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Bettenhäuser Bürger forderten eine Lösung für ihr Dorfgemeinschaftshaus.

Kompromiss für Bettenhausen

Lich (kag). Mit einem Kompromiss hat das Licher Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung die Diskussion um den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) in Bettenhausen entschärft. 335 000 Euro stehen im Haushalt 2022 für Planungsleistungen zur Verfügung. Die Hälfte davon ist mit einem Sperrvermerk versehen, den das Parlament aufheben muss, damit das Geld ausgegeben werden kann.

Für den eigentlichen Bau wurde eine Verpflichtungsermächtigung für den Etat 2023 von ursprünglich drei auf zwei Millionen Euro reduziert. Diesen Vorschlag von Magnus Schneider (BfL) beschloss das Parlament bei Enthaltungen der Freien Wähler. Vor der Sitzung hatten Bettenhäuser demonstriert.

»Wir brauchen unser DGH« und »Kein Vereinsleben ohne DGH« stand auf den Transparenten der Bürger, die vor der Sport- und Kulturhalle Muschenheim für den Erhalt, die Renovierung oder den Neu-bau ihres Dorfgemeinschaftshauses demonstrierten. Etwa 100 Frauen und Männer aus dem 500 Einwohner starken Stadtteil waren mit ihrem Ortsvorsteher Michael Rückel zur Parlamentssitzung gekommen. Es war »Gefahr im Verzuge«, denn im Haupt- und Finanzausschuss war beschlossen worden, die Planungskosten mit einem Sperrvermerk zu versehen und die Verpflichtungsermächtigung zu streichen (der Anzeiger berichtete). Eine Lösung für Bettenhausen wäre damit weit in die Ferne gerückt.

»Unser Dorfgemeinschaftshaus ist seit Jahren hochfrequentiert und für unser Vereinsleben und zahlreiche weitere Veranstaltungen im Dorf essenziell«, betonte Ortsvorsteher Rückel. Wer in den vergangenen Jahren einmal in dem Gebäude war, kennt die Probleme. . Es fängt schon damit an, dass seit Jahren der Haupteingang nicht genutzt werden kann. Aber es gibt weitere massive Schäden, wie das Ingenieurbüro Zacharias aus Butzbach festgestellt hatte: Die Statik ist nicht in Ordnung, es gibt Schadstoffe in den verwendeten Materialien und Schimmel wurde festgestellt. Und das sind nur einige der Problempunkte. In der Konsequenz ist der Haupteingang gesperrt und der Aufenthalt im Keller, einschließlich Gastraum, Kegelbahn und Kühlraum ist untersagt. Man benötige auch kein grundsätzlich neues Nutzungskonzept, sagte Rückel. »Wir wollen nur unser DGH wieder haben und auch so nutzen, wie wir uns das hier vorstellen.«

Der Ortsvorsteher und Vereinsvertreter hatten einen Brief an die Stadtverordneten geschrieben. Bettenhausen sei ein sehr aktiver Licher Stadtteil und so solle es auch bleiben. »Von daher benötigen wir ein voll funktionsfähiges DGH und bitten Sie, die entsprechenden Gelder für Planung und Abriss zu genehmigen.«

In der Stadtverordnetenversammlung freute sich Josef Benner (FW) darüber, dass das Bündnis aus BfL, Grünen und FDP Erkenntnisgewinn habe. Aber das Dorfgemeinschaftshaus in Bettenhausen sei in den vergangenen Jahren ständiges Thema gewesen. Mal habe es da, mal dort geklemmt, so Benner.

Magnus Schneider (BfL) bedankte sich bei den Bürgern aus Bettenhausen für ihr Engagement. Er freue sich, wenn Mitbürger ihre Anliegen auch öffentlich vortragen. »Wir brauchen solche Mitbürger«, sagte Schneider. Es sei falsch, dass die BfL kein DGH wollten. »Richtig ist, wir wollen ein Dorfgemeinschaftshaus für die Bürger von Bettenhausen.« Aber das Verfahren müsse anders laufen. Man solle hier über 3,5 Millionen Euro abstimmen und habe bisher keine Informationen zu dem Projekt erhalten. Man kenne weder Gutachten, noch Schätzungen oder Pläne. Der Sperrvermerk solle nur verhindern, dass Geld ohne Plan ausgegeben werde. Er wünsche sich einen geordneten Prozess mit allen Beteiligten - den Bettenhäusern, dem Ausschuss, den Stadtverordneten und der Verwaltung - mit allen Unterlagen und Informationen, die benötigt werden. Dan formulierte Schneide den eingansg erwähnten Kompromissvorschlag.

Auch Michael Pieck (Grüne) bekräftigte, man habe keine Informationen gehabt, und man wolle das Beste für Bettenhausen. Das DGH werde gebaut, aber man wolle über das Wie entscheiden. In den vergangenen Jahren habe man viel in das alte DGH investiert, bedauerlicherweise ohne einen Mehrwert. Eher grundsätzlich äußerte sich Josef Benner, der beklagte, dass das Vertrauen in den Magistrat fehle und dass es grundsätzlich zu viel Misstrauen gebe.

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