Impfzentrum: Droht ein Verkehrschaos in Heuchelheim?

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HEUCHELHEIM - (jem). Die Entscheidung, das Impfzentrum des Landkreises Gießen im Obergeschoss des Roller-Marktes in Heuchelheim zu errichten, kam für viele überraschend. Auch Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) erfuhr davon erst am vergangenen Freitagnachmittag. "Dass Roller seit einiger Zeit einen neuen Mieter sucht, wussten wir. Dass der Landkreis aber dort angefragt hat, war uns nicht bekannt."

Dennoch stehe er hinter der Entscheidung, schließlich habe man eine Gesamtverantwortung für die Gesundheit der Bürger - auch, wenn das eine deutliche Mehrbelastung für die Kommune bedeutet. Seit dem Wochenende dreht sich vieles in der Verwaltung nun um das Thema. Ein zentraler Punkt: der Verkehr.

Der macht auch der SPD-Fraktion derzeit Sorgen. "Wir sind nicht gegen das Impfzentrum, haben aber erhebliche Bedenken aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens", so Fraktionsmitglied Johannes Klameth in einer Pressemitteilung. Wenn der Betrieb beginnt, können dort bis zu 1350 Bürger täglich geimpft werden - etwa 90 Personen pro Stunde. Laut dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Martin W. Davies erwartet man deshalb ein tragfähiges Verkehrskonzept und schlägt etwa den Einsatz von Shuttlebussen vor. Nach Meinung der SPD wären die Hessenhallen in Gießen der verkehrstechnisch deutlich bessere Standort gewesen, mit Parkplätzen und Anbindung an den Gießener Ring.

Das Problem in Heuchelheim laut Klameth: Mit dem Auto aus Richtung Gießen kommend müsse man durch die Gießener Straße fahren. In dieser Straße komme es bereits an normalen Tagen zu Staus. Würden die Fahrzeuge in die Ludwig-Rinn-Straße abbiegen, wären bei jetziger Verkehrsführung lange Staus vorprogrammiert. Bei der Anreise über Klein-Linden oder Allendorf wiederum entstünden oft Wartezeiten am Bahnübergang von 15 Minuten und länger. Von der Bushaltestelle bis zum Impfzentrum sind es 650 Meter.

Diese Befürchtung kann Steinz zerstreuen. "Derzeit planen wir, aus der Ludwig-Rinn-Straße ab dem Rinn-und Cloos-Gelände eine Einbahnstraße zu machen, sodass es nicht möglich ist, von der Gießener Straße über die Ludwig-Rinn-Straße zum Impfzentrum zu kommen." Eine ausreichende Beschilderung wird dafür eingeplant. Steinz hofft, dass auf den Einladungen zum Impfen dann auch eine detaillierte Wegeführung steht, und empfiehlt, dann eben nicht auf das Navi zu hören.

Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub kümmere man sich derzeit zudem um eine fahrradfreundliche Anreise, und die Landrätin berate über eine mögliche neue Busführung, berichtete Steinz. Hier sei man auch bereits in Gesprächen mit Lahnau und Wetzlar über eine neue Taktung der Buslinie 24.

Die Bedenken der SPD-Fraktion, dass die Kinder der nahe liegenden Kita durch den Verkehr gefährdet werden, versuchte Steinz ebenfalls zu zerstreuen. Die Parkbereiche für die Kita und die Gemeindeverwaltung befinden sich direkt am ehemaligen Dormiente-Gebäude. Die Straße müsse von den Kindern nicht überquert werden. Zudem werde vom Ordnungsamt penibel darauf geachtet, wer wo parkt. Steinz kündigte auch an, mit Anwohnern zu sprechen, um mögliche Stellplätze vor Ort zu generieren. "Wir arbeiten eng mit dem Landkreis zusammen und werden unser Bestes geben, den Anwohnern und Besuchern des Impfzentrums entgegenzukommen." Der Landkreis teilt mit, dass am Freitagnachmittag bei einem Pressetermin vor Ort die detaillierten Planungen und das dazugehörige Verkehrskonzept vorgestellt werden.

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