Mainzlar: Ein weiteres Jahr für "Schamott"

  • schließen

MAINZLAR - (dge). Bis Ende 2022 soll nun doch am Mainzlarer Standort der RHI Magnesita - im Volksmund "Schamott" genannt - produziert werden. Wie Betriebsratsvorsitzender Michael Schwarz mitteilte, habe man nach zwei Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeber "bedeutende finanzielle Anreize für die Belegschaft" erreicht. Die Bleibeprämie für Mitarbeiter, die sich entschließen, solange weiterzumachen, werde fortgeführt und eine Motivationsprämie habe man auch erreicht.

Jetzt entscheiden die Mitarbeiter, ob rund 80 von ihnen weitermachen wollen. In einer Betriebsversammlung sei die Belegschaft informiert worden und habe Fragen stellen können. "Die Belegschaft ist sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Betriebsräte", so das Fazit des Betriebsratsvorsitzenden. Eine Frage sei übrigens gewesen, wie viele Schließungstermine es noch brauche, bis die Unternehmensleitung verstehe, dass er dieses "flexible und gute Werk braucht".

Zum Hintergrund: Eigentlich war eine endgültige Schließung zum Ende dieses Jahres vorgesehen. Zuvor, im Oktober 2021, sollte ein Ofen ausgeschaltet werden, der zweite Ofen sollte zum 31. Dezember 2021 heruntergefahren werden. Im September dann die Überraschung: "Aufgrund von aktuellen Entwicklungen - wie umfangreiche Covid-19 bedingte Ausfälle der Belegschaft in unseren Werken in Brasilien oder den weltweiten Liefer- und Materialengpässen in der gesamten Industrie - wird RHI Magnesita gezielte, korrigierende Maßnahmen und Reorganisationen innerhalb Europas vornehmen", hieß es da aus der Unternehmenszentrale. Als Teil dessen wurde die Schließung des Mainzlarer Werks auf nun Ende 2022, also um ein ganzes Jahr, verschoben.

Auch in der Wiener Unternehmenszentrale zeigt man sich zufrieden mit den Ergebnissen der jüngsten Verhandlungen. Nach "positiven und konstruktiven Gesprächen" mit dem Betriebsrat habe man sich auf einen neuen Fahrplan für die schrittweise Schließung des Werkes in Mainzlar geeinigt. Ein Team von 80 Mitarbeitern solle bis zur Schließung Ende nächsten Jahres mit an Bord bleiben und die Produktion im Werk in Mainzlar sicherstellen. "Von Anfang an war uns wichtig, diese für alle Beteiligten herausfordernde Phase der Umstellung bestmöglich sozial abzufedern. Deshalb wird RHI Magnesita nun zusätzlich zu den bisher bereits geplanten Unterstützungsmaßnahmen monatliche Prämien und eine großzügige Abfindung an circa 80 Mitarbeiter zahlen. Zudem werden bis Ende 2022 keine betriebsbedingten Kündigungen seitens des Unternehmens ausgesprochen werden", heißt es in einer Pressemitteilung.

Das könnte Sie auch interessieren