Kita-Provisorien: Bewährter Laubacher Betreiber ins Boot geholt

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LAUBACH - (ww). Wer soll's machen? Das ist eine berechtigte Frage, wenn es um den Betrieb von Kindergärten geht. Die Erweiterung der Betreuung in einem Container in Gonterskirchen beziehungsweise umgebaute Holzhäuser im Kernort hatten die Laubacher Stadtverordneten bereits Ende 2020 auf den Weg gebracht. Bürgermeister Peter Klug wollte allerdings noch ein Votum von den Kommunalpolitikern, wer es umsetzen soll.

Die Stadt habe kein entsprechendes Personal. Deshalb stellte Klug im Notausschuss den Antrag, zu entscheiden, ob es eine öffentliche "Ausschreibung" geben sollte oder der altbewährte Partner, die Oberhessische Diakonie (OD), auch hier ins Boot geholt wird. Immerhin ist die OD Betreiber aller anderen städtischen Kitas. Klug riet, weiter wie bisher zu machen, da die Diakonie eine verlässliche Größe sei. "Alles andere wird dauern." Die OD habe die Qualität, und es gebe Synergien für den Kita-Betrieb. Letztlich gab es eine klare Mehrheit für die Diakonie.

Hartmut Roeschen (SPD) fragte, ob bei der Umsetzung des Waldkindergartens in Gonterskirchen Eltern mithelfen wollten. Ja, das sei der Fall bei den Außenanlagen, aber insgesamt nicht so umfangreich wie das Engagement von Eltern im Naturkindergarten in Freienseen, antwortete Klug. "Eigentlich sollte fast jeder Stadtteil eine Kita-Gruppe erhalten, auch Münster." Röthges und Altenhain seien aufgrund ihrer Größe natürlich ein eigenes Thema. "Kurze Wege, kurze Beine" müssten sein, dieses Wahlmotto des ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Björn Erik Ruppel (CDU) habe ihm gefallen. Als Roeschen das aussprach, sorgte er für Erheiterung unter den Christdemokraten, obwohl das Lob natürlich gefiel. Das Motto lautete nämlich ursprünglich: "Kurze Beine, kurze Wege." Roeschen meinte, dass mit dem Container in Gonterskirchen lasse sich nicht anders machen, da sich die Eltern ja nicht für den Vorschlag einer anderen angedachten Lösung hätten erwärmen können. Das Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses hatten die Sozialdemokraten als Alternative vorgeschlagen.

Die Oberhessische Diakonie bezeichnete er als Platzhirsch. Er meinte, eventuell sei es nützlich, wenn einmal ein anderer Träger zum Zuge käme und andere pädagogische Ziele verfolge.

Klug betonte, dass die OD keine falsche Entscheidung sei, aber "sich dort Menschen hineingehängt hätten, die dort nicht zu suchen hatten." Damit spielte er noch einmal auf eine breit in der Öffentlichkeit diskutierte Personalentscheidung an, die in Freienseen in der städtischen Wald-Kita getroffen worden war und die dazu führte, dass jetzt ein privat geführter Naturkindergarten vor Ort zusätzlich entstand.

Siegbert Maikranz (CDU) sprach sich klar für die Diakonie als Betreiber aus. Michael Köhler von den Grünen sprach sich gegen den Hauptantrag wegen der baulichen Art aus: "Das ist ein katastrophales Zeichen nach außen, dass die Stadt in eine Containerlösung investiert." Das sei alles kurzfristig und nicht auf lange Sicht geplant. Dafür müsste bereits eine halbe Million Euro ausgegeben werden. "Gerade heute geht es darum, Kinderrechte umsetzen? Das steht auch in einer UN-Konvention. Doch wer hat die Kinder eigentlich gefragt? Jetzt zeigen wir nach außen, dass uns die nur einen Container wert sind."

Klug meinte allerdings: "Wir haben jetzt das Problem der fehlenden Plätze! Es soll schnell etwas passieren. Natürlich muss es die Zukunft bringen, dass es nicht mit Containerlösungen getan ist. Es geht um einen kurzfristigen Bedarf. Wir wollen schließlich auch nach 2023 wieder Baugebiete ausweisen." Momentan gebe es weder Grundstücke noch Gebäude. "Sollten sie mir sofort drei Millionen Euro freigeben, würde ich mich freuen. Jetzt wollen wir uns nur Luft verschaffen, um adäquate Plätze für die Zukunft zu finden." Dabei ist bereits das alte Feuerwehrgerätehaus Gespräch.

Ulf Häbel (FW) wollte wissen, ob die OD die Kita sofort umsetzen könne. Die OD-Bereichsleiterin Dr. Susanne Egbert war unter den Zuschauern und erklärte, dass in Gonterskirchen die zweigruppige Wald-Kita möglicherweise nach den Sommerferien stattfinden könne. Es seien aber viele Gespräche mit der Fachaufsicht zu führen. In Laubach sollen zusätzlich zwei Laumann-Holzhäuser umgebaut werden.

500 000 Euro sind für die Einrichtungen der beiden Kitas einzuplanen. Es entstehen laut Bürgermeistervorlage jährlich 732 000 Euro an Personalkosten, die an das OD zu überweisen sind.

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