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In Oberhessen knattern die Mopeds

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Ob Simson Schwalbe, Vespa oder anderes Modell - Mopeds aller Art brechen in Muschenheim zum zweiten »Oberhessen Moped Ride auf«. Foto: »Raubritter auf 50ccm« © »Raubritter auf 50ccm«

270 Teilnehmer starten am Samstag in Muschenheim beim zweiten »Oberhessen Moped Ride« auf eine 220 Kilometer lange Strecke.

Kreis Gießen. (vb) »Wenn Sie mit einem Moped 220 Kilometer gefahren sind, dann sind Sie abends total müde und wissen, was Sie geschafft haben.« Boris Königshoven lacht, als der Anzeiger wissen will, ob die Teilnehmer des »Oberhessen Moped Ride« auf der Strecke auch Aufgaben lösen müssen. »Der Weg ist das Ziel« lautet stattdessen das Motto. Rund 270 Teilnehmer werden am morgigen Samstag gegen 7 Uhr an der Sport- und Kulturhalle in Muschenheim zu der Tour aufbrechen. Für die knapp 220 Kilometer werden sie schätzungsweise acht Stunden brauchen - eine ganz besondere Tour für die Liebhaber dieser Zweiräder.

Veranstalter sind die »Raubritter auf 50ccm« aus Münzenberg. Dabei handelt es sich nicht um einen Verein, sondern in spaßiger Anspielung an Rockergruppen um eine »Gang«. Seit 2017 ist ein harter Kern um Königshoven und Marc Taube aktiv. 2019 wurde der erste »Oberhessen Moped Ride« auf dem Rittergelände in Münzenberg auf die Beine gestellt. Dann kam die Corona-Pandemie. Da man mit der Zusammenarbeit mit dem AMC Butzbach nicht glücklich war, wurde die Zweitauflage in Eigenregie organisiert.

Offene Arme in Muschenheim

Bei der Suche nach neuen Partnern wurden die Münzenberger in Muschenheim fündig. Beim Sportverein VfL und beim Ortsbeirat »sind wir mit offenen Armen empfangen worden«, so Königshoven. Viele Muschenheimer unterstützen die Organisatoren bei der zweitägigen Veranstaltung.

Diese beginnt am heutigen Freitag, an dem alle angemeldeten Teilnehmer einchecken. Einige werden mit ihren Mopeds schon eine kleine Schnuppertour in der Region unternehmen. Andere genießen das Zusammensein und das Fachsimpeln über verschiedene Modelle.

Die große Tour beginnt am Samstag morgen um 7 Uhr. Einen Massenstart darf es allerdings nicht geben. Die Teilnehmer werden auf ihrer Reise unter anderem durch Laubach, Grünberg, Ulrichstein, Feldatal und Gedern kommen und auch dem Hoherodskopf einen Besuch abstatten. Dabei geht es zick-zack über kleine Straßen, die Hauptstrecken will man vermeiden. So sollen die schöne oberhessische Landschaft und die Fachwerkdörfer für Begeisterung sorgen. Gegen 15 Uhr werden die ersten Teilnehmer zurückerwartet. Da die Tour unter dem Motto »Die 80er« steht, rechnet man auch mit kostümierten Fahrern,

»Besenwagen« unterwegs

»Die Leute sind teilweise auch mit Mopeds aus den 60er Jahren unterwegs. Wer die Tour schafft, hat seinen Motor richtig eingestellt, sonst würde er kaputtgehen«, erklärte Königshoven. Wer unterwegs abbrechen muss, dessen Fahrzeug wird von einem »Besenwagen« abgeholt und mit dem Fahrer zurück nach Muschenheim gebracht. An beiden Abenden finden für die Teilnehmer abends Partys mit Live-Musik und DJ statt. Besucher sind willkommen, wenn sie die Fahrzeuge auf dem Gelände bestaunen wollen.

Und wo übernachten 270 Teilnehmer? Königshoven erklärte, dass viele zelten werden oder mit dem Wohnmobil anreisen. Die Moped-Fans kommen aus ganz Deutschland, eine Anmeldung liegt aus der Schweiz vor.

Dass der Organisator heute acht Mopeds sein Eigen nennt, hat etwas mit der Simson Schwalbe zu tun, einem Kleinkraftrad der DDR. »Die fand ich schon als Kind toll, besser als die Vespa«, berichtete Königshoven. 2014 erfüllte er sich den Traum, als auch für diese Gefährte die Preise immer weiter kletterten. Mit seinen Mopeds hat er schon mehrere Marathons bestritten.

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