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Kreisförmig fließende Bewegungen

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Miriam Seipp und Michel Spitzner demonstrieren eine Hebeltechnik, die beim Hapkido zum Einsatz kommt. Seit 25 Jahren wird die koreanische Selbstverteidigungskunst in Oppenrod angeboten. Foto: Sportfreunde Oppenrod © Sportfreunde Oppenrod

Dank Petra und Andreas Brüll gibt es seit nunmehr 25 Jahren im Vereinsangebot der Sportfreunde Oppenrod die defensive koreanische Kampfkunst-Sportart Hapkido.

Buseck . (sil). Ein Angebot, das für einen dörflichen Sportverein nicht alltäglich ist, gibt es bei den Sportfreunden Oppenrod seit nunmehr 25 Jahren: Hapkido. Die damals neue Sparte im Verein ist Petra und Andreas Brüll zu verdanken.

Koreanische Kampfkunst

Als die beiden 1996 ihren Wohnort von Kassel nach Oppenrod verlegten, trainierten sie bereits seit neun Jahren diese Selbstverteidigungskunst aus Korea. Eine defensive Kampfkunst, die durch die Vielfalt ihrer Techniken besticht. Besonders charakteristisch sind die zahlreichen Hebeltechniken, welche zusammen mit Wurf-, Tritt- und Schlagtechniken den Schwerpunkt in allen Hapkido-Stilen bilden. Die Bewegungen im Hapkido werden vornehmlich kreisförmig und fließend ausgeführt.

»Da es hier keine vergleichbaren Trainingsmöglichkeiten gab, war es nur logisch, dem örtlichen Sportverein unser Engagement anzubieten«, erinnern sich die damaligen Neubürger. »Wir wurden mit offenen Armen empfangen, nach Kräften unterstützt und sofort in das vielfältige Vereinsleben eingebunden.«

Am 26. Juni 1997 begann der erste Kurs, der so viel Anklang fand, dass Hapkido als achte Sportart umgehend in das Vereinsangebot aufgenommen wurde. Bereits nach kurzer Zeit musste eine zweite Trainingsstunde eingerichtet werden. Schon ein Jahr später, 1998, legten sechs der ersten Aktiven eine Prüfung in der Kassler Kampfkunst-Schule von Großmeister Choi ab. Spätere Gürtel-Prüfungen wurden durch Andreas Brüll (Dritter Dan in Hapkido) in Eigenregie in der Rahberghalle abgenommen.

Mit der Geburt der Tochter im Jahr 2000 mussten die Eheleute Brüll ihr Engagement im Verein reduzieren. Das Training leitet seither Andreas Brüll alleine, erhielt aber dabei zuverlässige Unterstützung von heranwachsenden Hapkido-Schülerinnen und Schülern. »Zum Glück gab es Anatoli Breit. Da ich mit zunehmenden Verpflichtungen in meinem Beruf als Studienrat die frühen Trainingszeiten des Öfteren nicht wahrnehmen konnte, war Anatoli - inzwischen Rotgurt und lizenzierter Übungsleiter - mehr als nur ein Ersatztrainer. Leider wohnt er nicht mehr in der Region.« Mittlerweile ist dafür aber die 22-jährige Tochter Leonie im Trainingsbetrieb voll involviert.

Teilnehmerzahl zuletzt rückläufig

Waren es 2014 noch 30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die zum Hapkido-Training in die Rahberghalle kamen, setzte danach ein rückläufiger Trend ein. Im Sportjahr 2019 waren es nur noch zehn Aktive. »Dennoch halte ich dieses sportliche Angebot für die Kinder und Jugendlichen für sehr wichtig. Sind doch die Ziele des Hapkido-Trainings auch in Schule und Beruf gefragte Kompetenzen: Neben der körperlichen Fitness und Beweglichkeit fördert Hapkido Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, innere Ruhe, Geduld, Ausdauer und Beharrlichkeit und nicht zuletzt den respektvollen und rücksichtsvollen Umgang miteinander«, betont Brüll. All diese Eigenschaften stecken quasi im Wort drin: Hap steht für Harmonie, Ki für Energie, Do für den Weg.

»Wir geben nicht auf, trainieren nach wie vor dienstags und donnerstags von 18 bis 19.30 Uhr in der Rahberghalle«, sagt er. Brüll würde sich nach der Sommerferienpause über neue Teilnehmer freuen.

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