Heuchelheim: Plus von 400 000 Euro

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HEUCHELHEIM - (jem). Knapp drei Minuten - länger brauchte Heuchelheims Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) am Dienstagabend nicht, um den Haushalt 2021 einzubringen. Die Corona-bedingte Kurzfassung machte deutlich, dass die Pandemie der Gemeinde zwar erhebliche Einbrüche in allen Bereichen bescherte, die wirtschaftliche Lage aber immer noch gut ist.

Das belegt auch das Plus für den Haushalt von knapp über 400 000 Euro - auch, wenn das Ergebnis etwas trübt. Nur durch die hessische Sonderzulage von fast vier Millionen Euro konnte das Defizit in Millionenhöhe im Gemeindehaushalt abgewendet werden. Steinz sprach von der richtigen Entscheidung, in den vergangenen Jahren stets Reserven aufgebaut zu haben. So verfügt die Gemeinde über liquide Mittel von fast 8,9 Millionen Euro. Das sei ein sehr wichtiges Guthaben, da die Gemeinde im Laufe der nächsten Jahre davon zehren müsse, um immer einen Haushaltsausgleich erreichen zu können. Bis Mitte der 2020-er Jahre werde die Gemeinde ganz "kommod durchkommen" - dies allerdings zulasten der finanziellen guten Ausstattung, die Heuchelheim augenblicklich noch habe.

Auch die Schulden erhöhen sich in diesem Haushaltsjahr von unter drei Millionen in den Vier-Millionen-Bereich. Das ist laut Steinz allerdings einzig der Tatsache geschuldet, dass der Gemeindevorstand sich entschlossen hat, den Anteil von 1,3 Millionen Euro an der Rettung des R&C-Geländes durch die Beteiligung RC Heuchelheim Entwicklungs-GmbH durch die Aufnahme eines Kredites zu leisten. "Es schien uns angebrachter, als dies aus der allgemeinen Liquiditäts-Reserve zu nehmen." Der Schuldenanteil werde aber schnell wieder sinken.

Steinz betonte, dass die kommunalen Steuern trotz der aktuellen Situation stabil bleiben. "Die Bürger müssen nicht mehr zahlen." So bleibt die Grundsteuer A bei 332 Hebepunkten und die Grundsteuer B bei 365. "Damit sind wir unter den Top drei der günstigesten Kommunen."

Als wichtigste Einnahmequelle bleibe der Gemeinde ohnehin die Gewerbesteuer. Aber auch hier müsse man sich für die Zukunft weiter entwickeln. "Es gilt das, was wir auch die letzten Jahre schon gesagt haben: Wir müssen umsteuern, wir müssen versuchen, uns zu diversifizieren, und versuchen, uns an interkommunalen Gewerbegebieten zu beteiligen, um eine Vervielfältigung unserer Gewerbesteuererträge zu erreichen."

8500 Einwohner

Bei den Investitionen habe man in diesem Jahr zudem deutlich verhaltener agiert als in den vergangenen Jahren. Ein großer Kostenpunkt mache die Umstellung auf das virtuelle Desktop-Management. "Damit sind wir einfach zukunftssicher, was die Einbindung in das Online-Zugangsgesetz, den Datenschutz und viele andere Sachen betrifft." Zudem habe man einen gewissen Aufwand für Rechtsberatungen durch externe Anwälte. Es zeichnet sich ab, dass im Bereich des R&C-Geländes immer noch Beratungsbedarf bestehe, aber auch für die Auseinandersetzung mit einzelnen Unternehmen aus Heuchelheim, die mit der Gemeinde in anderen Dingen vor Gericht gehen.

150 000 Euro sind zudem für die Standortfrage und die Vorplanung des neuen Feuerwehrstützpunktes geplant. Man investiere zudem in der Kita Sonnenhaus (Anbringung von neuem Sonnenschutz) und im Kiga Wakiki (Markisen für 20 000 Euro). Zudem sind erneut Gelder für das Hallenbad Biebertal vorgesehen, wo unter anderem die DLRG Heuchelheim trainiert. 50 000 Euro sind für einen Ideen-Wettbewerb für das R&C-Gelände eingeplant, wo es um die Gestaltung des zentralen Platzes geht. Für die Neuplanung des gesamten Gemeindegebietes sind 166 000 Euro für zunächst vier einzelne Bebauungspläne eingestellt. Hier werden in den kommenden Jahren weitere Pläne hinzukommen. Weitere 96 000 Euro werden für das Gebäude des historischen Kinzenbacher Bahnhofs anfallen. Bemerkenswert sei auch der Anteil am Klimaschutz-Manager, der in diesem Jahr gemeinsam mit Biebertal eingestellt werden soll. Hier sind 40 000 Euro eingeplant.

Zum Schluss schaute Steinz in seiner Rede positiv auf die Zukunft. So habe man etwa fünf Prozent mehr Arbeitsplätze als noch 2015. "Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Jahren auf 8500 Einwohner wachsen werden. Allein auf dem R&C-Gelände können rund 500 neue Bürger leben." Dies habe auch Auswirkungen auf den Bedarf an Betreuungsplätzen, die man im Auge behalten müsse.

Trotz der Pandemie zeigt sich Steinz zuversichtlich. "Gesamtgesellschaftlich und mittelfristig haben wir für Heuchelheim gute Aussichten, wenn die Industrie wieder einen Aufschwung hat."

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