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Höchste Auszeichnung Hessens für Hermann Otto Solms

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Hermann Otto Solms wurde mit der Wilhelm Leuschner-Medaille ausgezeichnet. © Hessische Staatskanzlei/ Jonas Grom

Der langjährige FDP-Bundestagsabgeordnete Hermann Otto Solms hat die Wilhelm Leuschner-Medaille erhalten.

Kreis Gießen (red). Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat vier Persönlichkeiten mit der Wilhelm Leuschner-Medaille ausgezeichnet. Auch der ehemalige Bundestagsvizepräsident Dr. Hermann Otto Solms aus Lich erhielt im Wiesbadener Schloss Biebrich die höchste Auszeichnung des Landes Hessen. »Diese vier Persönlichkeiten haben sich in höchstem Maße für die demokratische Gesellschaft und ihre Mitmenschen eingesetzt«, sagte der Ministerpräsident laut einer Pressemitteilung der Staatskanzlei.

Der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Ökonom bekam die Wilhelm Leuschner-Medaille für sein gesamtes politisches Lebenswerk verliehen. »Hermann Otto Solms hat sich mehr als 50 Jahre unermüdlich für unser Gemeinwesen engagiert«, unterstrich Bouffier. Seit 1971 ist Solms Mitglied der FDP, deren Bundesschatzmeister er von 1987 bis 1999, 2004 bis 2011 und 2013 bis 2020 war. Er ist seit dem 19. September 2020 Ehrenvorsitzender seiner Partei.

Zudem war Solms von 1980 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und erneut ab 2017 bis zu seinem Ausscheiden am Ende der vergangenen Legislaturperiode. Im Deutschen Bundestag war er von 1985 bis 1991 stellvertretender Vorsitzender und von 1991 bis 1998 schließlich Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion.

Nach der Bundestagswahl 1998 wurde er in das Amt des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages gewählt, das er bis Oktober 2013 ausübte. Als Vizepräsident durfte er eine historische Funktion wahrnehmen: Am 1. Juli 1999 schloss er die letzte reguläre Bundestagssitzung im Plenarsaal des Bonner Bundeshauses. Bei der Bundestagswahl im September 2021 kandidierte der Licher nicht mehr.

»Hermann Otto Solms ist ein hochgeschätzter Politiker. Er hat sich mit großem Geschick und Weitsicht für seine Heimat Hessen eingesetzt. Es ist mir eine Freude, ihn für sein politisches Wirken und sein hohes Engagement in den vergangenen Jahrzehnten mit der Wilhelm Leuschner-Medaille auszuzeichnen«, sagte der Bouffier.

Weitere Preisträger sind der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Professor Herbert Landau, die ehemalige Staatssekretärin und Oberbürgermeisterin von Rüsselsheim am Main, Ottilia Geschka, und die leitende Krankenschwester Zeynep Kallmayer.

Die Wilhelm Leuschner-Medaille ist die höchste Auszeichnung des Landes Hessen. Es werden Personen geehrt, die sich im Geiste Wilhelm Leuschners hervorragende Verdienste um die demokratische Gesellschaft und ihre Einrichtungen erworben haben. Wilhelm Leuschner war einer der wichtigsten hessischen Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime. Nach dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Der ehemalige Ministerpräsident Georg-August Zinn stiftete die Medaille am 29. September 1964, dem 20. Todestag Leuschners. 1965 wurde sie zum ersten Mal verliehen. (red)

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