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»Kein Auslaufmodell«

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Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen, Michael Klier, begrüßt die 1200 Feuerwehrleute in Nieder-Bessingen. Fotos: Wißner © Wißner

Zum 73. Kreisfeuerwehrtag in Nieder-Bessingen waren 1200 Brandschützer zum Umzug in den kleinen Licher Stadtteil gekommen.

Kreis Gießen (twi). Gelächter und Jubel brach los, bevor es überhaupt losging, und der Licher Bürgermeister stand im Mittelpunkt. Vor dem Start der Großkundgebung auf dem Sportplatz in Nieder-Bessingen zum 73. Kreisfeuerwehrtag musste der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen, Michael Klier (Staufenberg), erst einmal mahnen.

Ein Falschparker behindere den sich anschließenden Umzug der rund 1200 Brandschützer und Musiker. Das Licher Stadtoberhaupt Julien Neubert war der Sünder, der gleich neben Klier oben auf dem Podest stand. »Die erste Runde geht auf den Bürgermeister von Lich«, rief Klier gut gelaunt.

Nach zwei Corona-Jahren, 2019 gab es noch einen in Nonnenroth, freute sich Klier endlich wieder, eine so große Zahl an Einsatzkräften und Ehemaligen begrüßen zu können.

»Rund 1200 Teilnehmer zeigen, dass diese Veranstaltung kein Auslaufmodell ist. Die andere Hälfte der rund 3000 Einsatzkräfte im Landkreis Gießen stellt den Brandschutz vor Ort sicher.« Den Einsatzkräften zollte Klier seinen Respekt.

Seit 125 Jahren wird Hilfe geleistet

Ohne eine intakte »Kameradschaft« sei das ehrenamtliche Feuerwehrwesen nur schwer vorstellbar. »Die Feuerwehrfrauen und -männer der Feuerwehr Nieder-Bessingen, sind seit 125 Jahren jederzeit bereit, sich unter Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit oder sogar ihres eigenen Lebens, sich für in Not geratene Menschen einzusetzen oder deren Hab und Gut zu schützen. Und das ist noch nicht alles, sie machen das Ganze ehrenamtlich und in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in ihrer Heimat. Dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennen!«, dankte Klier besonders den Gastgebern, allen voran dem Wehrführer und Vorsitzenden Dierk Keil und seinen Mitstreitern, die hier Großartiges bei der Organisation dieser Veranstaltung geleistet hätten. Für die errungene Teilnahme an der Feuerwehr-Olympiade in Slowenien wünschte er dem Nieder-Bessinger-Team schon jetzt alles Gute.

Abschließend warb Klier bereits für das am 11. September in Muschenheim anstehende Kreismusikfest und für den 74. Kreisfeuerwehrtag am 21. Oktober 2023 in Grünberg.

Schlagkräftige Feuerwehr

Landrätin und Schirmherrin Anita Schneider (SPD) stellte klar, dass ein solcher Tag auch wichtig sei, um zu zeigen was eine Freiwillige Feuerwehr leiste. »Nieder-Bessingen verfügt für einen kleinen Stadtteil mit 700 Einwohnern über einen schlagfertigen Feuerwehrverein - und das ist aller Ehren wert. Hinzu kommt, dass die Wehr einen hohen Anteil an Frauen hat. Auch gehört der Feuerwehrsport in Nieder-Bessingen zu den besten Deutschlands. Das ist eine fantastische, ganz tolle Leistung«, unterstrich Schneider auch mit einem Blick auf die starke Kinder- und Jugendabteilung, die im vergangenen Jahr ihr goldenes Jubiläum feierte.

»Der Kreisfeuerwehrtag ist nicht nur eine Tradition, sondern eine absolut notwendige Tradition«, rief sie den 1200 Brandschützern zu. Gerade die Pandemie habe den Feuerwehren viel zugemutet.

Die Jubiläumswehr sei stets mit der Zeit gegangen, habe national und international von sich Reden gemacht, betonte Lichs Bürgermeiser Julien Neubert. »Sie ist die Beste und ich werde mich nun bewegen, um mein Fahrzeug zu bewegen und Platz für den Festzug zu machen«, sprach er und stürmte davon.

Die Nationalhymne erklang zum Abschluss der Kundgebung. Danach gab der stellvertretender Verbandsvorsitzender Marco Kirchner (Lollar) mit einem »Festzug Marsch« den Startschuss für den in fünf Marschblöcke unterteilten und 81 Zugnummern zählenden Festzug. Dieser wurde vom Musikzug Muschenheim angeführt.

Weitere Mitwirkende waren das Blasorchester Eberstadt, der Musikzug Villingen & Laubach, das Jugendblasorchester Lollar & Spielmannszug Staufenberg, der Spielmannszug und das Blasorchester Reiskirchen sowie der Spielmannszug Allendorf/Ld. im Zusammenspiel mit den Spielleuten Großen-Buseck.

Nach der Jubiläumswehr und Ehrengästen und der alten Nieder-Bessinger Feuerwehrspritze an der Spitze des Zuges folgten die Ortsvereine wie die Bessinger Gurken, rollte die Kirche als Modell durch die Straßen, waren Kinderchor Nieder-Bessingen wie auch der Gemischte Chor und der Verein für Landschaftsschutz und Landschaftspflege sowie Abordnungen von 61 Feuerwehren aus allen Orten des Kreises wie auch das Technische Hilfswerk (THW) Grünberg und Gießen unterwegs. Als Gastfeuerwehr nahmen die Brandschützer aus Glashütten im Taunus teil. Historische Geräte präsentierten die Feuerwehren aus Harbach mit ihrer Feuerwehrspritze von 1891 und Reinhardshain ihren Spritzenwagen von 1897 samt Tröte. Die Licher Feuerwehr bot ihren Oldtimer auf.

Am Samstag kam zum Start des Jubiläumswochenendes leider kein CTIF-Wettkampf zustande. Zum Familientag gspielte die Band »Ace of Hearts« im Festzelt auf. Am Sonntag fand noch das Kreistreffen der Ehren- und Altersabteilungen statt.

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Die gastgebende Feuerwehr bei ihrem Marsch durch den Ort. © Thomas Wißner

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