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Lichtblick in Sachen »Bürgerstuben«

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Den Betrieb der »Hüttenberger Bürgerstuben« will die Gemeinde in jedem Fall sicherstellen. © Berns

Hüttenberg (jeb). Es gibt einen Lichtblick in Sachen »Hüttenberger Bürgerstuben«: Zwar wird das Bürgerhaus erst mal nicht saniert, der Betrieb soll aber langfristig aufrechterhalten werden. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Hüttenberger Bauausschusses am Montag. Zustimmen müssen jetzt noch die Gemeindevertreter.

Bedarf für Heizung und Lüftungsanlage

Es gibt so einiges, was in den »Hüttenberger Bürgerstuben« gemacht werden müsste. Insbesondere hinsichtlich der Heizung und der Lüftungsanlage besteht Sanierungsbedarf. Zwei Anträge der FWG zu diesem Thema waren zuletzt im Bauausschuss im Geschäftsgang geblieben. Die Kommunalpolitiker wollten erst das Ergebnis einer Gefahrenverhütungsschau abwarten. Beantragt worden war, dass via Gutachten festgestellt wird, was und wo in dem Gebäude alles saniert werden muss und wie teuer das am Ende wird.

Bislang liegt nur eine, mittlerweile veraltete, Kostenschätzung vor - aus dem Jahr 2017. Dort ist von zwei Millionen Euro die Rede. Nicht zuletzt durch die Preissteigerungen im Bausektor dürfte die Sanierung für die Gemeinde deutlich teurer werden. Angesichts klammer Kassen und den Kosten für den beschlossenen Hallenbadneubau bleibt die Frage, wie sie finanziert werden kann. Das wiederum bereitet den Menschen im Ortsteil Hüttenberg Sorgen. Sie befürchten, die »Bürgerstuben« könnten geschlossen oder verkauft werden. Zuletzt hatte sich eine Interessengemeinschaft aus den Ortsvereinen gegründet, die sich für den Erhalt des Bürgerhauses einsetzen will.

Keine größeren Brandschutzmängel

Immerhin, im Bauausschuss konnte Bürgermeister Christof Heller (parteilos) am Montag gute Nachrichten verkünden. Die Gefahrenverhütungsschau, bei der es vor allem um den Brandschutz geht, hat keine größeren Mängel zutage gebracht. Was kritisiert wurde, sei »mit kleinen Mitteln zu beheben, wir sind schon dran, das abzuarbeiten«, sagte Heller, der auf Nachfrage erläuterte, dass es unter anderem um Hinweisschilder für Notausgänge gehe, die noch nicht beleuchtet sind oder um die Stromzufuhr für ein Elektrogerät, die anders gestaltet werden muss. Die Gefahrenverhütungsschau fand dabei nur in dem Bereich des Hauses statt, der derzeit genutzt wird, nicht aber in den seit Längerem geschlossenen Bereichen Kegelbahn und Bierschwemme.

Heller erklärte in seinem Sachstandsbericht auch, dass eine größere Sanierung vorerst nicht infrage komme. Den Betrieb des Gebäudes wolle die Gemeinde aber in jedem Fall sicherstellen. »Das Damoklesschwert, was über uns schwebt, ist die Heizung«, sagte der Bürgermeister und erläuterte: »Wenn wir da was machen müssen, dann haben wir einen massiven Eingriff in den Baukörper.« Aktuell sei das jedoch nicht notwendig. Stattdessen will die Gemeinde noch abwarten. Grund ist, dass die Gemeindevertreter eine zentrale Lösung für die Energieversorgung von Schwimmbad, Sporthalle und Bürgerhaus beschlossen haben. Wie sie genau aussehen wird, steht bislang nicht fest. Heller empfahl, sich angesichts des Kriegs in der Ukraine, noch Zeit zu lassen für die Entscheidung. Denkbar wären eine zentrale Gasheizung oder ein kleines Holzhackschnitzel-Kraftwerk.

Doch was, wenn die alte Heizung im Bürgerhaus den Geist aufgibt, bevor die neue Lösung steht? Hier hat die Verwaltung bereits einen Weg gefunden, um die »Bürgerstuben« im Notfall mit Energie zu versorgen. Heller stellte diesen den Ausschussmitgliedern vor: »Wenn die Heizung ausfällt und nichts geht mehr, können wir mit einem sogenannten Hot-Mobil die Heizung und Warmwasseraufbereitung sicherstellen.« Gemeint ist damit eine mobile Heizzentrale in Form eines Anhängers oder Containers, die an das bisherige Heizsystem angeschlossen werden können. Es gibt in Deutschland mehrere Anbieter, bei denen die mobile Heizung gemietet werden kann. Die Kosten seien überschaubar, sagte Heller. Andere Baustellen am Bürgerhaus, beispielsweise im Bereich des Daches, könnten vorerst geflickt werden, es bestehe keine Einsturzgefahr.

Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten der von Heller aufgezeigten Lösung zu. Das dürfte auch ein Votum zum grundsätzlichen Erhalt der »Bürgerstuben« sein. Ivonne Vogt (SPD) verwies am Schluss noch auf ein Nutzungskonzept, das nach Beschluss der Gemeindevertretung erstellt werden soll. Ziel ist es, eine an der Nutzung orientierte, passgenaue Sanierung planen zu können. »Das sollten wir im Auge behalten«, sagte Vogt.

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