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Hüttenberger Wald wirft wieder Gewinn ab

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Hüttenberg (jeb). Besser als erwartet haben sich die Wirtschaftszahlen für den Hüttenberger Wald entwickelt. Zu Beginn des Jahres hatte Hessen Forst mit einem Defizit von 52.000 Euro gerechnet. Nun soll am Ende des Jahres ein Plus stehen. Wirkt sich das auf die Planungen für 2023 aus?

In der Sitzung der Hüttenberger Gemeindevertreter stand der Waldwirtschaftsplan 2023 auf der Tagesordnung. »Ich habe heute einen positiven Bericht«, kündigte Marion Rühl (SPD) an, Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Soziales und Umwelt. Dort hatten der Wetzlarer Forstamtsleiter Stefan Ambraß und Revierförster Lutz Herbel den Plan vorgestellt.

Fürs nächste Jahr rechnet Hessen Forst mit einem Plus von rund 45.000 Euro. Erträgen von rund 338.000 Euro stehen Aufwendungen von rund 292 000 Euro gegenüber.

Einen großen Teil dieser Ausgaben, 144 500 Euro, machen die Fremdleistungen aus. Darunter fallen Arbeiten, für die Hessen Forst Unternehmen beauftragen muss. Zum Vergleich: Für 2022 stehen 121 000 Euro für die Fremdleistungen im Plan. Steigende Treibstoffpreise seien mit verantwortlich für die wachsenden Kosten, erläuterten die Förster.

Zu Buche schlagen auch die Beförsterungskosten (rund 84 000 Euro), die die Kommune an das Land Hessen zahlen muss. Für 2022 waren nur bis zu 35.000 Euro eingeplant. »Die Kosten für die Beförsterung wurden mit der Borkenkäferkalamität und Aufkommen der Corona-Krise zwischenzeitlich drastisch gesenkt, um die kommunalen Waldbesitzer zu entlasten«, erklärt Ambraß.

Instandsetzungen

Weitere 10 000 Euro müssen für das Instandsetzen von Straßen, Wegen und Plätzen sowie Pflegemaßnahmen ausgegeben werden. Nicht zuletzt sollen im nächsten Jahr 20 000 neue Bäume gepflanzt werden. Dank mehrerer Sponsoren muss die Gemeinde allerdings nur die Kosten für 11 550 Setzlinge aufbringen.

Es wird aber nicht nur gepflanzt, sondern auch gefällt. Für 2023 ist ein Hiebsatz von 6130 Festmeter geplant. Rechnet man Festmeter in Liter um, dann entspricht ein Festmeter 1000 Litern. Sofern das Holz noch verwertbar ist, sollen insbesondere geschädigte Bäume gefällt werden. 4730 Festmeter stammen dagegen aus sogenannter Pflegenutzung.

Darunter versteht man die Holzernte in jüngeren und mittelalten Waldbeständen. Sie soll der Waldpflege dienen, indem Nachbarbäume eines zu pflegenden Baums gefällt werden. Dieser soll so mehr Licht und Wasser zur Verfügung haben und besser wachsen können. Ambraß sagt, dass dadurch Struktur, Stabilität, aber auch Biodiversität durch den Erhalt seltener Baumarten gefördert würden.

Der Forstamtsleiter rechnet für 2023 mit einem Erlös von 318.992 Euro aus der Holzernte. »Darin enthalten sind die Planerlöse der Holzvermarktungsorganisation Mittelhessen, Einnahmen der Gemeinde aus der Brennholzvermarktung und einige besonders hochwertige Stämme, die versteigert werden sollen.« Verglichen mit den Erwartungen für 2022 eine deutliche Steigerung. Ende des vergangenen Jahres rechnete man mit Erträgen in Höhe von 174 199 Euro. Allerdings sind die tatsächlichen Einnahmen in diesem Jahr höher, belaufen sich aktuell auf 239 155 Euro. Die Rohholzpreise seien in 2021 drastisch gestiegen, so Ambraß. Das habe Auswirkungen auf die Erträge im ersten Halbjahr 2022 gehabt.

Einstimmig wurde der Waldwirtschaftsplan 2023 von den Gemeindevertretern angenommen.

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