1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Künstliches Licht hat enorme Auswirkungen

Erstellt: Aktualisiert:

Kreis Gießen (red). Der Nachtschwärmer orientiert sich als nachtaktives Insekt an seiner natürlichen Lichtquelle am Nachthimmel - dem Mond. Doch leider sehen aus der Perspektive eines etwa vier Zentimeter großen Falters künstliche Lichtquellen genauso aus: groß, rund und vor allem hell.

Das kann nicht nur verwirrend, sondern auch lebensgefährlich sein - für den Nachtschwärmer und andere nachtaktive Tierarten, die vor Erschöpfung nicht mehr fliegen können oder ihre Orientierung verlieren.

»Die Auswirkungen von künstlichem Licht in der Nacht auf unsere Umwelt sind enorm«, sagt Naturschutz-Dezernent Christian Zuckermann. »Wir Menschen mögen in unseren Häusern schlafen und die Rollläden schließen, vielleicht auch eine Schlafmaske aufsetzen, um in völliger Dunkelheit zur Ruhe zu kommen.« Doch der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus von wildlebenden Tieren werde erheblich gestört, so der hauptamtliche Kreisbeigeordnete. Ein spannendes Beispiel sei zudem, dass über 80 Prozent der Schmetterlinge nachtaktiv sind und eine große Rolle in der Bestäubung von Pflanzen spielen: »Die zurückgehende Biodiversität unserer nachtaktiven Insekten hat somit Einfluss auf die Pflanzenwelt und schließlich auch auf uns Menschen.«

Beleuchtung im Garten überdenken

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen empfiehlt zugunsten der nächtlichen Biodiversität, die eigene Außenbeleuchtung am Haus und im Garten zu überdenken. Das Anstrahlen von Bäumen und Büschen sollte vermieden sowie die Beleuchtungsdauer durch Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren auf das nötigste Licht reduziert werden.

Geeignet dafür sind energieeffiziente LED-Lampen mit geringer Watt-Zahl und warmweißem Licht unter 3000 Kelvin. Außerdem freuen sich nachtaktive Insekten - sei es im Garten oder auf dem Balkon - über die folgenden Pflanzen als Nahrungsquelle: Nachtviole, Nachtkerze, weiße Lichtnelke, Flammenblume, Königskerzen, Seifenkraut und Borretsch. Fragen beantwortet die Untere Naturschutzbehörde unter naturschutz@lkgi.de. Weitere Informationen und nachtfreundliche Planungshilfen für Haus und Garten sind unter www.biosphaerenreservat- rhoen.de zu finden.

Verwaltung nimmt an »Earth Hour« teil

Auf dem Gelände der Kreisverwaltung geht am Samstagabend um 20.30 Uhr das Licht aus. »Der Landkreis Gießen beteiligt sich damit erstmals an der ›Earth Hour‹, einer weltweiten Aktion des WWF, und schaltet die Außenbeleuchtung am Riversplatz für eine Stunde ab. Wir möchten ein Zeichen für den Klima- und Artenschutz setzen sowie Bürger im Landkreis Gießen motivieren, sich ebenfalls an der Aktion zu beteiligen«, erklärt Christopher Lipp, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für kreiseigene Liegenschaften. Interessierte können sich unter www.wwf.de/earth-hour anmelden.

Auch interessant