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Lösungen für das neue Hallenbad

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So weit ist das Hüttenberger Hallenbad schon abgebaut. Die Entwürfe, wie der Neubau aussehen soll, müssen bis Ende Mai eingereicht werden. Foto: Berns © Berns

Hüttenberg. »Eins, zwei oder drei ... du musst dich entscheiden«, heißt es in der Titelmelodie einer Kinderquizshow. Sie hätte passenderweise auch in der Sitzung der Hüttenberger Gemeindevertreter am Montag erklingen können, auch wenn es dort nicht um Ratespielchen, sondern um sinnvolle Lösungen für den Neubau des Hallenbads in Hüttenberg ging.

Entscheiden mussten die Kommunalpolitiker, wie es mit der Planung weitergeht. Damit verbunden die Frage, ob das Bad am Ende ein, zwei oder drei Becken bekommt. Eine Basislösung und fünf Varianten hatte das Planungsbüro »Kauffmann Theilig & Partner« dazu entworfen, Argumente für und gegen jede einzelne inbegriffen. So blieb am Ende die Qual der Wahl.

Grundlage für die Entscheidung bildet ein Vorentwurf, den die Planer erstellt hatten. Er wurde den Fraktionen bereits Mitte Februar vorgestellt. Im nächsten Schritt soll auf Grundlage des Konzepts ein fertiger Entwurf entstehen, samt einer ersten belastbaren Kostenkalkulation. Wie hoch die am Ende sein werden, hängt auch davon ab, wie viele Becken das Bad bekommt.

Je mehr Becken, desto teurer

Die kostengünstigste Lösung für den Neubau wäre letztlich ein Bad mit einem Schwimmerbecken. Das hätte fünf 25-Meter-Bahnen. Eine andere Möglichkeit wäre ein Becken mit Hubboden. So könnte die Wassertiefe in einem Bereich variiert werden. Mehrkosten zur Basisvariante: 700 000 Euro. Zu teuer und zu unpraktisch, so das Urteil. Für den Hubboden braucht es geschultes Personal zur Bedienung und Sicherung, er muss zudem regelmäßig gewartet werden. Eine andere Möglichkeit: Es werden zwei Becken gebaut, ein Schwimmerbecken plus wahlweise ein Plansch- oder ein Nichtschwimmerbecken. Alternativ könnte das zweite Becken auch ein Nichtschwimmer- mit integriertem Planschbecken sein. Die geschätzten Mehrkosten lägen bei 1,3, 1,7 oder 2,2 Millionen Euro. Die teuerste Lösung, sie würde 3,2 Millionen Euro mehr kosten, sähe drei Becken vor: Schwimmer-, Nichtschwimmer-, Planschbecken.

Einen Favoriten hat der Trägerverein Hallenbad Hüttenberg. Die Mitglieder haben sich bereit erklärt, den Betrieb des Bades nach einem Neubau wieder zu übernehmen. Vorsitzender Klaus Birkenstock erklärte, Variante vier wäre die Ideallösung. Es ist die, die neben dem Becken für Schwimmer ein weiteres für Nichtschwimmer mit integriertem Planschbecken vorsieht. »Wenn wir das Bad wirtschaftlich betreiben wollen, müssen wir mehr Nutzergruppen heranführen«, sagte Birkenstock und erläuterte: »Mit zwei Becken können wir junge Familien mit kleinen Kindern gewinnen, die sonst nach Pohlheim gegangen sind.«

Dem schlossen sich auch einige Gemeindevertreter an. Erich Schmidt (FÖBH) sagte: »Es ist keine Luxusvariante, es ist durchdacht und es spricht die Nutzergruppen an. Wir wollen die jungen Familien mit Kindern erreichen, genau für die machen wir das doch.« Anders sah es die FWG. Grund: Bei allen Varianten mit mehr als einem Becken werden nicht nur die Baukosten, erste Schätzungen gehen von mindestens 8,1 Millionen Euro aus, steigen. Jedes Becken benötigt einen eigenen Haustechnikkreislauf, unter anderem für die Wassertemperatur. Dadurch steigen die Folgekosten.

Norbert Lang führte an: »Aus Sicht der FWG kann es deshalb nur die Basisvariante sein.« Auch wenn Variante vier mit Blick auf ein attraktives Bad überzeuge, »es wird schon so enorm teuer werden« und »die Kosten laufen schon jetzt aus dem Ruder«. Er verwies auf den gleichzeitigen Investitionsbedarf bei der benachbarten Sporthalle und der »Hüttenberger Bürgerstuben.«

»Genauigkeit vor Eile«

Zwischen der Kostenfrage und einem möglicherweise für einen größeren Nutzerkreis attraktiven Bad schwankten derweil Vertreter von CDU, Grünen und SPD. Emely Green (Grüne) sprach von einem »Für und Wider zwischen unseren Wünschen auf der einen und Kosten auf der anderen Seite.«

Volker Breustedt (SPD) gab zu bedenken: »Es ist das größte Infrastrukturvorhaben, das wir alle in unserer Beratungszeit gesehen haben. Deshalb geht Genauigkeit vor Eile.« So folgte schließlich ein erweiterter Antrag, den Christian Schweitzer wie folgt erläuterte: »Die Basis muss sowieso geplant werden. Variante vier wäre dann das Add-on.« Sprich: Beide Lösungen sollen als Entwurf geplant werden, samt Kostenberechnung. Dafür stimmten 15 von 25 Gemeindevertretern, zwei enthielten sich der Stimme.

Die Gemeindevertreter hoffen somit auf weitere Kriterien für eine finale Entscheidung. Allerdings wird die Planung durch diese Entscheidung teurer, denn es braucht zwei Entwürfe. Einer davon muss bis Ende Mai eingereicht werden, damit die Gemeinde Mittel aus dem Förderprogramm Swim erhält. Frist für die Abgabe der Unterlagen ist Ende Mai.

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