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Kosten von knapp 24 Millionen Euro

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Von: Volker Böhm

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Schulleiterin Andrea Stremme (r.) erläuterte den Ausschussmitgliedern in einem teils fertiggestellten Bereich im Erdgeschoss, wie künftig mit einem offenen Konzept in der Willy-Brandt-Schule gearbeitet werden soll. Foto: Böhm © Böhm

2024 soll die Sanierung beendet sein. 24 Millionen Euro an Kosten werden hochgerechnet. Jetzt besuchte der Schulausschuss des Kreises die Willy-Brandt-Schule in Gießen.

Kreis Gießen. Rund 1700 junge Frauen und Männer besuchen die Willy-Brandt-Schule, die Kreisberufsschule. Ein großer Teil von ihnen auf einer Baustelle, denn dass Gebäude wird umfangreich saniert und modernisiert.

Deshalb wird ungefähr die Hälfte der Schüler in der ehemaligen Gesamtschule in Biebertal unterrichtet. »Es ist die größte Schulbaustelle des Landkreises«, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Christopher Lipp (CDU). Das spiegelt sich auch in den Kosten wider. Innen- und Außensanierung summieren sich auf knapp 24 Millionen Euro. Bis Sommer 2024 soll alles fertig sein. Am Dienstagnachmittag informierten sich die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Schulen, Bauen, Planen und Sport auf der Baustelle.

Lipp verwies auf das Offensichtliche, das sich auch auf diese Baustelle auswirkt: die sehr angespannte Lage auf dem Bausektor, Materialengpässe, enorme Preissteigerungen und steigende Energiepreise. Deshalb wird auch das Projekt »Willy-Brandt-Schule« teurer als geplant.

Bei der energetischen Außensanierung des Gebäudes - begonnen wurde im Frühjahr 2021 - sei man mit 7,35 Millionen Euro im Kostenplan. Dies liege auch daran, dass gute Ausschreibungsergebnisse erzielt wurden - vor dem Krieg gegen die Ukraine.

Anders sieht es hingegen bei der Innensanierung und Modernisierung aus, die seit Sommer 2020 läuft. Laut Lipp gab es bei vielen Gewerken in den Bauabschnitten eins und zwei, darunter Heizung, Lüftung, Sanitär oder Brandschutz, »deutliche Steigerungen«. Beim dritten Bauabschnitt stünden die Vergaben noch aus. Es seien aber die Kostenschätzungen aktualisiert und im Haushalt 2023 berücksichtigt worden.

Der Erste Kreisbeigeordnete hob hervor, dass man im Zeitplan sei. Die Außensanierung soll bis zum Sommer 2023 abgeschlossen sein, ein Jahr später dann auch die Innensanierung.

Lipp dankte der Schulgemeinde für die Geduld und das Improvisationsvermögen. Und er dankte Martin Adler, Projektleiter aus dem Fachdienst Bauen in der Kreisverwaltung. Adler ist auch zuständig für den Teil-Neubau der Limesschule in Watzenborn-Steinberg.

»Sehr anstrengende Zeit«

»Heute sehen Sie schon eine Veränderung«, kündigte Schulleiterin Andrea Stremme den Ausschussmitgliedern an. In einem Bereich im Erdgeschoss könne man schon erkennen, wie es mal werden soll. Sie sprach von einer »sehr anstrengenden Zeit für die Schulgemeinde«. Zwei Standorte seien eine Belastung für die Kollegen, die sich aber auf die Fertigstellung freuten. Stremme lobte die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem Architekturbüro Schmees-Wagner. »Die Willy-Brandt-Schule ist eine Schule der Vielfalt. Wir sind eine echte Landkreis-Berufsschule.«

Beim Rundgang zeigte Projektleiter Adler den Ausschussmitglieder die verschiedenen Stadien der Sanierungsarbeiten. Außen dominieren noch die Gerüste, einige der Dächer sind bereits saniert. Bei anderen steht dies noch aus. Der erste Stock ist weitgehend entkernt. In einem anderen Bereich ist schon die künftige Struktur mit einem »Marktplatz« in der Mitte und den darum herum gruppierten Unterrichtsräumen zu erkennen. Wie die Schulleiterin berichtete, bleibt es bei den zu Corona-Hochzeiten eingeführten offenen Türen. Erfahrungen aus anderen Schulen zeigten, dass diese für eine andere der Rücksichtnahme sorgten. Im Erdgeschoss zeigte Stremme noch den Bereich der Textiler, der schon weitgehend fertiggestellt ist.

In der anschließenden Beratung sprach SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Haas von einer »richtungsweisenden Entscheidung« zur Sanierung der Kreisberufsschule. Kreistagsvorsitzender Claus Spandau (CDU) erinnerte an die lange Vorgeschichte. Nun sei die Willy-Brandt-Schule auf einem guten Weg. Lipp betonte, dass es wichtig sei, Schulen bei Sanierungen frühzeitig einzubinden, um das Raumkonzept und das pädagogische Konzept abzustimmen.

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