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Klimageld soll weiter laufen

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Von: Thomas Wißner

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Das Klimageld, ein Zuschuss für Umbauarbeiten zur Verringerung des CO2-Abdrucks, soll weiterlaufen. Das empfiehlt der Energieauschuss des Kreises. Symbolfoto: dpa © Thomas Wißner

Das Klimageld des Landkreises zur Verringerung des CO2-Ausstoßes soll weiter sprudeln.

Kreis Gießen (twi). Das »Klimageld« zur Verringerung des CO2-Ausstoßes soll es auch künftig als Bauförderung im Landkreis Gießen geben. Die Neufassung des Förderprogramms empfahlen Kreistagsabgeordnete als Mitglieder des Kreis-Umweltausschuss in den Condomer Stuben der Gallushalle in Grünberg.

Einzig und allein die AfD-Vertreterin votierte dagegen, die SPD enthielt sich, weil umweltschädliche Dämmstoffe gefördert wurden.

Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Christian Zuckermann (Grüne) war zuvor auf die Änderungen und die aktuellen Fördermaßnahmen eingegangen. Für das laut Zuckermannn »gut angenommene Förderprogramm« wurden bis zum 30. September 176 Anträge eingereicht, von denen jedoch nicht alle vollständig waren. 132 vollständige Anträge für 288 Maßnahmen lagen allerdings vor. Der Spitzenreiter beantragte sechs Maßnahmen.

Überwiegend handelte es sich dabei um Anträge für Ein- und Zweifamilienhäuser. Gefördert wurden 19 Projekte mit einer Wohnfläche unter 100 Quadratmeter, 71 Projekte mit einer Wohnfläche zwischen 100 und 200 Quadratmeter sowie 42 Projekte mit einer Wohnfläche über 200 Quadratmeter. Dabei handelte es sich um 21 Häuser, die vor 1945 erbaut wurden, 50 Häuser zwischen 1945 und 1970, 40 zwischen 1970 und 1990 sowie 21 nach 1990 und zwei Baudenkmäler mit Heizungstausch sowie eine Fassadendämmung.

Beantragt wurden 16 Dach-, 20 Fassaden-, 18 Kellerdeckendämmungen sowie 25 Dämmungem der oberen Geschossdecke. In 63 Fällen erfolgte ein Fenster-, 41-mal ein Haustür- und 53-mal ein Heizungstausch.

Ein hydraulischer Abgleich erfolgte in 25 Fällen, 16 individuelle Sanierungsfälle gab es und elfmal handelte es sich um eine Solarthermie. In 36 Anträgen wurde die Verwendung umweltschonender Produkte geltend gemacht.

75 Anträge wurden als Doppelförderung abgewiesen. 35 Projekte wurden auch durch Bafa und zwölf durch die KfW gefördert, wobei Überschneidungen bei der Förderung möglich sind.

24 Projekte wurden ganz oder teilweise in Eigenleistung realisiert; hier vor allem die Dämmung der Geschossdecke und der Rest dann Fachfirmen überlassen.

Für Abgleich entfällt Förderung

Künftig soll der hydraulische Abgleich nicht mehr zusätzlich zu einem Austausch der Heizungsanlage gefördert werden. Zudem wurden einige Formulierungen in den Förderichtlinien konkretisiert, die beim bisherigen Modus zu vielen Rückfragen geführt hatten.

Wie Zuckermann abschließend ausführte, wurden 50 Schreiben an Antragsteller für ein Feedback versandt. »Es wurde genau die Zielgruppe erreicht, die wir erreichen wollten.« Aufgewendet wurden rund 570 000 Euro, wobei das Geld erst fließt, wenn die Maßnahmen umgesetzt und geprüft sind. Ursprünglich hatte der Kreistag 250 000 Euro bewilligt. Die Gelder werden auch nur dann ausgezahlt, wenn alles so wie beantragt umgesetzt wird.

Die sich daraus ergebende Wirtschaftsförderung werde auf 3,3 Millionen Euro geschätzt, daran könne man erkennen, dass »es sich nicht nur um eine Unterstützung des Bauherrn, sondern auch der Firmen handelt«, war sich Zuckermann bei seiner Präsentation sicher.

Aus den Reihen der SPD wurde kritisch geäußert, dass immer noch CO2 ausstoßende Dämmmaterialien gefördert werden. »Wir hatten gehofft, dass nur umweltschonende Produkte gefördert werden. Dass man hier die Tür aufmacht, sodass auch umwelt- und klimaschädliche Materialien verbaut und gefördert werden können, das halten wir nicht für gut«, betonte Dirk Haas (SPD).

»Eine Kröte ist zu schlucken«

Zuckermann (Grüne) gab Haas in der Sache »zu 100 Prozent« recht, aber wenn man den CO2-Ausstoß verringern wolle, müsse man die ein oder andere Kröte schlucken. Das heiße nicht, dass man in der Zukunft einen anderen Weg gehen könne. »Langfristig gedacht ist das nicht. Schauen wir, dass wir es bei der nächsten Novellierung hinbekommen«, mahnte Karl-Heinz Funck (SPD).

Wie Zuckermann auf Nachfrage erklärte, reiche die Höhe der Förderung von wenigen 100 bis hin zu 20 000 Euro. »Da überlegt man sich dann schon einmal, ob man das machen kann oder nicht. Je mehr CO2 man einspart, desto mehr Geld bekommt man«, ist laut Zuckermann die Förderung aufgestellt.

Sandra Weegels (AfD) bemängelte, es sei der falsche Zeitpunkt, Gelder zur Verfügung zu stellen, wo es überall knapp sei. »Wir haben andere Probleme, als Investitionen zu animieren und zu sagen ›Verschuldet euch‹.«

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