Laubach geht in die Stichwahl

  • schließen

LAUBACH - Laubach geht in die Stichwahl. Matthias Meyer (unabhängig, unterstützt von SPD und Grünen) holte 46 Prozent der Stimmen. Sein Mitbewerber Björn Erik Ruppel (CDU) 43,7 Prozent. Letztlich trennen beide exakt 100 Stimmen. Florian Kempff (unabhängig, unterstützt von der FDP) schied mit 10,3 Prozent aus. Damit müssen die Laubacher am 20. Dezember erneut zur Wahl gehen, um ihren Bürgermeister zu bestimmen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 56,2 Prozent.

Meyer holte fünf Stadtteile einschließlich der Kernstadt. Ruppel dagegen nur vier, ging allerdings als Sieger der Briefwahl hervor. Die Freienseener sind Meyer-Anhänger (58 Prozent), die Wetterfelder (50,3 Prozent) stimmten dagegen für Ruppel. In den beiden Stadtteilen holten die Kandidaten prozentual die meisten Stimmen.

Beide Bewerber, die weiterkamen, freuten sich natürlich über ihre Ergebnisse. Besonders stolz kann Matthias Meyer sein, der gegen den etablierten Björn Erik Ruppel aus dem Stegreif das bessere Ergebnis holte. Beider Dank ging an ihre Wähler. Ruppel betonte: "Ich werde fair und ehrlich weitermachen." Meyer zeigte sich "sehr zufrieden. Ich habe meine Ziele erreicht und gehe mit guten Voraussetzungen in die Stichwahl."

Lange ausgezählt

Erst um 20.46 Uhr gab es ein Wahlergebnis, weil die Auszählung der Briefwahlstimmen länger dauerte. Alle Stadtteilergebnisse lagen bereits kurz nach 19 Uhr vor. Die Lauterer waren besonders schnell bei der Auszählung. Bereits 20 Minuten nach Wahlschluss stand fest, dass Meyer dort 51,7 Prozent der Stimmen geholt hatte.

Beide Kandidaten waren auf Einladung des Stadtverordnetenvorstehers Joachim Michael Kühn (FW) in den Rathaussaal gekommen. Die Show stahl ihnen aber ein junger Mann. Florian Kempff hat seinen 14-jährigen Sohn Leonard mitgebracht. Er setzte sich ans Klavier und spielte einige bekannte Stücke wie "Pour Elise", während alle auf die Ergebnisse der beiden Briefwahlbezirke warteten. Im Rathaussaal durften aus Pandemiegründen nur 30 Personen eingelassen werden. Vor Ort war auch der scheidende Bürgermeister Peter Klug, der den kurzen Draht zum Wahlvorstand hatte und teils Zwischenstände verkündete, bevor diese auf der Leinwand einliefen. Die Freien Wähler streamten live aus dem Rathaus mithilfe eines besonderen WLAN-Routers, den Kempff zur Verfügung gestellt hatte. Das stadteigene Netz war aufgrund der Last zuvor zusammengebrochen, sodass der Liberale kurzfristig Equipment seiner Firma einsetzte.

Obwohl Kempff klar verlor, durfte er doch einen Sieg der Herzen einfahren. Als Bürgermeisterkandidat war er am Donnerstag für den guten Zweck in 13 Stunden 47 Kilometer an den Grenzen Laubachs entlang gewandert. Dabei kamen, wie er jetzt verkündete, 649,15 Euro für die Laubacher Tafel zusammen. Stadtverordnetenvorsteher Kühn hatte in der vergangenen Woche die Kandidaten um eine Spende für die städtische Aktion "Laubach hilft" gebeten. Diese möchte vor WeihnachtenEinkaufsgutscheine an die Tafel-Nutzer verteilen. Kühn bedankte sich besonders bei Kempff, der sofort sein Engagement angekündigt hatte, aber auch den anderen Kandidaten, die Spenden zugesagt hatten. Und für den Harbacher selbst brachte der Lauf auch etwas Gutes: "Ich habe dabei acht Kilo verloren."

Sein Ausscheiden machte er an drei Punkten fest. Er habe sich zu wenig Zielgruppen zugewandt, an keine Fraktion oder Partei angelehnt wie die anderen, aber auch der zeitliche Verlauf habe gegen ein besseres Ergebnis gesprochen. Persönlich freute er sich darüber, dass er die Zehn-Prozent-Marke an Stimmen knacken konnte. Kempff kann sich vorstellen, seinen Unterstützern für die Stichwahl eine Empfehlung zu geben, wollte aber am Wahlabend nicht konkreter werden. "Das kommt darauf an, von wem meine Themen aufgegriffen werden."

Jedenfalls würde es ihn freuen, wenn man den von ihm initiierten Spendenlauf beibehielte. "Ich habe auch schon einen Namen ,Laubach-Forrest-Man' in Anlehnung an den ,Ironman'-Wettbewerb."

Das könnte Sie auch interessieren