Hohes Defizit im Wald erwartet

Buseck (kag). Mit Mandarinen, Lebkuchen oder Dominosteinen waren die Tische der Busecker Gemeindevertreter bei der letzten Sitzung des Jahres weihnachtlich dekoriert. Und so war auch die Stimmung der Abgeordneten. Kein Gezänk, stattdessen sachliches Austragen der unterschiedlichen Meinungen und viel gemeinsame Zustimmung und »auf den Weg bringen« von Maßnahmen und Projekten kennzeichneten den Sitzungsabend.

So gab es beim Vertrag zur Nutzung des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) beim Gefahrenabwehrzentrum in Gießen, über den im Haupt- und Finanzausschuss länger beraten wurde, ein einstimmiges Votum. CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Müller hatte zunächst gemeint, man müsse den jährlich zu zahlenden Beitrag reduzieren, weil man eine gut funktionierende, relativ neue Schlauchwaschanlage habe. Dem widersprach Bürgermeister Dirk Haas (SPD). Der Vertrag sei final abgestimmt, und alle Kreiskommunen machen mit.

Im FTZ, das vom Landkreis betrieben wird, werden für die Feuerwehren in Stadt und Kreis Gießen Leistungen angeboten, die oft sehr aufwendig sind, und sonst von Ehrenamtlichen erledigt werden müssen. Diese sind jedoch durch ihre Übungen, Lehrgänge und Einsätze hoch belastet. Die angebotenen Leistungen betreffen den Atemschutz, Funk und Elektro, Schlauchpflege, Pum-penprüfungen sowie die Pflege und Reparatur von Feuerlöschern. Leistungen der FTZ-Schlosserei und ein Hol- und Bringservice ergänzen das Leistungsspektrum.

Neue Fahrzeuge für die Feuerwehren

Aus dem Haushalt 2021 werden für die Feuerwehren ein Tanklöschfahrzeug und ein Wechselladerfahrzeug als Ersatz für 25 Jahre alte Fahrzeuge beschafft. Das Land fördert den Kauf mit 73 500 Euro und 72 000 Euro. Für die Gemeinde bedeutet das eine Investition von 522 548 Euro. Das Abstimmungsergebnis war einstimmig.

Im Waldwirtschaftsplan 2022 wird mit einem Verlust von 206 548 Euro geplant. Bürgermeister Haas erläuterte den Plan, dessen Verlust im Vergleich zu diesem Jahr um immerhin 50 000 Euro geringer ausfallen soll. Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Habenicht forderte in einem Änderungsantrag, den Holzeinschlag auf das absolut Notwendige, durch Kalamitäten (Schäden) verursachte und für die Verkehrssicherung Unverzichtbare zu begrenzen. Dafür gab es keine Mehrheit. 2022 sollen 4040 Festmeter eingeschlagen werden. Pro Hektar soll es zehn statt 13 Habitatsbäume geben. Diese stehen unter besonderem Schutz, weil dort Vögel nisten oder andere Tiere oder Pflanzen angesiedelt sind. Sie werden nicht gefällt. Dem stimmte das Parlament mehrheitlich zu.

In der Debatte hatte Willy Jost (SPD) damit argumentiert, dass der Holzeinschlag gegenüber den Vorjahren bereits erheblich reduziert worden sei, und dass der Busecker Wald nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit gepflegt und bewirtschaftet werde. Eine weitere Reduzierung, wie von den Grünen gefordert, brauche es nicht. In Buseck habe man schon immer darauf geachtet, den Wald nicht übermäßig zu nutzen. Als erste Gemeinde im Landkreis seien statt schwerer Maschinen wieder Rückepferde eingesetzt worden.

Für die Willy-Czech-Halle in Beuern stehen umfangreiche Sanierungen an, die vom Parlament einstimmig gebilligt wurden. Noch in diesem Jahr sollen die Lüftungsanlage (energetische Sanierung inklusive neuer Flächenheizung) für 120 000 Euro erneuert und weitere Unterhaltungsmaßnahmen für 40 000 Euro durchgeführt werden. Im nächsten Jahr werden die Sanierung der Duschen und begonnene Maßnahmen abgeschlossen sowie die Lüftung im Schießstand für 400 000 Euro erneuert werden.

Die Gemeinde hatte die Errichtung eines Kreisverkehrs in der Bismarckstraße (800 000 Euro), die Sanierung der Willy-Czech-Halle (360 000 Euro) und den Um- und Ausbau der Kita Oppenrod (3,2 Millionen Euro) zur Förderung aus der »Hessenkasse« angemeldet. Der Förderbescheid in Höhe von rund 2.6 Millionen Euro liegt vor. Die Baumaßnahmen soll 2022 bis 2024 umgesetzt und das Geld in den Haushalten bereitgestellt werden. Die Gemeindevertreter votierten einstimmig dafür.

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