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Bei der Vorstellung der sanierten Karl-Zeiss-Sporthalle: Der neue Schwingboden in der großen Halle fällt gleich positiv auf.

Karl-Zeiss-Halle in neuem Glanz

Langgöns (imr). Was lange währt, wird endlich gut: Die Sanierungsarbeiten an der Karl-Zeiss-Sporthalle im Ortsteil Lang-Göns sind abgeschlossen. Der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch stellte die umfangreich renovierte Sportstätte vor. Wegen Corona-bedingter Verzögerungen durch Lieferengpässe und Ausfälle bei den Mitarbeitern der ausführenden Unternehmen hatte die Sanierung, die im Mai 2020 begonnen hatte, länger als geplant gedauert.

Im Oktober dieses Jahres wurde sie abgeschlossen. Die Bau- und Planungskosten lagen bei 1,05 Millionen Euro.

Dass an der Halle dringend etwas gemacht werden musste, sei im Vorfeld der Arbeiten parteiübergreifender Konsens gewesen, berichtete der Rathauschef. Die Zustände hätten nicht mehr dem Niveau des Sports entsprochen, der dort geboten und angeboten werde. »Die Investition zeigt, welchen Stellenwert die Vereine in unserer Gemeinde haben«, betonte er. Die Gelder für die Sanierung stammen aus dem Hessenkasse-Programm, wodurch die Gemeinde selbst nur einen kleinen Teil der Kosten tragen musste, denn die Förderquote liegt bei 90 Prozent.

LED-Beleuchtung und neuer Boden

Diese Arbeiten wurden ausgeführt: Die große Halle erhielt einen neuen Boden inklusive Unterbau als Schwingboden. Die Beleuchtung wurde im gesamten Gebäude auf LED umgestellt. In den Gängen wurden neue Decken eingebaut. Diese sind deutlich höher als zuvor, was auch die Aufenthaltsqualität steigert.

Die WCs, Dusch- und Umkleideräume in der kleinen Halle wurden saniert, die Wand- und Bodenfliesen teilweise erneuert. Die neue Lüftungsanlage reagiert automatisch auf die Luftfeuchtigkeit. An Stellen, wo alte Fliesen erhalten, jedoch kaputte Exemplare ausgetauscht werden sollten, wurden die Lücken mit Fliesen geschlossen, die den Originalen möglichst nahekommen: »Denn solche alten Fliesen bekommt man heute nicht mehr auf dem Markt«, erläuterte Architekt Ulrich Homberger. In den Duschen der großen Halle wurden neue Sanitär-Trennwände angebracht.

Im beiden Hallen gibt es nun neue Innentüren. Der Architekt erklärte, dass man sich dagegen entschieden habe, alle Tore auszutauschen. Schließlich sei nur eine Teilsanierung geplant gewesen.

Energieeinsparung

Dabei stelle sich stets die Frage, wo man einen Schlussstrich ziehe. Man habe versucht, »mit ein, zwei Strichen mehr ein rundes Bild« zu erzeugen. Dazu gehören auch neue Kunststofffenster und Aluminiumaußentüren, die eine deutliche Energieeinsparung bringen sollen. Im Turnraum wurde die Außenwand ausgetauscht: Dort gab es die Situation, dass sich im Sommer der Raum aufgrund der großen Glasfront enorm aufheizte, im Winter war es immer sehr kalt, da Wärme sofort verloren geht. Die neue, gedämmte Holzwand soll dies zukünftig unterbinden. Malerarbeiten an alten Stahlzargen und Innenwänden komplettieren die Sanierungsarbeiten.

Ulrich Homberger sagte rückblickend: »Die Pandemielage war Fluch und Segen zugleich.« Durch die Einstellung des Spiel- und Trainingsbetriebs über Monate hätten die Bauarbeiten in dieser Zeit keine Auswirkungen auf den Sport gehabt. Allerdings habe man dieses Zeitfenster wegen der Lieferengpässe und des zeitweisen Personalmangels bei den Firmen nicht optimal nutzen können. Während der Sanierung wurde zudem deutlich, dass auch die Lüftungsanlage erneuert werden musste. Die lange Bauzeit sei so nicht geplant gewesen. Auch Marius Reusch räumte ein, dass nicht alles nach Plan gelaufen sei. Er bedankte sich deshalb bei den Vereinen für deren Verständnis. Sie hatten sich untereinander organisiert, um die baubedingten Einschränkungen zu kompensieren.

Der Name der Halle würdigt übrigens einen bekannten Sohn der Gemeinde: Der Theologe und Pfarrer Karl Zeiss wurde 1912 in Langgöns geboren. Er betreute bei den Olympischen Spielen 1972 in München die täglichen Besucher-Gottesdienste und Sportler und wurde damit als »Olympiapfarrer« bekannt. Bis heute gilt er als Vorreiter der Sportseelsorge. Seinen Ruhestand verbrachte Karl Zeiß in Langgöns, er verstarb 1994.

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