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Koalition: Chance auf Bundesförderung nutzen

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Kreis Gießen (red). Die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und Freien Wählern haben Landrätin Anita Schneider (SPD) in einer Pressemitteilung aufgefordert, schnell eine Projektskizze erstellen zu lassen, um sich für »On-demand-Verkehre« um Fördergelder des Bundes zu bewerben. Dabei geht es um eine Verbesserung des ÖPNV.

Eine Arbeitsgruppe des Kreistages hatte zu dem Thema im November eine Verkehrsanalyse beraten. Konkret geht es darum, flexible Zusatzverkehre, die bei Bedarf fahren, einzurichten. Es soll ein passgenaues Angebot geschaffen werden, so dass Bürger ohne lange Wartezeiten aus den abgelegeneren Ortschaften zu den zentralen Anschlussverkehren kommen können.

Eigentlich war vereinbart, die vorliegenden Informationen in den Fraktionen zu beraten, um dann zu einem späteren Zeitpunkt erneut in der Arbeitsgruppe eine Empfehlung abzugeben. »Diese Zeit haben wir nun nicht mehr«, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Tobias Breidenbach. Anfang August sei im Staatsanzeiger ein Förderaufruf für »Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV« veröffentlicht worden, Damit gebe es eine Chance für eine umfangreiche Förderung von »On-Demand-Verkehren«. Eine Projektskizze hierzu müsste spätestens am 9. September beim Bundesministerium eingereicht werden.

Kerstin Gromes von den Grünen sah trotz der knappen Zeit eine realistische Chance, eine aussagekräftige Projektskizze vorzulegen, da es die Verkehrsanalyse des Verkehrsträgers ZOV bereits gebe.

Laut Kurt Hillgärtner von den Freien Wählern stehen im Fördertopf 150 Millionen Euro zur Verfügung. 70 Prozent davon sollten explizit dem ländlichen Raum wie dem Landkreis Gießen zur Verfügung gestellt werden. »Somit hätten wir die Möglichkeit, gleich in mehreren Teilen des Landkreises ›On-Demand-Systeme‹ auszuprobieren und zu etablieren. Gerade in der aktuellen Wirtschaftslage kann hier eine starke Entlastung für viele erzielt werden.«

Dem ersten Förderaufruf sei der Landkreis noch nicht gefolgt. Damals habe es zahlreiche Bewerber gegeben, von denen nicht alle berücksichtigt wurden. Die Fraktionsvorsitzenden sind sich bewusst, dass es beim zweiten Förderaufruf ebenfalls ein sehr hohes Interesse geben werde und nicht alle eine Zusage erhalten. Bei einem Zuschlag könne der ÖPNV im Landkreis flächendeckend und nicht nur punktuell verbessert werden.

Breidenbach, Gromes und Hillgärtner sichern der Landrätin ihre Unterstützung zu und wünschen sich, dass schnellstmöglich gemeinsam mit dem Verkehrsträger ZOV eine aussagekräftige Bewerbung eingereicht wird. Sollte der Landkreis sich nicht bewerben, sei dies eine vertane Chance, heißt es abschließend.

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