Heuchelheimer Ausschuss kann sich Mini-Markt in Kinzenbach vorstellen

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HEUCHELHEIM - (jem). Zwei Lebensmittelgeschäfte in Heuchelheim, einer sogar mit Bringdienst, und auch der Bürgerbus, der ältere Menschen zwei Mal die Woche direkt zu den Supermärkten fährt, - doch reicht das den Kinzenbachern?

Nach Meinungen des Allgemeinen Fachausschusses könnte es zumindest mehr geben. Mit einer Enthaltung (CDU) stimmten sie dafür, dass der Gemeindevorstand prüfen soll, ob und wie man einen Nahversorger als "Mini-Markt" im Oberdorf ansiedeln könne.

Die Grünen waren in ihrem ursprünglichen Antrag noch konkreter gewesen. Sie forderten, mit der Lebensmittelkette Tegut aus Fulda ins Gespräch zu kommen, um eine neue automatisierte Versorgungseinheit - die sogenannten "teo" - bevorzugt an der alten Schule in Kinzenbach unterzubekommen.

Viele Fragen noch offen

"In den vergangenen 25 Jahren ist es mit der Versorgung der Kinzenbacher immer schlechter geworden. Mit der alten Schule als neue Ortsmitte haben wir einen guten ersten Schritt gemacht, den wir jetzt aber weiter denken müssen", begründete Stephan Henrich, Fraktionsvorsitzender der Grünen, den Antrag.

Auch Gemeindevertretungsvorsitzende Claudia Coburger-Becker (CDU) sprach sich deutlich für den Antrag aus. Wenn man wochentags durch Kinzenbach geht, sei, so Coburger-Becker, der einzige Platz, wo Leben ist, der Metzger. Das sei bedenklich. Zudem würde sich nicht jeder seinen Einkauf liefern lassen. "Ein Nahversorger direkt vor Ort wäre gut." Um aber den Wettbewerbsgedanken hochzuhalten, sprachen sich die Mitglieder der CDU-Fraktion für einen offen gestalteteren Prüfantrag aus. Trotzdem wolle man sich an dem "teo"-Modell von Tegut orientieren.

Dabei handelt es sich um einen vergleichsweise kleinen Markt mit den nötigsten Artikeln. Das Besondere: Der Laden kommt ohne Kassenpersonal aus - die Einkäufe werden von den Kunden gescannt und per Karte oder App bezahlt. Die Eingangstür öffnet sich mit einer EC- beziehungsweise einer Kreditkarte oder durch einen QR-Code auf dem Handy. Theoretisch wäre damit auch eine 24-Stunden-Öffnung möglich.

Doch hier gab es bereits erste Bedenken, sowohl von der CDU als auch der SPD. "Wie können wir gewährleisten, dass die Anlieger dann nicht rund um die Uhr Autolärm hören?", fragte etwa Christian Boucsein (CDU). Und Dieter Schneider (SPD) machte sich Sorgen um das Personal, das zwar nicht kassieren, aber immer Mal wieder nach dem Rechten schauen und bei Bedarf abrufbereit sein muss. "Das klingt für mich nach Sklaverei-Verträgen und dem kann ich als Sozialdemokrat nicht zustimmen." Dass es aber völlig unschädlich sei, dass der Gemeindevorstand zumindest erste Gespräche mit den jeweiligen Lebensmittelketten aufnimmt, merkte Ute Will (KWI) an. "All die Fragen, die wir jetzt haben, werden sich dann schon noch klären, und dann können wir immer noch entscheiden, ob wir das wollen oder wie wir es besser finden."

Auch die Frage, ob sich Kinzenbach für so ein Geschäft seitens der Lebensmittelkette überhaupt lohne, stünde schließlich noch im Raum. Auch Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) sprach sich für die Idee der Grünen aus.

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