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Mehr Geld für Kursleiter der Volkshochschule

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Kreis Gießen (vb). Freiberufliche Lehrkräfte der Kreisvolkshochschule (KVHS) erhalten mehr Geld. Dies hat der Kreistag auf Antrag der SPD bei Enthaltungen der AfD beschlossen.

Der Honorarsatz wird von 20 auf 25 Euro pro Unterrichtseinheit erhöht. Diese Regelung sollte im zweiten Halbjahr greifen. Es wird für dieses Jahr mit Mehrkosten von circa 10 500 Euro gerechnet, die im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden sollen. Künftig sollen die Honorare alle zwei Jahre überprüft werden.

Die Stundenhonorare waren laut Antragsbegründung zuletzt 2019 von 18 auf 20 Euro erhöht worden. Diese Summe sei angesichts der Qualifikation und des Aufwands von Vor- und Nachbereitung der Kurse nicht mehr angemessen, schreibt die SPD. Die Kursleiter seien eine der tragenden Säulen der Bildungsarbeit der KVHS. Es sei zu einem großen Teil ihrem Engagement zu verdanken, dass die KVHS vergleichsweise gut durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie gekommen ist.

Jörn Bauer (AfD) fand den Antrag grundsätzlich gut, plädierte aber für einen Stundenlohn von 30 Euro ab 1. Januar 2023. Nach Steuerabzug blieben von den 25 Euro nur zehn bis 13 Euro übrig. Die anderen Fraktionen lehnten den Änderungsantrag ab.

Ebenfalls abgelehnt bei den vier eigenen Stimmen wurde ein Antrag der AfD, einen »Landkreis-Gießen-Pass« einzuführen. Dazu gab es im Kreistag keine Diskussion.

Anders war es hingegen zu einem anderen Antrag der AfD, wonach die Kreisverwaltung künftig auf »grammatikalisch falsche Gender-Sprache wie Gendersternchen, Genderdoppelpunkt oder Binnen-I« verzichten solle. »Die Vraktion« formulierte einen Änderungsantrag, wonach grundsätzlich die weibliche Form verwendet werden sollte. Andere Geschlechter würden damit auch gemeint. Beide Anträge wurden bei den jeweils eigenen Ja-Stimmen mit großer Mehrheit abgelehnt.

Jörn Bauer (AfD) verwies auf Umfragen, wonach zwei Drittel der Deutschen das »links-rot-grüne Gender-Sprech« ablehnten. Es sei nicht Aufgabe der Kreisverwaltung, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen hätten. Vyacheslav Yashchenko (»Die Vraktion«) hielt den AfD-Antrag vom 5. April für einen schlechten Aprilscherz. Sprache sei im ständigen Wandel.

Desiree Becker (»Gießener Linke«) warf der AfD vor, mit ihren Anträgen immer andere Menschen diskreditieren zu wollen. Man solle auf eine Sprache Wert legen, die alle Geschlechter einbeziehe.

Landrätin Anita Schneider (SPD) wies ergänzend darauf hin, dass in der Kreisverwaltung daran gearbeitet werde, in Bescheiden leichte Sprache zu verwenden, ohne dabei die rechtlichen Vorgaben zu missachten.

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