1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Kreistag will, das Ärztlicher Bereitschaftsdienstes in Lich erhalten wird

Erstellt:

gikrei_1103_aebd_vb_11032_4c
Die Kassenärztliche Vereinigung plant, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Lich zum 20. Juni zu schließen. Archivfoto: Schäfer © Red

Der Kreistag hat die Kassenärztliche Vereinigung aufgefordert, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Lich nicht zu schließen.

Kreis Gießen (vb). Der Kreistag hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) »eindringlich« aufgefordert, die geplante Schließung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) in Lich nicht umzusetzen. Der Antrag von CDU, Grünen, SPD, Freien Wählern und FDP wurde einstimmig gebilligt. Der Kreisausschuss soll Gespräche mit der KV führen, um die Schließung zu verhindern und die Qualität der ärztlichen Versorgung im Ostkreis zu erhalten. Das Sozialministerium wird gebeten, sich für den Erhalt des ÄBD einzusetzen.

Wie der Anzeiger zuerst am 27. Februar berichtet hatte, soll der ÄBD - angesiedelt bei der Asklepios Klinik - am Sonntag, 19. Juni, zum letzten Mal öffnen. Begründung: Die Auslastung ist laut einer von der KV geführten Statistik zu gering. Danach gäbe es für Kranke nach Schließung der Arztpraxen oder am Wochenende als Anlaufstelle nur noch den ÄBD in Gießen. Standorte in Lollar, Linden und Grünberg waren bereits vor einigen Jahren geschlossen worden. Bürger aus den Ostkreiskommunen müssen also die Fahrt nach Gießen auf sich nehmen.

Die Fraktionen befürchten, dass deshalb nach der Schließung bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen der Rettungsdienst gerufen oder die Notaufnahme der Asklepios Klinik aufgesucht wird. Das beansprucht Kapazitäten, die für dringende Notfälle eventuell nicht zur Verfügung stehen. Der ländliche Raum werde durch die Schließung »extrem geschwächt« und es werde eine schlechtere Gesundheitsversorgung in Kauf genommen.

Kritik üben die Fraktionen daran, dass die Begründung der KV »unzureichend« sei. Es lägen keine konkreten Zahlen zur Auslastung vor, ebenso wenig Informationen, welche Faktoren für den Beschluss zur Schließung relevant waren. Florian Vornlocher (CDU) sprach von einem »unzumutbaren Zustand«, weshalb man ein gemeinsames Signal senden müsse.

»Wir über die Pläne der KV auch überrascht«, erklärte Landrätin Anita Schneider (SPD) mit Blick auf den Anzeiger-Bericht. Für gestern war ein Gespräch mit Vertreter der KV geplant. Über das Ergebnis war aus der Kreisverwaltung zunächst nichts zu erfahren. Der Kreisausschuss spreche aber auch mit der Stadt Lich, weiteren Kommunen und der Asklepios Klinik über das Thema. »Das ist eine Informationspolitik, die wir nicht akzeptieren könne«, rügte die Landrätin die KV. Schon nach der Schließung der anderen ÄBD sei es zu mehr Einsätzen des Rettungsdienstes gekommen. Ähnliches befürchte man im Falle der Schließung in Lich.

Auch interessant