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Knapp 21 Million Euro sollen investiert werden

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In der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Schule, Bauen, Planen und Sport wurden Projekte zu verschiedenen Sanierungsarbeiten an Schulen beschlossen.

Kreis Gießen (vb). Knapp 2,1 Millionen Euro will der Kreis in diesem und im nächsten Jahr für verschiedene Sanierungsmaßnahmen an vier Schulen ausgeben. Konkret geht es um die Grund- und Förderschule in Rodheim-Bieber, die Wilhelm-Leuschner-Schule in Heuchelheim, die Grünberger Theo-Koch-Schule und die Gesamtschule Gleiberger Land in Launsbach. Der Kreistagsausschuss für Schule, Bauen, Planen und Sport fasste in seiner jüngsten Sitzung die erforderlichen Projektbeschlüsse. Beim Vorhaben in Launsbach ist eine Umsetzung zunächst aufgeschoben, bis feststeht, ob die Schule abschnittsweise saniert oder gar neu gebaut wird.

Die größte Summe - knapp 714 000 Euro - ist für zwei Dachsanierungen an der Schule in Rodheim-Bieber erforderlich. Das Flachdach über Gebäude III ist ebenso undicht wie jenes über der Pausenhalle und dem Toilettentrakt. Aus Gründen der Statik und der Entwässerung könne die Dachform bei Gebäude III nicht geändert werden, heißt es in der Vorlage. Auch der Aufbau einer Photovoltaikanlage sei nicht möglich. Stattdessen ist eine Begrünung vorgesehen. Außerdem müssen starke Abplatzungen am Beton der Außenfassade saniert werden. Die Arbeiten sollen im Sommer erledigt werden und nach derzeitiger Kostenschätzung knapp 38 2000 Euro kosten.

Beim Dach über der Pausenhalle und dem Toilettentrakt kommt als Schaden hinzu, dass das Gefälle der Dachkonstruktion mangelhaft ausgeführt worden ist. In der Folge wird das Regenwasser nicht in die innenliegenden Dachgullys geleitet, sondern bleibt auf dem Dach. Vorgesehen ist nun, das Flachdach durch ein leicht geneigtes zu ersetzen. Aus statischen Gründen sei eine Photovoltaikanlage ebenfalls nicht möglich, heißt es in der Vorlage. Für die Arbeiten, die im Herbst erledigt werden sollen, werden die Kosten auf 33 2000 Euro geschätzt.

Die geplante Dachbegrünung diene dem Oberflächenschutz, auf den nicht verzichtet werden könne, da das Dach ansonsten permanent ungeschützt Kälte und Wärme ausgesetzt sei, erläuterte die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage. Thermische Einflüsse, UV-Strahlung sowie Regen, Hagel und Sonne beeinflussten und strapazierten das Dach derart, dass die Lebensdauer ohne adäquaten Oberflächenschutz enorm verkürzt werde. Ein Gründach schütze die Dachhaut dauerhaft vor diesen Einflüssen, reduziere die Reparaturanfälligkeit und verbessere die Lebensdauer. Zudem kühle und reguliere die Begrünung die Temperatur des Daches und habe auch Auswirkungen auf den Brandschutz.

Die statischen Voraussetzungen für die Installation einer Photovoltaikanlage seien nicht gegeben. Bei der Dachsanierung am baugleichen Gebäude 4 im vergangenen Jahr sei eine statische Berechnung durchgeführt worden. Ergebnis: Die Kombination einer Dachbegrünung in Leichtbauweise und einer Photovoltaikanlage oder von einer Bekiesung und einer Photovoltaikanlage würden die statischen Reserven des Daches fast vollständig ausschöpfen. Es müssten zudem witterungsbedingte Einflüsse auf die statische Reserve, insbesondere starke Regenfälle, berücksichtigt werden.

Um die Sporthalle geht es beim Sanierungsprojekt an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Heuchelheim. Die Unterdecke des 1964 erbauten Gebäudes hat laut Vorlage ihre technische Lebensdauer erreicht. Undichte Stellen sowie eine veraltete und unwirtschaftliche Beleuchtung werden unter anderem genannt. In der neuen Unterdecke sollen eine Deckenstrahlheizung und eine LED-Beleuchtung integriert werden. Die Kosten werden auf knapp 34 4000 Euro geschätzt. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien 2023 erledigt werden, um den Sportbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Knapp 400 000 Euro sollen für die Sporthalle an der Theo-Koch-Schule in Grünberg ausgegeben werden. Die Rauch- und Wärmeabzugsanlage sollen erneuert, die Hallenfenster sowie die Fenster und Türen im Bereich des Zuschauerfoyers ausgetauscht werden. Die Planungsarbeiten sind für dieses Jahr vorgesehen. Vor dem Hintergrund der aktuell sehr langen Lieferzeiten im Metallbau aufgrund der Rohstoffknappheit im Bausektor sei die Sanierung erst in den Sommerferien 2023 möglich, teilte die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage mit. Der Zeitraum der Sommerferien soll genutzt werden, um den Betrieb der Halle möglichst wenig zu stören.

Neue Küche für die GGL

Schließlich ist vorgesehen, die Gesamtschule Gleiberger Land mit einer Selbstversorgungsküche auszustatten. Somit will man wie an anderen Gesamtschulen die Schüler beim Kochen pädagogisch einbeziehen. Damit geht ein langgehegter Wunsch der Schule in Erfüllung. Laut Vorlage nutzen zur Zeit rund 100 Kinder das Mittagessenangebot von Zaug. Die Erfahrungen an anderen Schulen zeige, dass die Teilnehmerzahl bei einer Selbstversorgungsküche deutlich ansteige. Damit sollen täglich bis zu 200 Essen gekocht und ausgegeben werden. Die vorhandene Ausgabeküche soll um einen Raum, der bisher als Büro und für Lehrmittel genutzt wird, erweitert werden. Verschiedene Wanddurchbrüche, eine neue Lüftungsanlage und neue Abwasserleitungen sind vorgesehen. Die neue Küche wird eine ähnliche Ausstattung erhalten wie jene an der Gesamtschule Busecker Tag oder der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar. Die Kosten werden auf 600 000 Euro geschätzt.

Wann die Arbeiten erledigt werden, steht indes noch nicht fest. Ursprünglich war geplant, dass es im ersten Quartal losgehen sollte. Die Fertigstellung war für die Sommerferien vorgesehen. Wie die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage mitteilte, wurde der Zeitplan in Abstimmung mit der Schulleitung geändert, um Untersuchungen zu einer möglichen abschnittsweisen Komplettsanierung der Schule gegenüber einem Neubau abzuwarten. Ergebnisse werden für die zweite Jahreshälfte erwartet.

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