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Hungen: Geldautomatensprenger gefasst

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So sah die Filiale der Sparkasse in Hungen am Morgen nach der Sprengung aus. Archivfoto: Kächler © Klaus Kächler

Drei Männer zwischen 19 und 33 Jahren sollen für die Sprengung des Geldautomaten der Sparkasse in Hungen verantwortlich sein. Sie und Verdächtige von anderen Taten wurden festgenommen.

Hungen (vb/red). Ermittler aus Deutschland und den Niederlanden haben in den vergangenen Wochen in beiden Ländern 13 mutmaßliche Geldautomatensprenger festgenommen. Drei von ihnen sollen für die Sprengung in der Sparkassen-Filiale in Hungen am Donnerstag, 13. Januar, verantwortlich sein.

Um 2.15 Uhr hatte die gewaltige Detonation die Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Zwei Männer hatten den Geldautomaten im Foyer der Filiale in der Obertorstraße mithilfe von Festsprengstoff in die Luft gesprengt. Ein Komplize wartete in einem silbernen 5er BMW. Bei der Explosion zerbarsten mehrere Fenster, die Deckenverkleidung des Bankgebäudes stürzte ein. Gegenüberliegende Häuser und ein Pkw wurden durch die Druckwelle stark beschädigt. Insgesamt entstand ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro. Niemand wurde verletzt.

Im Anschluss flüchteten die Täter in dem BMW mit hoher Geschwindigkeit über die Autobahn. Noch in derselben Nacht wurde das Fahrzeug bei Kassel beschädigt und verlassen aufgefunden. Es stellte sich heraus, dass die am Wagen angebrachten Kennzeichen in Tatortnähe gestohlen worden waren.

Umfangreiche Ermittlungen des Polizeipräsidiums Mittelhessen, eine Spurenauswertung und die Zusammenarbeit mit den Behörden in Deutschland und den Niederlanden führten dann zum dringenden Tatverdacht gegen die Männer, deren Alter das Landeskriminalamt mit 19, 25 und 33 Jahren angibt,

Bei der Aktion unter Koordination der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück und der Staatsanwaltschaft Osnabrück durchsuchten rund 100 Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und den Niederlanden am Dienstag 16 Objekte, darunter Geschäfts- und Wohnadressen sowie Adressen von Fahrzeugverleihfirmen. Weitere zwölf zum Verfahren gehörende Objekte wurden bereits Tage zuvor durchsucht.

Die Ermittler gehen davon aus, dass 17 Mitglieder einer niederländischen Tätergruppierung in unterschiedlicher Zusammensetzung zwölf Geldautomaten gesprengt haben: jener in Hungen sowie sechs in Rheinland-Pfalz, drei in Nordrhein-Westfalen und zwei in Niedersachsen. Das Landeskriminalamt gibt den Sach- und Beuteschaden mit über vier Millionen Euro an.

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