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Horst Biadala ist neuer Pohlheimer Ehrenbürger

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Von: Volker Böhm

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Nachdem er seine Ehrenbürger-Urkunde erhalten hatte, trug sich Horst Biadala unter den Augen seiner Frau Ingeborg und von Bürgermeister Andreas Ruck ins Goldene Buch der Stadt Pohlheim ein. Foto: Böhm © Böhm

Seit 50 Jahren engagiert sich Horst Biadala in der Kommunalpolitik und in Vereinen in Pohlheim. Nun wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Pohlheim. Die Gäste des Parlamentarischen Abends in der Volkshalle erhoben sich und applaudierten herzlich für den neuen Pohlheimer Ehrenbürger: Horst Biadala, vor 80 Jahren geboren im Ruhrpott, aber seit 1966 zu Hause in Holzheim. Er engagiert sich seit nunmehr 50 Jahren in der Kommunalpolitik und in Vereinen. Somit hat die Limesstadt neben Walter Damasky einen neuen Ehrenbürger.

»Über Dich könnte man ein Buch schreiben«, meinte Bürgermeister Andreas Ruck (parteilos), der die Laudatio hielt. Horst Biadala wurde am 18. April 1942 in Castrop-Rauxel geboren, ist seit 1966 verheiratet und Vater einer Tochter. In deren Geburtsjahr 1971 trat er in die SPD ein. Von Oktober 1972 bis Februar 1978 war Biadala zunächst Mitglied des Magistrats. Von April 1981 bis März 1989 sowie von April 1997 bis März 2021 gehörte er dem Stadtparlament an. Dessen Vorsitz hatte der Holzheimer von April 1997 bis März 2006 inne. Von 2006 bis 2011 führte er die SPD-Fraktion. Seit 1993 gehört er zudem dem Ortsbeirat Holzheim an.

Biadala war zudem Gründer und Vorsitzender des Bürgervereins »Mensch, Umwelt und Natur« in Holzheim und des Partnerschaftsvereins sowie Gründer und Vorstandsmitglied des Fördervereins »Schwimmbad Holzheim«. Seit 1999 ist er Ehrenstadtverordneter, 2009 erhielt er die Goldene Ehrenplakette der Stadt und 2010 den Landesehrenbrief.

»Heimatfreund«

Ruck dankte Ingeborg Biadala, die ihrem Mann stets den nötigen Freiraum gegeben habe. »Was wäre Pohlheim ohne diesen Heimatfreund?«, fragte er in die Runde. Biadala sei »ein Vorbild, auf das wir stolz sein können«. Der Bürgermeister überreichte die große Ehrenurkunde. Stadtverordnetenvorsteherin Hiltrud Hofmann (Grüne) schloss sich den Glückwünschen an: »Bewundernswert, was Du geschaffen hast«.

»Die lobenden Worte sind ein bisschen Balsam für die Seele«, meinte der neue Ehrenbürger. In der Vergangenheit sei schließlich vieles von dem, was er gesagt und getan habe, kritisiert worden - »manchmal konstruktiv und manchmal auch weniger konstruktiv. Trotz eines großen Harmoniebedürfnisses habe ich die Konfrontation nicht gescheut«.

Der Holzheimer betonte, dass er nur fünf oder zehn Prozent der Anerkennung für sich in Anspruch nehme. Der große Rest gebühre zum Beispiel seinen Eltern, Freunden oder den Mitstreitern bei der ehrenamtlichen Arbeit. Gemeinsam sei in Holzheim das Naherholungsgebiet vor der Vernichtung bewahrt und das Freibad erhalten worden.

Er erinnerte auch an politische Weggefährten. Die Kommunalpolitik bedeute neben dem hohen zeitlichen Aufwand auch Niederlagen. »Diese haben mich aber nicht davon abgehalten, weiter zu machen.« Und schließlich: »Vielleicht das meiste an Anerkennung gehört meiner Frau«, betonte Biadala.

»Pohlheim ist mir ans Herz gewachsen und ich habe es lieben gelernt. Ich bin stolz auf diese Stadt, die weltoffen ist, heftig über den richtigen Weg in die Zukunft diskutiert, wobei die Protagonisten im Parlament mal ein bisschen abrüsten sollten, die sich gegen Antisemitismus, Hetze und Hass sowie den Krieg in der Ukraine und anderswo auflehnt und die für ein friedliches Miteinander in Pohlheim eintritt«, erklärte der 80-Jährige, der sich auch in der Goldene Buch der Stadt eintrug.

Von der anderen Seite des Limeswalls

Den Glückwünschen schlossen sich SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Alexander und der Bürgermeister der sächsischen Partnerstadt Strehla, Jens Jeromin (FWG), an. Dieser hatte die Lacher auf seiner Seite, als er mit Blick auf Biadalas Herkunft witzelte, dass auch jemand von der anderen Seite des Limeswalls eine Ehrung bekommen könne.

Es war nicht die einzige Auszeichnung des Abends. Zudem ehrte Hofmann vier Kommunalpolitiker für zehn- oder 25-jährige Tätigkeit in den städtischen Gremien. Reinhard Peter (CDU) wurde erstmals 1993 im Ortsbeirat Watzenborn-Steinberg aktiv, dem er bis 1997 angehörte. Von 2016 bis 2021 kehrte er in das Gremium zurück und war ab 2019 Ortsvorsteher. 1996/97 gehörte Peter für ein Jahr dem Stadtparlament an, dann erneut von 2016 bis 2021. Mitglied des Magistrats war der CDU-Politiker zunächst von 2001 bis 2016, in dieser Zeit übte er sieben Jahre das Amt des Ersten Stadtrats aus. Seit Mai 2021 ist Peter erneut im Magistrat tätig. Dazu kommen weitere Aufgaben für die Stadt in externen Gremien.

Dies gilt auch für Reiner Leidich (CDU), der ebenfalls 25 Jahre in der Kommunalpolitik tätig ist. Von 1997 bis 2016 gehörte er dem Ortsbeirat Grüningen an. Seit 2000 ist er Mitglied des Stadtparlaments und arbeitete in dieser Zeit in verschiedenen Ausschüssen.

Angelika Bartosch (SPD) engagiert sich seit zehn Jahren in den städtischen Gremien. Von 1989 bis 1993 war sie zunächst Schriftführerin ohne Mandat im Ortsbeirat Dorf-Güll. Seit 2016 ist sie dort ordentliches Mitglied und zudem stellvertretende Ortsvorsteherin. Dem Stadtparlament gehörte Bartosch von April 2016 bis März 2021 sowie seit Mai 2021 an.

Im Ortsbeirat Hausen begann Malek Yakoub (SPD) zwischen 2011 und 2015 seine kommunalpolitische Tätigkeit. Seit 2016 ist er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.

Nachgereicht wird die Ehrung für Sven Cornelius Stoffer (Grüne), der verhindert war. Er war ab 2006 zunächst zweieinhalb Jahre Stadtverordneter, wechselte dann für eineinhalb Jahre in den Magistrat. Ab April 2011 kehrte er für rund acht Monate ins Stadtparlament zurück. Dem Ortsbeirat Holzheim gehörte Stoffer von 2011 bis 2016 sowie seit 2021 an.

HipHop-Beats

Der Abend hatte mit einer beeindrucken Vorführung der Tanzcrew des Jugendzentrums und des TV 07 Watzenborn-Steinberg begonnen. Zu pumpenden HipHop-Beats wirbelten die Jugendlichen über die Bühne und holten sich dafür langanhaltenden Applaus ab. »Die Showeinlage war sensationell«, meinte Hofmann. Sie würdigte auch die Arbeit der Trainerinnen Celine Schmidt und Karina Scholl und überreichte Blumensträuße.

Zum Schluss unterhielten Bernd Sommer, Dieter Schäfer und Reiner Schäfer alias »Crosby, Stills and Nash Revival« mit dreistimmig vorgetragenem Folkrock in der akustischen Variante. Unter anderem hatten sie den Austro-Pop-Klassiker »Fürstenfeld« in »Watzenborn« umgedichtet.

Hofmann und der Bürgermeister dankten allen Verwaltungsmitarbeitern, die den Parlamentarischen Abend möglich gemacht hatten, besonders Susanne Bangel und Daniela Schneider.

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Stadtverordnetenvorsteherin Hiltrud Hofmann (r.) und Bürgermeister Andreas Ruck (l.) dankten den langjährigen Kommunalpolitikern Reinhard Peter, Reiner Leidich, Angelika Bartosch und Malek Yakoub (v.l.) Foto: Böhm © Böhm

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