Keine rot-grüne Mehrheit mehr in Staufenberg

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STAUFENBERG - (dge). In Staufenberg wird man wohl anfangen müssen zu rechnen. Bislang hatten SPD und GAL die Mehrheit, dazu fehlt nun gerade mal ein Sitz in der Stadtverordnetenversammlung. Es hat den Anschein, als könnte die FDP, die mit Horst Watz als "Einzelkämpfer" im Parlament sitzt, zum Zünglein an der Waage werden.

Zehn Sitze hatten die Sozialdemokraten in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, zwei haben sie verloren, bleiben acht. Die GAL wiederum kommt auf fünf Sitze, hat einen dazugewonnen. Ihren Anteil am Kuchen behalten haben CDU (sieben Sitze) und FW (sechs Sitze) im Vergleich zur Kommunalwahl 2016. Nun kommen sowohl SPD und GAL sowie CDU und FW auf gemeinsame 13 Sitze - 14 Sitze braucht es für eine Mehrheit.

"Nicht schön" findet Bianka de Waal-Schneider, Spitzenkandidatin der SPD, das Ergebnis ihrer Partei. Gerade, da doch die Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren eine gute Arbeit gemacht hätten. "Dass die Bürger das anders sehen, ist schade", so de Waal-Schneider. Jetzt wolle man das Ganze erst einmal "sacken lassen, um dann mit klarem Kopf in die Gespräche zu gehen".

Auch Roland Ehmig, Spitzenkandidat der FW hat schon gerechnet und meint, dass die FDP durchaus das Zünglein an der Waage sei. Mit dem Abschneider der FW zeigte sich Ehmig durchaus zufrieden. Man sei froh, dass man die Anzahl der Sitze habe halten können. Staufenberg stehe vor großen Herausforderungen, meinte er mit Blick auf die Schließung von RHI Magnesita, das marode Dach des Hallenbades Lollar-Staufenberg und den Zustand des Waldes. Da sei das ganze Parlament gefragt, "parteipolitische Spielereien" seien da nicht angebracht. Die Freien Wähler wollten die Wahlergebnisse nun analysieren, dann müsse man sehen, wie es weitergehe.

"Wir sind total glücklich über den Stimmengewinn", fasst Ralph Wildner, Spitzenkandidat der GAL, das Wahlergebnis für seine Fraktion zusammen. Weniger glücklich ist man seitens der GAL, dass die Mehrheit mit der SPD angesichts der neuen Sitzverteilung Vergangenheit ist. Auch er sprach von der FDP als "Zünglein an der Waage". Eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten sei nach wie vor gewünscht, so der Spitzenkandidat im Namen der GAL. Die SPD habe auch schon "erste Fühler" ausgestreckt. "Wir werden uns treffen und beraten, wie es weitergehen wird." Das sei halt Demokratie, stellte Wildner fest. Der bundesweite Trend, also die Zugewinne der Grünen, "hat für uns gearbeitet". Einen Vorteil für die politische Arbeit sieht er darin, dass man vor Ort verankert sei, auch die Mitglieder der anderen Fraktionen kenne, quasi "über den Gartenzaun hinweg" mit jedem auch sprechen könne.

"Sehr zufrieden"

Durchaus zufrieden zeigte sich Wilfried Schmied, war es der CDU doch gelungen, ihre sieben Sitze halten zu können. Dies auch mit Blick darauf, dass die FDP auch CDU-Wähler anspreche. "Wir haben keinen Zugewinn, aber insgesamt dürfen wir sehr zufrieden sein", so der langjährige Christdemokrat. Seine Fraktion werde sich in Kürze treffen und selbstverständlich werde auch die Frage einer Mehrheitsbildung dann Thema sein. Man werde sehen, wie man mit Angeboten zu Koalitionen umgehe - Schmied wollte hier nicht spekulieren. Es gebe mehrere denkbare Lösungen. Er sah die SPD gefordert, wie und ob sie eine Mehrheit auf die Beine stellen könne.

Konstantin Heck, der Spitzenkandidat der FDP, landete nicht auf Platz eins, stattdessen zieht Horst Watz ins Parlament ein. Heck sieht das allerdings positiv. Horst Watz sei in der Region verwurzelt, gut bekannt. Daher sei er nicht erstaunt, dass er es auf den ersten Platz geschafft habe. "Ich freue mich für ihn." Die neuen Kräfteverhältnisse nannte er "eine interessante Konstellation", die es so schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben habe in Staufenberg. Die SPD habe in den vergangenen Jahren immer wieder Verluste hinnehmen müssen. Für die FDP sei das Ergebnis das beste, das die Partei seit 20 Jahren in Staufenberg eingefahren habe. Man könne den Eindruck gewinnen, dass sie für eine Mehrheitsbildung entscheidend sein könne, aber "auf uns ist bis jetzt noch niemand zugekommen. Wir sprechen gerne mit allen und sehen dann, wo die Reise hingehen wird."

Hier die Namen der Gewählten, ihr Stimmenanteil und der Listenplatz:

CDU Timo Bienko 1532 1

CDU Pascal Preis 1475 2

CDU Nina Bienko 1451 4

CDU Heiko Will 1404 12

CDU Berndt Dugall 1307 5

CDU Christian Knoll 1295 3

CDU Wilfried Schmied 1288 22

SPD Bianka de Waal-Schneider 2350 1

SPD Reiner Mehler 2320 2

SPD Ernst Hardt 2178 4

SPD Volker Hess 1937 6

SPD Gabriele Hagemeister 1831 3

SPD Claus Waldschmidt 1805 5

SPD Klaus Faulenbach 1370 8

SPD Rudolf Herzberger 1341 7

FDP Horst Watz 568 4

FW Claudia Zecher 2161 2

FW Roland Ehmig 1696 1

FW Dieter Preis 1391 12

FW Andreas Becker 1367 8

FW Reimund Stohr 1354 3

FW Manfred Hein 1354 4

GAL Marian Moldenhauer 1987 2

GAL Dr. Burkhard Staude 1547 12

GAL Ilse Staude 1446 5

GAL Susanne Pickenbrock-Hindges 1383 3

GAL Ralph Wildner 1274 1

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