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Mehr Plätze und Personal für Kitas

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Hüttenberg (jeb). Die Frage, wie die Gemeinde dauerhaft ausreichend Kitaplätze anbieten kann, stellt Hüttenberg immer wieder vor neue Herausforderungen. Für das nächste Kita-Jahr, das im Sommer startet, sind deshalb einige Neuerungen geplant. Dabei geht es nicht nur um das Platzangebot, sondern auch um die Qualität der Betreuung.

Zuletzt hatten Ende 2021, neben der Kita-Kommission der Gemeinde, Eltern, Kommunalpolitiker und Kita-Leitungen in Arbeitsgruppen beraten. Ein zentraler Punkt, der nun umgesetzt wird: Es wird einen eigenen Personalschlüssel für die Gemeinde geben.

Derzeit wird vom Land Hessen im Rahmen des Kinderförderungsgesetzes einheitlich berechnet, wie viel Personal in einer Kita benötigt wird. Dabei spielen das Alter der zu betreuenden Kinder und der Betreuungsaufwand eine Rolle. »Das führt zu erheblichen Schwankungen bei der Personalausstattung in den einzelnen Kitas. Denn von Jahr zu Jahr verändert sich die Zusammensetzung in den einzelnen Gruppen hinsichtlich Alter und Betreuungsumfang der Kinder«, sagt der Hauptamtsleiter der Gemeinde Markus Stein. Sind demnach in einem Jahr viele Kinder in einer Kita, die bald in die Schule wechseln, wird, dem Landesschlüssel folgend, einer Einrichtung weniger Personal zugestanden. Das wiederum führe regelmäßig zu Ausfällen und Unterbesetzung, wenn einzelne Fachkräfte zum Beispiel krankheitsbedingt ausfallen.

Stabilität

Außerdem sei es schwerer, Personal zu finden, da viele Angestellte nicht wissen, ob sie im folgenden Kindergartenjahr noch in der Kita benötigt würden, erklärt Stein.

Die »Hüttenberger Schlüssel« genannte Personalplanung soll dagegen für mehr Stabilität sorgen und so auch die Qualität der Betreuung verbessern. Die Gemeinde geht davon aus, dass den Kitas so in Zukunft mehr Personal zur Verfügung steht. Doch was genau beinhaltet der »Hüttenberger Schlüssel«?

Stein erläutert, man habe sich an einer Mindestanforderung aus der Zeit vor dem Kinderförderungsgesetz orientiert. Damals habe es nicht den Fachkraft-Kind-, sondern einen Gruppenschlüssel gegeben. Die Gemeinde Hüttenberg wird anhand der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen und nach dem Beschluss der Gemeindevertretung dieses Konzept anwenden. Demnach sollen in Zukunft pro Kita-Gruppe zwei Fachkräfte eingeplant werden, bei Krippengruppen sieht der Schlüssel sogar einen Wert von 2,5 Fachkräften vor. »Erst nach dieser Berechnung schauen wir, was wir laut Kinderförderungsgesetz vorzuhalten hätten. Den jeweils besseren Wert setzen wir dann bei der Personalausstattung an«, so Stein.

Der »Hüttenberger Schlüssel« sorge somit für eine dauerhafte Personalgrundlage und ermögliche es der Gemeinde, durchgehend und nicht nur von Jahr zu Jahr zu planen. »So bekommen wir eine Kontinuität, gerade was die Mitarbeiter betrifft. Das ist unser Ziel, die Mitarbeiter wirklich an die Gemeinde zu binden und ihnen Perspektiven zu geben.«

Bauernhof-Kita

Neben dem Personalschlüssel haben die Arbeitsgruppen noch das Konzept für ein Familienzentrum sowie verlängerte Öffnungszeiten oder die Kooperation mit Vereinen als Möglichkeiten für eine qualitative Verbesserung der Kinderbetreuung erarbeitet. Dem Gesamtkonzept hatten die Gemeindevertreter geschlossen zugestimmt.

»Aus meiner Sicht waren das weitreichende Beschlüsse, ein kleiner Meilenstein, der für die Kinderbetreuung in Hüttenberg als familienfreundliche Gemeinde erreicht worden ist«, sagt Stein zu den Beschlüssen. Doch Hüttenberg muss für das Plus an Qualität auch einiges an Geld ausgeben. Insgesamt sollen für das nächste Kita-Jahr vier weitere Vollzeitstellen geschaffen und insgesamt 250 000 Euro zusätzlich ausgegeben werden.

Doch nicht nur die Qualität beschäftigt in Hüttenberg Kommunalpolitiker und Verwaltung. Die Gemeinde braucht auch mehr Kitaplätze. Bereits im Vorjahr hatte die Verwaltung dafür Lösungen erarbeitet. So gibt es für die Kita Baumgarten in Rechtenbach Mietcontainer. Sie sollen beibehalten werden, bis klar ist, ob die Kita einen Anbau bekommt oder gar eine neue Kita im Ortsteil gebaut wird. Das Angebot an Waldgruppen wurde aufgestockt.

Ab dem Sommer 2022 soll in diesem Zusammenhang nun noch ein neues Angebot entstehen: Eine Bauernhof-Kita auf einem Hof in Rechtenbach. 25 weitere Kitaplätze werden so entstehen. Angegliedert wird es an die Wald-Kita Wurzelhüpfer. Die zusätzlich benötigten Stellen sind bereits im Personalplan vorgesehen.

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