Lösel besucht Lerncamp an CBES Lollar

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LOLLAR - (dge). Die Palette reicht von einem restlos begeisterten "das ist besser als Ferienspiele" bis hin zu einem pragmatischen "mein Papa hat mich hergeschickt". 116 Schüler haben sich zum diesjährigen "Summercamp" an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) in Lollar angemeldet. Wie Schulleiter Andrej Keller im Gespräch mit Kultusstaatssekretär Dr.

Manuel Lösel (CDU), Schulamtsleiter Norbert Kissel und Schuldezernent Christopher Lipp (CDU) verriet, könnte es auch "die beste Mensa in Mittelhessen" sein, die die Schüler selbst in den Ferien in die Schule lockt.

Begeisterung steckt an

Tatsächlich hat das "Summercamp" aber einen durchaus ernsten Hintergrund, können hier doch Lerndefizite aufgeholt werden. Gerade die Pandemie mit ihrem Wechsel aus Präsenz- und Digitalunterricht hat gezeigt, wie wichtig diese "Aufholjagd" sein kann. Manche hätten das Angebot so gut gefunden, dass sie andere mit ihrer Begeisterung angesteckt und mitgebracht hätten, so Keller. Doch er bekennt auch, dass häufig die Schüler, die das Angebot nutzen sollten, nicht dabei seien. Wie auch während des regulären Unterrichts gelten die Corona-Regeln, zudem wird dreimal pro Woche getestet. In den Osterferien habe man sich schon auf das Ferienangebot vorbereitet, geschaut, wer in welchem Fach noch Unterstützung braucht. Das "Summercamp" ist geöffnet für alle, die mitmachen wollen. Abgedeckt sind Gymnasial-, Real- und Hauptschulbereich, wobei die fünften und sechsten Klassen laut Keller den Löwenanteil bilden. Der Fokus liegt auf den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik.

Lehrer, Referendare und auch VSS-Kräfte seien sofort mit im Boot gewesen, denn ein Angebot wie die Lerncamps in den Ferien stehe und falle mit den Kollegen, waren sich Keller und Lösel einig. Kurze Erläuterung: VSS steht für Verlässliche Schule, im Rahmen einer VSS-Tätigkeit werden Vertretungsstunden für Lehrkräfte auf Abruf geleistet. Andrej Keller ist sich sicher, dass das individuelle Arbeiten - "aber mit Unterstützung" - auch einen guten Start in das neue Schuljahr geben kann. Diese Erfahrung habe er aus dem vergangenen Jahr mitgenommen. "Eine gute, konzentrierte Stimmung" nehme man beim Lernen in den Ferien wahr. Es sei ein sehr, sehr gutes Angebot, da sich der Fokus auf die Probleme einzelner Schüler richte. Dafür danke er sowohl dem Kultusministerium, dem Schulamt und auch dem Landkreis als Schulträger.

Manuel Lösel bestätigte, dass sich Kellers Erfahrungen mit den Beobachtungen decke, die er während der Sommerferien bei Besuchen an Schulen gemacht habe. Rund 40 000 bis 50 000 Schüler hätten das Angebot in den Ferien an 13 000 Lerncamps an 300 Schulstandorten in Hessen genutzt. Auf diese Weise erreiche man auch Schüler, die von zu Hause aus vielleicht nicht die optimale Unterstützung oder eben nicht das perfekte Ferienprogramm bekämen. Es sei gut, so Lösel, im Rahmen der Lerncamps den Kontakt zu diesen Schülern aufrechtzuerhalten.

Der Staatssekretär verwies auf das Programm "Löwenstark" des hessischen Kultusministeriums, dessen Ziel es sei, "ein auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schülerinnen und Schüler abgestimmtes, passgenaues Angebot zu entwickeln, wobei den Schulen größtmögliche Gestaltungsfreiheit gegeben wird".

Digitaler Weg

Gerade diese Gestaltungsfreiheit lobte auch Keller, "weil man sich vor Ort auskennt". Sicher, auch die Digitalisierung der Schulen fällt in diesen Themenbereich. Eigentlich gedacht, den Präsenzunterricht zu unterstützen, hat sich in Zeiten von Corona gezeigt, wie wichtig es ist, Schüler auch auf digitalem Weg unterrichten zu können. "Wer hätte gedacht, dass wir mal Schulen schließen, mal auf diese Weise unterrichten müssen?", blickte Lösel auf die jüngste Vergangenheit zurück. "So schlimm die Pandemie war und ist, bei der Digitalisierung der Schulen hat sie geholfen." Leider scheitere das oft an fehlenden Glasfaseranschlüssen, doch zeigte sich Christopher Lipp optimistisch, dass bis Ende kommenden Jahres alle Schulen im Landkreis Gießen damit versorgt sein würden. An der CBES, so Keller, sei man seit rund drei Jahren digital gut aufgestellt, das habe sich nun in der Pandemie bewährt. "An der CBES fällt auf, dass sie aus allem etwas Gutes mache und auch schwierige Zeiten hervorragend meistert", warf Norbert Kissel ein. Nicht ohne Stolz wies Keller darauf hin, dass immerhin 90 Prozent aus den umliegenden Grundschulen die CBES als weiterführende Schule wählten. "Die Clemens-Brentano-Europaschule ist tatsächlich eine Schule, die die Welt abbildet."

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