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Hohe Neuverschuldung

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Hüttenberg . Kürzlich hat Hüttenbergs Bürgermeister Christof Heller (parteilos) den Haushaltsentwurf 2023 vorgestellt. Neben Informationen zu Ausgaben, Erträgen und dem ordentlichen Ergebnis ging es um den Finanzhaushalt. In diesem steht auch, welche Investitionen geplant sind.

Nicht alles kann realisiert werden

Demnach will Hüttenberg 2023 insgesamt 6,32 Millionen Euro investieren. Ob die volle Summe benötigt wird, ist Ende 2022 aber noch nicht abzusehen, da nicht klar ist, ob alle aufgelisteten Projekte realisiert werden. Heller erläuterte beispielsweise: »Um Fördermittel beantragen zu können, muss die Finanzierung sichergestellt und im Haushalt aufgenommen sein, auch wenn wir mit den Arbeiten im nächsten Jahr vielleicht nicht beginnen.«

So steht im Investitionsplan beispielsweise eine Summe von 1,48 Millionen Euro für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rechtenbach. Ein Vorhaben, das insgesamt zwischen drei und vier Millionen Euro kosten soll. Allerdings will die Gemeinde den Neubau erst angehen, wenn sie eine Förderzusage vom Lahn-Dill-Kreis erhält. Ob das 2023 klappt, ist unsicher, denn der Neubau ist nicht der einzige, für den ein Förderantrag vorliegt. »Bisher wissen wir nicht, ob wir eine Förderzusage erhalten. In der Vergangenheit war es so, dass immer nur ein Haus gefördert wird«, so Heller.

Ein größerer Betrag ist für die Sanierung der Borngasse im Ort Weidenhausen geplant. Insgesamt sind es für 2023 700 000 Euro. Ein Teil der Kosten könnte mit Mitteln aus der Hessenkasse finanziert werden. Das Projekt muss erst noch durch die Gemeindevertreter beschlossen werden.

Ein großer Posten, laut Plan sind es 1,15 Millionen Euro, ist auch für den Neubau des Hüttenberger Hallenbads vorgesehen. Die Vorbereitungen sind mittlerweile vorangegangen.

Hallenbadneubau

Derzeit werden Angebote geprüft, die nach der Ausschreibung der Planungsleistungen eingegangen sind. Der Hallenbadneubau wird sich über mehrere Jahre im Investitionshaushalt der Gemeinde niederschlagen. Eine genaue Kostenrechnung liegt noch nicht vor. Eine Kostenschätzung aus dem vergangenen Jahr ging von einem Betrag von rund 9,43 Millionen Euro aus. Geld ausgeben muss die Gemeinde dann noch für neue Feuerwehrfahrzeuge, es handelt sich um sogenannte Ersatzbeschaffungen. 580 000 Euro für einen Gerätewagen Logistik und ein Löschfahrzeug sind im Plan aufgeführt. Über 800 000 Euro sind für 2023 dann noch für die Erschließung des Neubaugebiets »Auf der Höll II« in Reiskirchen vorgesehen und 100 000 Euro für die Erweiterung der Kita Baumgarten. Um eine Notstromversorgung gewährleisten zu können, sind 118 600 Euro für eine entsprechende Ausstattung in den Feuerwehrgerätehäusern Rechtenbach, Reiskirchen und Vollnkirchen geplant.

Um alle Investitionen finanzieren zu können, müsste Hüttenberg 2023 Kredite in Höhe von 6,24 Millionen aufnehmen. Tilgen kann die Gemeinde davon 938 300 Euro. Die Neuverschuldung würde bei rund 5,26 Millionen Euro liegen.

Diskussionsbedarf

Angesichts steigender Zinsen und der langen Laufzeit von Krediten stellte Christian Schweitzer (CDU) im Haupt- und Finanzausschuss am Montag die Frage, ob sich die Neuverschuldung nicht senken ließe. Denkbar wäre beispielsweise, dass 2022 nicht benötigte und auch nicht zweckgebundene Mittel eingesetzt werden, so Patrick Gronych, Leiter der Finanzabteilung der Gemeindeverwaltung. Auch über einzelne Vorhaben wird bei den Haushaltsberatungen sicher noch diskutiert werden. So hatte Klaus-Heinrich Weber (Grüne) bereits am Montag die Überlegung in den Raum gestellt, die Sanierung der Borngasse später anzugehen.

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