1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Kein Landkreis-Pass

Erstellt: Aktualisiert:

Kreis Gießen (twi). Einen Landkreis-Gießen-Pass wird es wohl nicht geben. In Anlehnung an den Gießen-Pass der Universitätsstadt Gießen für Bürger, die Sozialleistungen beziehen, hatte die AfD-Fraktion im Sozialausschuss des Kreistags, der im Bürgerhaus Wieseck tagte, die Einführung im Landkreis gefordert.

Jörn Bauer (AfD) sprach sich für Gleichbehandlung der sozial Benachteiligten aus. Gießens Stadträtin Gerdas Weigel-Greilich (Grüne) erläuterte, dass dies im Kreis nicht umsetzbar sei, weil die Stadt in Gießen auch Träger des Busverkehrs sei. Bei einer Fahrt von Rabenau nach Gießen stelle sich das Problem der Zuständigkeit, sei der Kreis doch hier nicht Betreiber der Buslinie. »ÖPNV geht in dieser Form mit einem Kreis Gießen-Pass nicht«, so Weigel-Greilich die auch darauf verwies, dass kulturelle Angebote von den Kommunen gefördert werden müssten und auch hier der Kreis keine Möglichkeit habe. Auf das Sozialticket verwies Bärbel Schomber (SPD).

Der Antrag erhielt keine Beschlussempfehlung für die nächste Kreistagssitzung, die am Montag, 9. Mai, stattfindet.

Mit einer durchweg einstimmigen Empfehlung wurden jedoch weitere Anträge bedacht. Dabei ging es auch um inklusive Themen. Kurt Hillgärtner (FW) begründete einen gemeinsamen Antrag von CDU, Grünen und FW, in dem darum ging, dass beim Landkreis als Arbeitgeber Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung geschaffen werden müssten. Die öffentlichen Verwaltungen müssten hier eine Vorbildfunktion für die inklusive Ausgestaltung des Arbeitsmarktes wahrnehmen. Landrätin Anita Schneider (SPD) begrüßte den Antrag und merkte an, dass auch in der Vergangenheit bereits viele Projekte mit der Lebenshilfe umgesetzt wurden. »Wir erfüllen diesen Anspruch schon seit Jahren. Ich begrüße es, nun ein eigenes Konzept zu erstellen, um dann die Dinge transparenter darstellen zu können.«

Teilhabeplan wird erstellt

Es werde noch ein Teilhabe- und Altenplan erstellt. Daran erinnerte Kreis-Sozialdezernent Hans-Peter Stock (FW). Hier gehe es um die Bedürfnisse von älteren Bürgern sowie von Menschen mit Behinderung im Landkreis. Das Projekt werde über drei Jahre laufen. Aufgrund der Pandemie sei dieser Plan bisher zurückgestellt worden. Themen wie Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Freizeitangebote, gesundheitliche Versorgung, bezahlbarer barrierearmer Wohnraum seien gleichermaßen von großer Bedeutung sowohl für Senioren als auch für jüngere Menschen mit Behinderung. Lediglich der Bereich Ausbildung/Beruf entfalle künftig im Altenplan.

Für zusätzliches Personal und eventuell eine externe Begleitung wurden bereits 30 000 Euro in den Etat eingestellt.

Auch interessant