Hessen Mobil: Lich hätte agieren müssen

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KREIS GIESSEN - (ija). Hessens Straßenmanager mit Standort Marburg sind die allumfassenden Verkehrsexperten, wenn es um Bundes-, Landes- und Kreisstraßen geht. Das meint man. Lichs Bürgermeister Julien Neubert, der daher auf Hilfe von dieser Seite gehofft hatte, fühlt sich von der Behörde im Stich gelassen, denn der Verkehr von Wayfair, einem E-Commerce-Unternehmen für Möbel und andere Heimwaren, wird beträchtlich sein.

Sonja Lecher, Pressesprecherin von Hessen Mobil, antwortet auf die Kritik des Licher Stadtoberhauptes und klärt dazu zunächst die Verantwortlichkeiten. "Grundsätzliches zur Aufgabenverteilung: Das Thema Verkehrslenkung ist Aufgabe der Straßenverkehrsbehörde. Das ist die Stadt Lich in ihrem Stadtgebiet für die kommunalen Straßen, die Kreis- und die Landesstraßen. Der Landkreis Gießen für Bundesstraßen. Es ist nicht die Aufgabe von Hessen Mobil als Straßenbaubehörde." Bereits im vergangenen Jahr habe Hessen Mobil Beschilderungsvarianten ausgearbeitet und diese der Stadt Lich zur Verfügung gestellt. Anfang dieses Jahres sei es zu einer Rückmeldung der Stadt diesbezüglich gekommen. Die ausgearbeiteten Beschilderungspläne seien daraufhin der Verkehrskommission, bestehend aus den beiden Verkehrsbehörden der Stadt und dem Landkreis Gießen sowie dem regionalen Verkehrsdienst, zur Verfügung gestellt worden.

Es folgten weitere Abstimmungstermine mit den zuvor genannten Behörden, der Stadt Hungen und teilweise auch der Stadt Gießen unter Federführung des Landkreises Gießen zur Verkehrslenkung zum neuen Gewerbegebiet Langsdorfer Höhe. Schwerpunkt sei die Ausschilderung des Gewerbegebietes von und zu den beiden Autobahnen A 5 und A 45. Hessen Mobil sei hierbei mit konstruktiven Ideen immer beteiligt gewesen, unter anderem mit dem Vorschlag einer Beschilderung für Lkw an der L 3053, um "Schleichverkehre" über die K 166 und Birklar zu unterbinden.

Die betroffenen Kommunen Lich, Hungen und Wölfersheim seien gebeten worden, vor Eröffnung des Logistikzentrums Verkehrsmengen auf den zuführenden Straßen der B 489 (Utphe, Inheiden und Berstadt) beziehungsweis L 3053 (Licher Ortsdurchfahrt) zu erfassen, um eine eventuelle Veränderung der Verkehrsmengen auf den betroffenen Straßen rechtzeitig zu erkennen und auch anhand von Zahlen zu belegen.

Aktuell sei vereinbart, die bestehende Beschilderungslogik vorerst weitestgehend beizubehalten, bis ausreichend Erfahrungen zu den Fahrbewegungen aus dem Realbetrieb des Logistikzentrums gesammelt sind, um anschließend die Beschilderung anpassen zu können. Im Zuge einer solchen verkehrsbehördlichen Entscheidungsfindung sind generell verschiedene Behörden bzw. Kommunen zu beteiligen, vor allem wenn diese Entscheidungen über Gemeindegrenzen hinausgehen - wie dies bei dem Logistikzentrum Lich der Fall ist.

Hessen Mobil hat als Vertreter des Straßenbaulastträgers viele Varianten ausgearbeitet und positive Anregungen in die Gespräche mit eingebracht.

"Zu der Kritik, dass Hessen Mobil zu spät auf die überörtliche Verkehrslenkung hingewiesen hat, möchten wir darauf hinweisen, dass es federführend die Aufgabe des Veranlassers - in diesem Fall die Kommune - ist, eine Lösung für diese Problematik zu erarbeiten. Selbstverständlich mit fachlicher Unterstützung durch Hessen Mobil als Straßenbaubehörde sowie den beteiligten Straßenverkehrsbehörden und der Polizei - wie dies ja auch geschehen ist."

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