Jugendbeirat für Fernwald: Eine Stimme für den Nachwuchs

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FERNWALD - (ebp). Buseck hat ihn seit über 20 Jahren, in Reiskirchen soll er eingerichtet werden, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Gemeinde mitzugestalten: der Kinder- und Jugendbeirat. Nun will man auch in Fernwald ein solches Gremium einrichten. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Fraktion in der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend vorgelegt.

Ein Satzungsentwurf, angelehnt an die vom Jugendforum Lumdatal entwickelte Vorlage, wurde bei drei Enthaltungen (CDU/FDP-Fraktion) befürwortet.

Das Gute: Freiwillige, die sich engagieren wollen, stehen laut dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Gerd Espanion schon bereit. Eine Gruppe Jugendlicher habe sich im November 2020 an die SPD gewandt, heißt es in der Antragsbegründung. "Sie wollen sich einbringen. Und wir sind dankbar für Jugendliche, die sich kommunalpolitisch engagieren wollen", betonte Espanion. Aktuell seien es fünf junge Menschen zwischen 14 und 18 Jahren. Die Erfahrungen aus Lollar würden jedoch zeigen, dass mit der Zeit mehr dazukommen.

Die Eckpunkte des Satzungsentwurfs: Gewählt werden in einer Urnenwahl sieben Mitglieder für zwei Jahre. Das Mindestalter für die Kandidaten beträgt 15 Jahre, abstimmen darf man ab 13 Jahren. Auf Anregung von Peter Steil (FDP) wurde das Höchstalter auf 21 Jahre herabgesetzt, die Vorlage sah ursprünglich 24 Jahre vor. Sitzungen sollen mindestens viermal im Jahr stattfinden. Es gibt ein Anhörungs-, Vorschlags- und Rederecht für den Kinder- und Jugendbeirat in der Gemeindevertretung sowie deren Ausschüssen, in den Ortsbeiräten und im Gemeindevorstand.

Der Satzungsentwurf lasse den jungen Menschen "weitgehende Freiheiten hinsichtlich der eigenen Organisation und Arbeitsweise", sodass Demokratie praktisch erlebt werden könne so die SPD. Wichtig sei, dass sich die Struktur den Kindern und Jugendlichen anpasse und nicht umgekehrt, um Frust zu vermeiden.

Martina Rehn (Grüne) wollte wissen, wer in der Gemeindeverwaltung die Betreuung übernehmen würde. Dies könne eine Aufgabe für den neuen Jugendpfleger sein, da Jugendpfleger Jürgen Kühr Mitte des Jahres in den Ruhestand gehen wird. Die Gemeinde werde die Jugendlichen nicht mit der Aufgabe alleinelassen, versicherte Bürgermeister Stefan Bechthold (SPD). Eine weitere Ansprechpartnerin könne auch die Gemeinwesen-Koordinatorin der Zaug gGmbH sein.

Anfang 2020 hatte man sich im Sozialausschuss übrigens schon einmal mit Teilhabemöglichkeiten für Jugendliche auseinandergesetzt, als über eine Teilnahme an der Initiative "Jugendgerechte Städte und Gemeinden und jugendgerechter Landkreis Gießen" diskutiert wurde. Damals hatte man auf eine Abstimmung verzichtet, da die Gemeindevertretung einen ehrenamtlichen Jugendbeauftragten hätte benennen müssen. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder hielt das jedoch für nicht realisierbar.

Neuer Vorsitzender des Sozialausschusses ist Jörg Brück (Freie Wähler), der einstimmig gewählt wurde. Ihn vertritt bei Bedarf Heike Wehrum (SPD), für die sich die Mitglieder bei zwei Enthaltungen aussprachen. Schriftführer sind die Verwaltungsmitarbeiter Ute Kaufmann, Andreas Reuter und Tanja Kunzmann.

Ob bereits absehbar ist, wann die gemeindlichen Sportanlagen wieder geöffnet werden, wollte Manfred Riedl (SPD) vom Bürgermeister wissen. Ein Datum gebe es nicht, jedoch wolle man in diesem Jahr auf die Schließzeiten in den Ferien verzichten, sagte der Rathauschef: "Wenn es die Inzidenz zulässt, wird geöffnet."

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