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Landesbahn soll Strecke übernehmen

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Bei RHI in Mainzlar soll wieder über die Schiene angeliefert werden. Dazu muss die Teilstrecke Lollar-Mainzlar in Betrieb genommen werden. Archivfoto: Moser © Red

Die Deutsche Bahn signalisiert Verkaufsbereitschaft für die Gütergleise zum RHI-Werk in Mainzlar. Die Hessische Landesbahn (HLB) soll übernehmen. Und für die Lumdatalbahn ist das auch ein Signal.

Kreis Gießen (red). Für eine Wiederaufnahme des Schienengüterverkehrs zum RHI Magnesita-Werk in Mainzlar ist ein bedeutendes Hindernis aus dem Weg geräumt. Die Deutsche Bahn habe sich bereit erklärt, die drei Kilometer lange Strecke zum Zweck der Reaktivierung an die Hessische Landesbahn (HLB) zu verkaufen, teilte der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch mit. »Das ist ein Durchbruch für die Standortsicherung des Werkes Mainzlar. Gleichzeitig bringt dies die Bemühungen um eine Reaktivierung der Lumdatalbahn für den Personenverkehr einen großen Schritt voran«, erklärte der Minister.

Die RHI Magnesita Deutschland AG hatte den Erhalt des Standorts von einer Wiederherstellung der Schienenanbindung über die derzeit stillliegende Lumdatalbahn zwischen Lollar und Mainzlar abhängig gemacht. Mit der Abgabe an die landeseigene HLB stehe nun eine Betreiberin zur Verfügung.

Dies habe auch Auswirkungen auf die laufenden Planungen, den Personenverkehr auf der Lumdatalstrecke von Lollar bis Londorf wiederaufzunehmen.

Schritt hin zum Nahverkehr

»Dass der Abschnitt bis Mainzlar auch zum Güterverkehr dienen wird, erhöht den Nutzen des Projekts Lumdatlbahn und damit die Realisierungschancen«, erläuterte Al-Wazir.

»Ich freue mich, dass unsere intensiven Gespräche zu einem guten Ergebnis geführt haben«, sagte der Minister. Die HLB, das Land, der Landkreis Gießen, die Stadt Staufenberg und die RHI Magnesita würden nun zeitnah eine Vereinbarung abschließen und darin die Finanzierungsfragen regeln.

Auch erste Reaktionen aus der Politik gab es. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Felix Döring, der kürzlich noch das Werk besucht hatte, meinte: »Unmittelbar nach meinem Termin vor Ort habe ich umgehend alle mir zur Verfügung stehenden Mittel genutzt, um das Verfahren zu beschleunigen. Es freut mich, dass es nun zu einem Abschluss kommt und die Bahn das entsprechende Streckenstück an die HLB abgibt. Das ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten, ganz besonders für die Beschäftigten.«

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Nina Heidt-Sommer (SPD) zeigt sich erfreut über Mitteilung der Deutschen Bahn. »Dies ist ein guter Tag für die Sicherung des Standorts von RHI Magnesita in Mainzlar und zeigt, was möglich ist, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.«. Heidt-Sommer lobte vor allem das Engagement der Beschäftigten, die lange und hartnäckig um ihr Werk gekämpft hätten. »Peter Gefeller als Staufenberger Bürgermeister, Landrätin Anita Schneider und auch Felix Döring haben an deren Seite gestanden und ihren Einfluss in den Ministerien geltend gemacht. Und Gefeller betonte: »Es ist geschafft! Unsere »Schamott« ist gerettet. Nach monatelangen Verhandlungen ist es gelungen, die Signale für den Weiterbetrieb des Werks in Mainzlar endgültig auf grün zu stellen.«

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