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Kleines Dorf, großer Sieg

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So sehen Sieger aus: Rüddingshausen hat es geschafft und sichert sich beim Feuerwehr-Kreisentscheid in Grünberg den Sieg und die Fahrkarte zum Bezirksentscheid. Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp (2. v.r.), Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser (r.), Kreisbrandinspektor Mario Binsch (2. v.l.) und stellvertretender Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Lothar Theis (l.) nahmen die Siegerehrung vor. Foto: Wißner © Wißner

Kreis Gießen (twi). Rüddingshausen holt sich erstmals den Sieg beim Kreisentscheid der Hessischen Feuerwehrleistungsübung auf dem Gelände der Feuerwehr Grünberg.

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause nahmen acht Feuerwehren mit zehn Mannschaften an dem einmal mehr auf dem Übungshof der Freiwilligen Feuerwehr Grünberg ausgetragenen Kreisentscheid teil. Abonnementsieger Hattenrod war erstmals in diesem Jahrtausend nicht dabei, hatte in der Vergangenheit stets einen Treppchenplatz errungen und so war die Spannung groß, wer sich im ersten Wettbewerb nach Corona durchsetzen und für den Bezirksentscheid qualifizieren würde.

Dabei verfehlte der Sieger von 2017, Ettingshausen, diesmal den Sprung aufs Siegerpodest und rangierte noch hinter der zweiten Mannschaft aus Rüddingshausen auf dem fünften Platz. Eine einzige Frage war es, die das maximale Traumergebnis von 100 Prozent verhinderte, erzielten Leonie Kurz, Adrian Donker, Benjamin Nikolai, Moritz Bethke, André Zinnkann und Finn Bräuning aber dennoch insgesamt 99,65 Prozent und verwiesen damit überraschend deutlich die 97,27 Prozent erzielende Mannschaft Gießen Mitte mit Julius Wollmann, Sebastian Vollmer, Yannis Carstens, David Wunderlich, Sebastian Köhler, Omid Kamali, Jörg Bindhardt, Marcel Lüst und Lukas Imanuel Schuster auf dem zweiten Platz. Mit 94,81 Prozent erreichte Biebertals Löschzug Nord mit Nathalia Peschke, Michel Herrmann, Christian Peschke, Pascal Wahl, David Schad, Kai Peter, Alena Schad, Thomas Schmidt und Marco Ebert den dritten Platz.

Bezirksentscheid

Weil lediglich zehn Mannschaften am Start waren, darf nur das Siegerteam den Landkreis bei dem am 16. Juli in Kirchhain stattfindenden Bezirksentscheid des Regierungsbezirkes Gießen vertreten. Eine Mannschaft mehr am Start und Gießen hätte zwei Teilnehmer entsenden können. »Auch wenn wir alle wissen, dass die Pandemie noch nicht überwunden ist, so ist es gut, dass solche Veranstaltungen wieder stattfinden«, freute sich Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp (CDU) über einen erfolgreichen Wettkampf und hob auch im Namen von Landrätin Anita Schneider (SPD) hervor, dass zwar die Feuerwehr-Leistungsübung als Wettbewerb ausgestaltet sei, aber vor allem der Vorbereitung zum Einsatz dient, um Wissen zu festigen und zu erweitern. »Feuerwehrarbeit ist ehrenamtliche Arbeit und deshalb müssen wir auch immer wieder betonen, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr und eines jeden Einzelnen ist«, gratulierte Lipp. Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser (CDU) dankte auch den Grünberger Brandschützern für die Organisation und Verköstigung der Teilnehmer und Besucher und versicherte, dass dieser »schon immer hier in Grünberg stattgefundene Kreisentscheid eine gute Tradition ist und wir auch gerne weiterhin der Ausrichter dieser Veranstaltung sind«. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende, Lothar Theis (Grünberg), gratulierte den teilnehmenden Mannschaften und dem Siegertrio, wobei seitens des Kreisverbandes Rüddingshausen 150 Euro, Gießen Mitte 100 Euro und Biebertal 50 Euro als Geldprämie erhalten Gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Mario Binsch, der dem aus dem Landkreis Limburg-Weilburg stammenden Schiedsrichterteam dankte, nahmen Lipp und Schlosser die Siegerehrung vor.

Hinter dem Gewinnertrio rangierten Rüddingshausen II (94,23 Prozent), Ettingshausen (94,23 Prozent), Hungen (93,85 Prozent) und Fernwald I (88,69 Prozent) damit den Gewinn der goldenen Feuerwehrleistungsstufe, während Grünberg (84,63 Prozent), Göbelnrod/Weickartshain (83,79 Prozent) und Fernwald II (77,47 Prozent) die Leistungsstufe Silber erreichten.

Die Feuerwehrleistungsübung besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Im Praktischen werden Übungen für die Gruppe oder Staffel mit einem in der Gemeinde vorhandenen Löschfahrzeug durchgeführt. Grundlage der Übungen sind die in Hessen eingeführten Feuerwehrdienstvorschriften und die Unfallverhütungsvorschriften. Der theoretische Teil besteht aus der schriftlichen Beantwortung von 15 Fachfragen aus diversen feuerwehrtechnischen Teilbereichen, die innerhalb von zehn Minuten zu beantworten sind. Die Fragen wurden vom Fachdienst Gefahrenabwehr eigenverantwortlich aus einem Fragenkatalog der Hessischen Landesfeuerwehrschule ausgewählt.

Leistungsabzeichen

Jeder Teilnehmer einer Gruppe hat darüber hinaus die Möglichkeit das Eiserne, das Bronzene, das Silberne, das Goldene Feuerwehrleistungsabzeichen und neuerdings auch das Goldene Feuerwehrleistungsabzeichen mit Zusatzkennzeichnung für fünf und zehn Jahre zu erwerben. Hierfür ist es notwendig, einen Fragebogen mit Fachfragen innerhalb einer vorgegebenen Zeit, bei einer festgelegten Höchstpunktzahl von Fehlern schriftlich zu beantworten.

Im Hinblick auf die von den Feuerwehren in einer von der Technik geprägten Zeit zu bewältigenden Aufgaben soll die Hessische Feuerwehrleistungsübung die bereits erworbenen Kenntnisse in Praxis und Theorie festigen, ergänzen und damit den allgemeinen Leistungsstand anheben.

Im Mittelpunkt stehen die fachlichen Qualifikationen und die Leistung im Umgang mit der Feuerwehr zur Verfügung stehenden Einsatzmittel. Der Siegerehrung vorausgegangen war die Verleihung von insgesamt 62 Leistungsabzeichen, davon 28 Eiserne, sieben Bronze, neun Silber und sieben Gold sowie elf Gold mit Zusatzkennzeichen.

Das Eiserne Feuerwehrleistungsabzeichen erhielten Michel Herrmann, Nathalia Peschke, Marco Ebert (alle Biebertal), Jenny Annies, Matthias Auer, Leon Becker, Celine Fischer, Nils Knaup, Nick Kretschmer, Jonas Schäfer, Daniel Steil, David Stock (alle Fernwald), Sebastian Köhler, Lukas Imanuel Schuster (beide Gießen), Marvin Reitz, Alen Wolf, Nick Böcher, Marc Eckhardt, Timo Dörr, Joline Wilsbach, Mark Wilsch (alle Grünberg), Meike Dorothea Stoll, Malik Islamagic (beide Hungen), Moritz Bethke, Adrian Donker, Finn Bräuning (alle Rabenau), Jonas Ranch und Jenny Ratz (beide Reiskirchen). Das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze errangen Robin Fischer (Fernwald), Yannis Carstens, Omid Kamali (beide Gießen), Maximilian Jäckel, Tim Kremer (beide Grünberg), Philipp Moll (Hungen) und Andre Zinnkann (Rabenau). Das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber konnten Pascal Wahl (Biebertal), Julius Wollmann, Jörg Bindhardt (beide Gießen), Martin Möbus (Grünberg), Ben Richard Heinrich, Dana-Marie Möll (beide Hungen), Leonie Kurz, Benjamin Nikolai (beide Rabenau) und Nic Rietmann (Reiskirchen) in Empfang nehmen. Erfolgreich die Prüfung für das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold legten Alena Schade, Kai Peter (beide Biebertal), Florian Freimuth (Fernwald), Madeline Loth, Tamara Pitzer (beide Grünberg), Björn Winter und Adam Janoszka (beide Rabenau) ab. Das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold mit Zusatzkennzeichen (fünf Jahre) konnten Lukas Fischer, Sven Pausch (beide Fernwald), Marcel Lüst, Sebastian Vollmer, David Wunderlich (alle Gießen) und Henrik Bender (Hungen) und in Gold mit Zusatzkennzeichen (zehn Jahre) Thomas Fischer (Fernwald), Christian Keil (Hungen), Björn Schütz, Sascha Pascal Langer und Marvin Linker (alle Rabenau) entgegennehmen.

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