »GAiN« ins Leben gerufenen Spendenaktion. »Wir sind auf die Aktion aufmerksam geworden und wollten uns unbedingt beteiligen. Also haben wir einen Aufruf gestartet und sind auf viel Hilfsbereitschaft bei Familien und Erzieherinnen gestoßen«, berichtet die Kita-Leiterin Petra Haus. Kinder, Erzieherinnen und Eltern füllten Kisten mit Spenden für den Transport. Mit den Kindern wurden auf behutsame Weise die Themen Krieg und Not angesprochen.

Auch der Kreisverband der Jungen Union ruft zu Spenden für die Ukraine auf. »Wir alle müssen leidvoll mit ansehen, dass ein souveräner Staat in Europa durch den russischen Diktator militärisch ohne jedwede Rechtfertigung angegriffen wird. Um der Bevölkerung zu helfen, rufen wir alle Bürger dazu auf, mit Sach- beziehungsweise Geldspenden zu helfen«, erklärt Vorsitzende Kathrin Schmidt. Benötigt werden vorwiegend Hygieneartikel, die in einem stabilen Karton verpackt werden müssen. Beschriftet werden sollte dieser am besten mit einem Edding oder Filzstift/Kugelschreiber mit Inhaltsangabe. Die Kartons sollen in der CDU-Kreisgeschäftsstelle im Spenerweg 8 in Gießen abgegeben werden, ergänzt Mit-Initiator und Stellvertretender Kreisvorsitzende Julius Homberger.

Neben Sachspenden können alternativ oder auch zusätzlich Geldspenden auf das Konto des JU Kreisverbandes Gießen mit der Iban DE68 5139 0000 0000 8960 04 überwiesen werden. Mit dem Geld sollen vorwiegend weitere Hygieneartikel gekauft werden. »Schon kleine Beiträge helfen«, fügt Geschäftsführer Maximilian Roth hinzu.

Ergänzend weist die JU noch einmal auf die am Samstag, 5. März, ab 15 Uhr am Berliner Platz in Gießen gemeinsam mit allen weiteren demokratischen politischen Jugendorganisationen stattfindende Demonstration zur Solidarität mit der Ukraine hin.

Laubach: Ansprechpartner bei Fragen sind Laubachs Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn per E-Mail an j.kuehn@laubach-online.de oder unter 0175/1655199 und Dr. Janina Braune-Diepolder per E-Mail an j.braune-diepolder@posteo.de oder unter 0176/57862427.

Gießen: Informationen zu Sammelstellen, die mit »GAiN« in Gießen zusammenarbeiten, gibt es unter 0641/97518-50.

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