Lollarer Hallenbad geschlossen

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LOLLAR/STAUFENBERG - (dge). Das Hallenbad in Lollar bleibt vorerst geschlossen. Wie der Zweckverband Hallenbad Lollar/Staufenberg mitteilte, sind massive Schäden am Dach festgestellt worden, sodass eine Schließung unumgänglich war. Es war eine ziemliche Hiobsbotschaft, mit der keiner gerechnet hatte.

Wie kam es dazu? Sowohl an den Dächern über den Umkleidekabinen als auch über der Schwimmhalle des Hallenbades habe man vor einiger Zeit Wassereinbrüche festgestellt, heißt es seitens des Zweckverbands. Nachdem eine Dachdeckerfirma den Schaden repariert hatte, habe man den Rat bekommen, die Dächer näher untersuchen zu lassen, da weitere Schäden nicht auszuschließen seien. Der Vorstand des Zweckverbandes hatte in der Folge einen Gutachter beauftragt, um den Schaden besser beurteilen zu können.

"Ernüchternd"

Die Schadensanalyse des Gutachters sei "ernüchternd". Er habe festgestellt, dass die Dachstuhlkonstruktionen aus Holz der beiden Dächer so erheblich beschädigt sind, dass sie nicht mehr tragfähig sind und somit beide Dächer komplett erneuert werden müssen. In der Konsequenz entschied der Vorstand, dass das Bad ab sofort geschlossen bleiben muss.

Am vergangenen Mittwoch unterrichtete der Vorstand nun die Verbandsversammlung über die Schäden. Es bestand uneingeschränkte Einigkeit darüber, den Schaden schnellstmöglich zu beheben und die Dächer zu erneuern. Zu wichtig sei die Aufgabe des Bades, unzähligen Kindern, Jugendlichen und Schülern aus der Region zu ermöglichen, das Schwimmen zu erlernen als auch den Schwimmsport auszuüben. Auch für den Vereinssport habe das Bad eine hohe Bedeutung, so wird es zum Beispiel für Aquajogging, Tauchen und nicht zuletzt von der DLRG-Ortsgruppe Lollar zur Ausbildung von Rettungsschwimmern und für Schwimmkurse genutzt. Auch die gut 200 Inhaber von Jahresschwimmkarten sowie der Verein der Freunde und Förderer des Hallenbades mit ihren Werbepartnern leisten einen erheblichen Beitrag zum Erhalt des Bades. Doch diese nun anstehende enorme Herausforderung sei von diesen engagierten Gruppen alleine nicht zu schultern.

Der Vorstand und die Verbandsversammlung hoffen nun, dass alle Beteiligten auf Kommunal-, Kreis- und Landesebene mit Helfen diese enorme finanzielle Belastung für den Zweckverband mit tragen. "Denn der Erhalt des Hallenbades für die Region Lollar, Staufenberg und das Lumdatal muss oberste Priorität haben", heißt es seitens des Vorstands.

Claus Waldschmidt, Vorsitzender der Verbandsversammlung, sprach von einem "immensen Schaden". Wahrscheinlich müsse das komplette Dach erneuert werden, vermutete er. Auch die Kosten werden wohl nicht von Pappe sein. Zurzeit steht eine Zahl von rund einer Million Euro im Raum, doch das ist laut Waldschmidt noch nicht genau bezifferbar, das könne er so noch nicht bestätigen. "Es kann weniger sein, es kann auch deutlich mehr werden. Dazu kann man zum jetzigen Zeitpunkt nichts Genaues sagen." Sicher sei nur: "Das wird richtig viel Geld kosten."

"Ziemlich deprimierend"

Zunächst solle sich ein Zimmermann die Konstruktion noch einmal anschauen, dann müsse man weitersehen. Schon das bereits vorliegende Gutachten sei "ziemlich deprimierend" gewesen. "Wir müssen sehen, wo wir jetzt das Geld herkriegen. Das kann einer allein, weder die Stadt Lollar noch die Stadt Staufenberg, ganz sicher nicht stemmen. Es sieht nicht gut aus." Die Bilder, die dem Zweckverband vorgelegen hätten, zeigten deutlich, wie schadhaft, teilweise marode und feucht, das Ganze ist. Das Bad, so Waldschmidt, bleibe erst einmal zu, vermutlich sogar für eine längere Zeit. "Möglicherweise über Corona hinaus." Man habe in der Verbandsversammlung umgehend reagiert und den Beschluss des Vorstandes, das Bad sofort zu schließen, bestätigt. "Da können wir niemanden reinlassen, das kann und das will keiner verantworten." Einzig eine frohe Botschaft konnte Waldschmidt vermelden, der Förderbescheid für die Lüftungsanlage und die Umwälzpumpe lägen mittlerweile vor. "Ein kleiner Lichtblick."

Dr. Bernd Wieczorek, Bürgermeister in Lollar und Vorstandsvorsitzender des Zweckverbandes Hallenbad Lollar/Staufenberg, war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

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